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ROUNDUP Linde und Praxair verhandeln mit Messer und CVC über Amerika-Teile

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
12.07.2018, 15:48  |  322   |   |   

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Gasehersteller Linde und Praxair kommen bei ihrer geplanten Fusion zum weltgrößten Anbieter einen weiteren Schritt voran. Beide Unternehmen führen fortgeschrittene Verhandlungen mit dem Wettbewerber Messer Group und dem Finanzinvestor CVC über den Verkauf des überwiegenden Teils des Linde-Gasegeschäfts in Nordamerika sowie einzelner Teile von Linde und Praxair in Südamerika, wie Linde am Donnerstag in München mitteilte. Damit bestätigte die im Dax notierte Gesellschaft einen Bericht der "Wirtschaftswoche".

Die Veräußerung dieser Geschäftsteile sei nötig, um eine Freigabe der geplanten Fusion von den Wettbewerbsbehörden zu erhalten, hieß es weiter. Der Verkauf steht unter dem Vorbehalt, dass auch die Fusion zwischen Linde und Praxair klappe. Der Amerika-Umsatz von Linde lag 2017 bei 4,9 Milliarden Euro, der ganz überwiegende Teil davon fiel in den USA an. Allerdings wird der Anteil, den Linde veräußern muss, deutlich darunter liegen. Denn wie dpa-AFX erfuhr, ist der US-Gesundheitsgasespezialist Lincare, den Linde 2012 für 4,6 Milliarden Dollar übernommen hat, nicht im Verkaufspaket enthalten.

Beide Unternehmen rechnen weiter mit der Fusion bis Ende des Jahres. Sie haben sich aber einen Rückzieher vorbehalten für den Fall, dass sie Geschäftsteile mit mehr als 3,7 Milliarden Euro Umsatz oder 1,1 Milliarden Euro an operativem Gewinn (Ebitda) abgeben müssten. Die Linde-Aktie legte am Nachmittag um 0,67 Prozent zu und entwickelte sich damit nur leicht besser als der Leitindex Dax.

Bereits in der vergangenen Woche hatten beide Unternehmen mitgeteilt, dass Praxair Geschäftsbereiche in Europa mit einem Umsatz von insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro für 5 Milliarden Euro an den japanischen Rivalen Taiyo Nippon Sanso verkauft. Das soll die EU-Kartellwächter zur Genehmigung des Deals bewegen. Praxair gibt damit einen Großteil seiner europäischen Geschäfte ab, für die Japaner wäre es der Markteintritt in Europa.

Linde und Praxair wollen sich zum größten Industriegasehersteller der Welt zusammenschließen, mit 80 000 Mitarbeitern und 28 Milliarden Euro Jahresumsatz würden sie ein Viertel des Weltmarkts beherrschen. Die Genehmigung der EU-Kommission und der US-Kartellwächter steht noch aus. Die neue Linde plc soll von Praxair-Chef Steve Angel aus den USA heraus geführt werden. Die Gewerkschaft IG Metall befürchtet den Verlust von Arbeitsplätzen und Mitbestimmungsrechten.

Da die Aktionäre bereits zugestimmt haben, kann die Fusion nur noch an zu hohen Auflagen oder dem Veto der Kartellbehörden scheitern. Die für August erwartete Entscheidung der EU-Kommission ist dabei die größte Hürde. Sollten nicht alle Genehmigungen der Kartellbehörden bis zum 24. Oktober vorliegen, platzt der seit vergangenem Jahr geplante Zusammenschluss. Die Frist der EU-Kommission zur Prüfung des Zusammenschlusses läuft bis 24. August./mne/stw/he

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