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Marktkommentar: David Brett (Schroders): Zwei Jahre nach dem Brexit-Referendum
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Marktkommentar David Brett (Schroders): Zwei Jahre nach dem Brexit-Referendum

Nachrichtenquelle: Asset Standard
18.07.2018, 12:05  |  1163   |   |   

Ein Blick auf die Entwicklung der Märkte und der britischen Wirtschaft seit dem Brexit-Referendum - in sieben Grafiken

Die Briten stimmten am 23. Juni 2016 über den Austritt aus der Europäischen Union (EU) ab. Viele erwarteten damals, dass Großbritannien in der EU verbleiben würde. Tatsächlich aber gewann die „Leave”-Kampagne mit einer knappen Mehrheit von 52 % gegenüber 48 %. Großbritannien soll die EU am 29. März 2019 um 24:00 Uhr verlassen.

Zeitplan bis zum Brexit

Grafik: Zeitplan bis zum Brexit


Was ist an den Märkten seit dem Referendum passiert?

Aktienmärkte

Unmittelbar im Anschluss an das Referendum brachen der FTSE 100 und der FTSE 250 um 9 % bzw. 12 % ein. Seit Börsenschluss am 23. Juni 2016 sind britische Aktien, wie vom FTSE All-Share verzeichnet, jedoch um 31,2 % gestiegen (Stand: 15. Juni 2018).

Die weltweite Konjunkturlage trug hierzu bei. Die Anleger waren von dem so genannten „Goldlöckchen-Szenario” überzeugt: die genau richtige Kombination aus stabilem Wachstum, festem Preisniveau und niedrigen Zinsen.

Unterstützt wurden der Markt und die Wirtschaft Großbritanniens von der Bank of England, die die Zinsen niedrig und die geldpolitischen Zügel locker hielt. Dies sorgte dafür, dass die Unternehmen und Märkte Zugang zu Finanzierung hatten.

Dennoch blieb der britische Aktienmarkt hinter dem Rest der Welt zurück. Seit der Abstimmung über den Brexit haben asiatische Aktien laut Daten von Thomson Reuters 44,1 % rentiert; US-Aktien erzielten 37,2 %. Von den fünf großen Indizes, die wir überprüften, blieben nur die europäischen Aktien mit 19,5 % hinter den britischen Aktien zurück. Die weltweiten Aktienmärkte erwirtschafteten 33,2 %.

Renditen der Aktienmärkte seit dem Brexit-Referendum


Grafik: Renditen der Aktienmärkte seit Brexit-Referendum


Quelle: Schroders. Thomson Reuters Datastream; Stand der Daten: 15. Juni 2018. Bei den Daten zu den Aktienmärkten handelt es sich um Gesamtrenditen (einschließlich Dividenden) in Lokalwährung mit Ausnahme von asiatischen und weltweiten Renditen, die in US-Dollar ausgewiesen sind. Für asiatische und weltweite Aktien wurden MSCI Indizes verwendet. Der S&P 500 wurde für US-Aktien verwendet, der FTSE All-Share für britische Aktien und der Stoxx 600 für europäische Aktien.

Pfund Sterling

Das Pfund Sterling hat laut den Daten von Thomson Reuters gegenüber dem US-Dollar seit dem Referendum um 10 % nachgegeben, wobei diese Zahl eine Erholung von dem nahezu 20 prozentigen Einbruch unmittelbar im Anschluss an das Referendum verschleiert (siehe Abbildung unten).

Die Unsicherheit angesichts des Ausgangs der Brexit-Verhandlungen, die Abkühlung der britischen Wirtschaft und der Anstieg der Inflation zu Beginn des Jahres 2018 haben die Bank of England gezwungen, die Zinsen möglichst niedrig zu halten, um die Wirtschaft nicht noch weiter zu belasten.

Niedrige Zinsen sowie wirtschaftliche und politische Unsicherheit sind nachteilig für eine Währung. Zwar ist ein schwaches Pfund eine schlechte Nachricht für britische Urlauber, aber für in Großbritannien notierte Unternehmen, die ihre Gewinne im Ausland erwirtschaften, ist das Gegenteil der Fall. Bei einer Abwertung des Pfunds ist das Geld, das Unternehmen in Fremdwährung verdienen, mehr wert, sobald es wieder in Pfund umgerechnet wird.

Die Auswirkung des abwertenden Pfunds auf den FTSE All-Share Index macht die unten stehende Abbildung deutlich. Die Schwäche des Pfunds hat die Gewinne des Index in den vergangenen zwei Jahren gestützt: bei einer Aufwertung der Währung gab der Aktienmarkt nach und vice versa.

Wenn man alle Indexrenditen in US-Dollar umrechnet, ist der US-Aktienmarkt von allen der von uns untersuchten Indizes derjenige mit der schlechtesten Wertentwicklung. Seit dem Referendum ist er um 18,9 % gestiegen, während europäische Aktien in US-Dollar um 21,8 % zulegten.

Wie das schwache Pfund den britischen Aktienmarkt seit dem Referendum gestützt hat

Quelle: Schroders. Thomson Reuters Datastream; Stand der Daten: 15. Juni 2018. Der FTSE All-Share wurde für britische Aktien verwendet.

Aktienmarktsektoren

Die Goldlöckchen-Wirtschaft hat ihre Wirkung bei denjenigen Sektoren gezeigt, die am meisten von einer günstigeren weltweiten Konjunktur profitieren, darunter sind Basisressourcen und Grundstoffe.

Sektoren mit geringerer Zyklizität – also solche, die Waren und Dienstleistungen bieten, deren Nachfrage weniger von der Konjunkturlage abhängt – haben sich schlechter entwickelt. Die schwächsten dieser Sektoren (wie Telekommunikation, Versorger und Tabak) hatten ferner unter aufsichtsrechtlichen Belastungen und Wettbewerbsdruck zu leiden.

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