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China: Anzahl der Firmen mit ‚Blockchain‘ im Namen 2018 versechsfacht
Foto: Sharon McCutcheon - unsplash.com

China: Anzahl der Firmen mit ‚Blockchain‘ im Namen 2018 versechsfacht

Nachrichtenquelle: BTC-ECHO
18.07.2018, 11:19  |  312   |   |   

Die Anzahl der Firmen und Unternehmen mit dem Zusatz ‚Blockchain‘ im Namen hat sich in diesem Jahr versechsfacht. Dies berichtet die South China Morning Post in dieser Woche anhand offizieller Regierungsdaten. Während die chinesischen Gesetzgeber mit Blick auf die Blockchain gespalten sind und Kryptowährungen weiterhin mit großem Argwohn begegnen, scheint die Industrie entschlossen. Vor allem in den Sonderwirtschaftszonen im Osten des Landes investiert man kräftig in die neuen Technologien.

Der Name ist Programm – was für Unternehmen der ‚Dotcom‘-Blase in den 1990er-Jahren galt, erleben heute chinesische Firmen mit Blick auf die Blockchain. Während immer mehr Betriebe ihren Blick fest auf die Entwicklung und Potentiale von Distributed-Ledger-Technologien legen, lässt sich dieser Trend auch in den Namenspalten der Unternehmensregister ablesen. Angaben der Regierung zufolge hat sich die Anzahl der Firmen, die das Wort ‚Blockchain‘ oder dessen chinesische Übersetzung qukualian im Namen tragen, in diesem Jahr versechsfacht. Dies berichtet die South China Morning Post in dieser Woche.

So ist China nun Heimat von insgesamt mehr als 3.000 Unternehmen mit eingetragenem Blockchain-Namenszusatz. Vergangenes Jahr hingegen waren es nur 555. Damit sind ganze 3,078 Firmen allein in den vergangenen sechseinhalb Monaten hinzugekommen.

Blickt man im Gegenzug auf die weltweiten Konkurrenten, wird dieser rasante Anstieg noch deutlicher. Laut dem Unternehmerportal OpenCorporates.com tragen im Vereinten Königreich und den USA insgesamt nur 335 beziehungsweise 817 die Blockchain im Namen.

Dass der Namenstrend dabei jedoch mehr als eine leere Verkaufshülle ist, zeigt der Blick auf die Unternehmen selbst. So geben Qixin.com zufolge insgesamt 16.600 der im letzten Jahr gegründeten Firmen an, Blockchain in ihren Geschäftsbereich integrieren zu wollen. Mehr als 3.800 verfügen dabei über Geschäftskapitale von über 1,5 Millionen US-Dollar.

Regierungshaltung: Gaspedal und Bremse zugleich

Derweil fährt die chinesische Regierung hingegen einen zwiegespaltenen Kurs. Vor allem Kryptowährungen sehen sich vonseite Pekings weiterhin mit viel Argwohn und Gegenwind konfrontiert, nachdem die Regierung im letzten Jahr harte Bandagen angelegt und etwa die Herausgabe neuer Kryptowährungen verboten hatte.

Dennoch tut Peking viel dafür, das Wachstumsmoment der Blockchain für sich zu nutzen. 2016 kündigte Chinas Premierminister Li Keqiang an, Blockchain als festen Bestandteil in den bis 2020 laufenden Fünfjahresplan aufzunehmen. Damit ist China eines der weltweit ersten Länder, die die Technologie in die offizielle Regierungsagenda aufgenommen haben.

Vor allem in den Sonderwirtschaftszonen im Osten des Landes hat sich seither viel getan. Die Regionalregierungen Shanghais, Shanxis, Henans, Guangzhous, Guiyangs und Hangzhous etwa versuchen derzeit gezielt, Blockchain-Entwicklern unter die Arme zu greifen.

Während chinesische Großkonzerne wie die Riesen Alibaba oder der Automobilzulieferer Wanxiang seit Längerem auf die Blockchain setzen, will die chinesische Zentralregierung zudem bis 2019 landesweite Blockchain-Standards ausarbeiten und so Sicherheit für Investoren und Industrie schaffen.

All dies soll im Buche der Regierung jedoch zu keiner Augenwischerei führen. Vielmehr hält Peking immer wieder am bedächtigen Tenor fest. So bekräftigte zuletzt Fan Wenzhong, Leiter der chinesischen Banken- und Versicherungsaufsicht, vergangene Woche auf einem Finanzgipfel in Shanghai:

„Die Blockchain ist eine nützliche Innovation. Aber das bedeutet nicht, dass Kryptowährungen, denen die Blockchain zum Aufstieg verholfen hat, unbedingt nützlich sind.“

Es gelte vor allem, die Blockchain nicht zu „mythologisieren“. Von weiteren Investments Pekings in die Technologie ist dennoch auszugehen, von Lockerungen in der Handhabe von Kryptowährungen hingegen so schnell nicht.

Autor: David Barkhausen

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