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BMWs und Daimlers Albtraum ist wahr: Teslas Model 3 ist hochprofitabel

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
19.07.2018, 09:39  |  3505   |   |   

Es gibt viele verwirrende Schlagzeilen zu Tesla (WKN:A1CX3T) und auch wer den dazugehörigen Artikel liest, ist oft nicht schlauer. Eines der Themen, das besonders für Verwirrung sorgt, ist die Profitabilität.

Ja, Tesla machte in den meisten letzten Quartalen auf Gesamtkonzernebene tatsächlich hohe Verluste, seine Autos werden aber trotzdem grundlegend profitabel hergestellt. Diese zwei Dinge schließen sich nicht gegenseitig aus, da das Unternehmen aktuell viel in die Zukunft investiert.

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Eine angesehene Ingenieursberatung hat kürzlich das Model 3 auseinandergenommen und festgestellt, dass es extrem profitabel produziert werden kann. Dass Tesla nicht nur mit seinen Luxusautos, sondern auch mit seinem Modell für den Massenmarkt grundlegend sehr gute Margen erreichen kann, ist der Albtraum von BMW (WKN:519000) und Daimler (WKN:710000).

Profitabilität von über 30 %

Als der Ingenieur Sandy Munro von der Ingenieursberatung Munro & Associates zum ersten Mal ein Tesla Model 3 beurteilt hatte, war er alles andere als angetan. Fugen und generelle Verarbeitungsqualität bezeichnete er als „unter den Schlechtesten, die ich in Jahrzehnten gesehen habe.“

Seitdem hat sich seine Meinung stark geändert, zuerst als er das Model 3 tatsächlich fuhr und dann als er es komplett auseinandergenommen hat. Die Elektronik hält er für hervorragend integriert und die Batterien sieht er als deutlich leistungsfähiger sowie an der Branchenspitze.

Nachdem er alle Komponenten erfasst und mitsamt Preisschätzungen katalogisiert hat, kommt er zu dem Schluss, dass Tesla das Model 3 zu einer Marge von über 30 % herstellen kann. Seiner Meinung nach liegt das vor allem daran, dass die Systeme im Model 3 extrem gut integriert sind, und es eine sehr effiziente und somit schlanke Verwendung von Komponenten gibt.

Was bei der Auswahl von Autoteilen möglich ist, zeigt er, indem er die Rückspiegel des Model 3 mit den Konkurrenzmodellen von BMW und GM vergleicht. So kostet laut den Schätzungen von Sandy Munro der in einem Model 3 verbaute Rückspiegel 29,48 US-Dollar, der eines BMW i3 93,46 US-Dollar und der eines Chevy Bolt 164,83 US-Dollar. Darüber hinaus wiegt der Rückspiegel des Model 3 weniger als die Hälfte im Vergleich zu denen im i3 und Chevy Bolt.

Der Albtraum wird wahr

Sandy Munro gab offen zu, dass er zuerst sehr skeptisch gewesen sei, aber nach seiner gründlichen Analyse seine Meinung geändert habe. Tesla-CEO Elon Musk hatte sich immer zum Ziel gesetzt, das Model 3 zu einer Bruttomarge von 25 % herzustellen, und scheint sein Ziel tatsächlich erreicht zu haben. Kritiker hielten dieses Ziel für lächerlich, unter anderem da es sich beim Model 3 nicht um ein Auto im Premiumsegment handelt.

Jetzt müssen sich vor allem die deutschen Premiumhersteller, aber auch VW (WKN:766400), fragen, was sie von Teslas hoher Profitabilität lernen können. Es scheint, als ob Tesla viel besser darin ist, ein Auto günstig und schlank herzustellen, als die etablierten Autoproduzenten. Diese müssten viele ihrer Denkweisen, Prozesse und Lieferbeziehungen komplett auf den Kopf stellen, um sich hier annähern zu können.

BMW und Daimler scheinen sich aber schwer zu tun, mit Elektroautos ihre typischen operativen Margen von circa 9–10 % zu erreichen. Erst im März hat sich BMW dazu entschieden, den Beginn der Massenproduktion von Elektroautos auf das Jahr 2020 zu verschieben, weil ansonsten keine ausreichende Profitabilität gewährleistet werden könne. Daimler-Chef Dieter Zetsche hat aufgrund der mangelnden Profitabilität bei ihren geplanten Elektromodellen eine Profitdürre bis 2025 in Aussicht gestellt.

Was die ganze Situation noch verschlimmert, ist, dass erste Schätzungen sehr hohe Preise der kommenden Elektromodelle von BMW und Daimler erwarten lassen. Wenn man beim Kunden ordentlich zulangen will und dann auch noch schwache Margen erzielt, hat das eigene Geschäftsmodell ein echtes Problem.

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