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Devisen: Eurokurs legt deutlich zu - Trump-Aussagen bringen Dollar unter Druck
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Devisen Eurokurs legt deutlich zu - Trump-Aussagen bringen Dollar unter Druck

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
20.07.2018, 20:59  |  744   |   |   

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro hat am Freitag nach einem erneuten Rundumschlag von US-Präsident Donald Trump deutlich zugelegt. Die europäische Gemeinschaftswährung baute im späten US-Devisengeschäft die Kursgewinne aus dem europäischen Handel noch aus. Zuletzt wurde sie mit 1,1724 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1670 (Donnerstag: 1,1588) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8569 (0,8630) Euro gekostet.

Trump hatte mit Vorwürfen der Währungsmanipulation an die Adresse Chinas und der Europäischen Union (EU) den Dollar zu allen wichtigen Währungen unter Druck gebracht. "China, die EU und andere haben ihre Währungen manipuliert", schrieb er am Freitag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Er kritisierte die niedrigen Leitzinsen dort, während in den USA die Zinsen steigen würden. Niedrige Leitzinsen belasten in der Regel den Kurs einer Währung. Durch den immer stärker werdenden Dollar werde die Wettbewerbsfähigkeit der USA beeinträchtigt und die Erfolge seiner Politik gefährdet, so der US-Präsident.

Die Aussagen von Trump dürften den Dollar laut Experten aber nicht nachhaltig belasten. "Die US-Notenbank ist unabhängig und wird ihren geldpolitischen Kurs wegen Trump nicht verändern", sagte Esther Reichelt, Devisenexpertin von der Commerzbank. Den Kursausschlag begründete sie mit einer kurzfristigen Reaktion. Zweifel an der Unabhängigkeit der Fed könnten jedoch zu höheren Wechselkursschwankungen führen. "Noch ist das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Fed aber hoch", sagte Reichelt. Trump habe mit seiner Steuerreform und der Einführung von Zöllen die Fed sogar unter Handlungsdruck gesetzt. Die Steuerreform kurbele das Wachstum an und die Zölle sorgten für einen wachsenden Preisdruck. US-Notenbankchef Jerome Powell hatte zuletzt weitere graduelle Leitzinserhöhungen in Aussicht gestellt./jsl/he

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