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Börsen-Zeitung Die Dividende macht's / Kommentar von Werner Rüppel zur Rolle dividendenstarker Werte am Aktienmarkt

Nachrichtenagentur: news aktuell
20.07.2018, 21:20  |  602   |   |   
Frankfurt (ots) - Wissen Sie, was das Einzige ist, das mir Freude
bereitet? Zu sehen, wie meine Dividenden hereinkommen", hat John D.
Rockefeller schon im Jahre 1901 gesagt. Und auch heute freuen sich
Aktionäre über möglichst hohe und regelmäßige Ausschüttungen.
Vielfach wird der Stellenwert der Dividenden auf die Performance der
Aktienanlage unterschätzt. Doch tragen die Ausschüttungen und ihre
Wiederanlage zum Beispiel beim Dax langfristig zu mehr als der Hälfte
zur Wertsteigerung bei. Salopp formuliert: Die Dividende entpuppt
sich als ein echter Reichmacher. Gleichwohl fällt bei
Performancevergleichen die Dividende einer Aktie oft unter den Tisch.
Es gilt daher stets genau hinzuschauen, ob die Ausschüttung mit
eingerechnet ist oder nicht.

Unter Investoren gibt es unterschiedliche Ausrichtungen. Manche
Anleger sind vor allem an Kurssteigerungen interessiert bis hin zu
den Anhängern der Greater-Fool-Theorie, die Aktien, Gold oder
Bitcoins nur kaufen, weil sie erwarten, dass ein anderer in Bälde
einen wesentlich höheren Preis dafür bezahlen wird. Dem stehen
etliche Anleger gegenüber, die vor allem an regelmäßigen und
auskömmlichen Zahlungsströmen interessiert sind. Diese Investoren
schauen meist auch nicht jeden Tag auf die Kursentwicklung einer
Aktie, Hauptsache die allgemeine Geschäftsentwicklung und die
Ausschüttung stimmt. Häufig sind gerade diese Anleger langfristig am
Aktienmarkt sehr erfolgreich, widerstehen sie doch dem letztendlich
oft teuren Hin- und Her-Handeln. Auch über Dividendenfonds lässt sich
übrigens das Portemonnaie regelmäßig füllen.

Wer auf Ausschüttungen setzt, findet derzeit am europäischen und
am deutschen Aktienmarkt einen reichlich gedeckten Tisch. So
offeriert der Euro Stoxx 50 eine erwartete Dividendenrendite für das
kommende Jahr von rund 3,5% und der Dax eine von mehr als 3%.
Attraktiv sind diese Zahlungen vor allem aufgrund des anhaltenden
Niedrigzinsumfelds in Euroland. So weist Andreas Hürkamp von der
Commerzbank darauf hin, dass die Dax-Dividendenrendite nicht nur sehr
deutlich über der von Bundesanleihen, sondern auch mehr als 200
Basispunkte über der Rendite von BBB-Euro-Unternehmensanleihen liegt.
Vor diesem Hintergrund sei der Dax relativ attraktiv bewertet.

Doch wie werden sich die Ausschüttungen für das Geschäftsjahr 2018
entwickeln? Schließlich füllen die entsprechenden Dividenden dann im
kommenden Jahr den Geldbeutel der Aktionäre. Hier schaut es
ausgesprochen gut aus. Auch wenn das Wirtschaftswachstum sich
verlangsamt hat und auch mehrere Firmen Gewinnwarnungen abgeben
mussten, so dürften die Erträge der Unternehmen für 2018 auch in
Euroland und Deutschland ansteigen. Ohnehin erweisen sich Dividenden
als relativ stabile Größe, eine Gefahr stellt für die Ausschüttungen
ein scharfer wirtschaftlicher Einbruch dar, der derzeit nicht in
Sicht ist. Für die Dax-Konzerne erwartet die Commerzbank gar für die
nächste Hauptversammlungssaison einen Anstieg der Ausschüttungssumme
um 5% auf 38,6 Mrd. Euro. Selbst wenn die Dividenden etwas niedriger
als derzeit erwartet ausfallen sollten, so ist doch ein erneutes Plus
wahrscheinlich.

Vor diesem Hintergrund stellen sommerliche Einbrüche am
Aktienmarkt nicht nur für Dividendenfreunde eher Kaufgelegenheiten
dar. Denn dadurch würden die Ausschüttungsrenditen, die dann meist ab
Herbst wieder verstärkt in den Fokus rücken, noch weiter ansteigen.
Attraktive Dividendenrenditen finden sich derzeit bei etlichen
Einzeltiteln. Allerdings müssen Anleger sogenannte Dividendenfallen
beachten. Häufig sind sehr hohe Ausschüttungsrenditen auf
Schwierigkeiten eines Unternehmens zurückzuführen. Diese Titel gilt
es zu meiden. Attraktiv sind Werte mit stabilen Geschäftsmodellen
sowie mit über die Jahre steigenden oder zumindest gleich bleibenden
Dividenden, wie sie zum Beispiel die DZ- Bank als Aristokraten
herausstellt.

Auf Basis der Erwartung für die nächste Ausschüttung bieten dabei
Aristokraten wie Allianz, Deutsche Euroshop und BASF ansprechende
Dividendenrenditen von 4,9%, 4,9% sowie 3,8%. Und konstante
Auszahler wie Münchner Rück, Hannover Rück oder Hamborner Reit
kommen auf Renditen von 5,2%, 4,7% sowie 5%. Selbst eine Vonovia
bietet 3,5% nebst dem Einstieg in den deutschen Immobilienmarkt. Ist
dann im kommenden Jahr der Geldbeutel durch die Ausschüttung gefüllt,
folgt ein Jahr darauf die nächste Zahlung. Rockefeller hat Recht:
Dividenden machen Freude.

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