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Porsche Diesel manipuliert? So wehren Sie sich gegen Fahrverbot und Rückruf

Gastautor: Roland Klaus
21.07.2018, 08:53  |  1133   |   |   

Porsche scheint einen traurigen Rekord aufzustellen. Nach einem SPIEGEL-Bericht gibt es kein Diesel-Modell, das nicht manipuliert wurde. Besitzer haben mehrere Möglichkeiten, die Rückgabe eines Fahrzeugs zu erzwingen.

In Kürze stehe ein weiterer Rückruf für das Modell Panamera an, heißt es in dem Bericht. Grundsätzlich haben geschädigte Diesel-Fahrer drei Möglichkeiten, sich gegen Fahrverbote und Wertverluste ihrer Fahrzeuge zu wehren.

Gewährleistungsansprüche

Diese Ansprüche richten sich gegen den Verkäufer des Autos - in der Regel also gegen den Händler. Sie können so begründet werden, dass die Abgasmanipulationen und ggf. auch ein inzwischen erfolgtes Software-Update dafür sorgen, dass das Auto nicht mängelfrei ist. Das OLG Köln hat kürzlich entsprechend entschieden. Für Gebrauchtwagen gilt ein Jahr Gewährleistungsfrist, für Neuwagen zwei Jahre. Danach ist ein Vorgehen an dieser Stelle nicht mehr möglich. Es bleiben jedoch noch weitere Optionen.

Schadensersatzansprüche

Da mittlerweile die Manipulationen bei Porsche nachgewiesen sind, kommen Schadensersatzansprüche in Frage. Für Schadensersatzansprüche gegen Volkswagen und Porsche gilt eine Verjährungsfrist von drei Jahren, jeweils zum Jahresende. Daher ist hier das Jahresende 2018 der entscheidende Stichtag, zumindest wenn es um Fahrzeuge aus dem VW-Konzern geht. Bei anderen Herstellern, die ebenfalls in der Diskussion stehen, können sich spätere Verjährungszeitpunkte ergeben.   

Widerruf von Kredit- oder Leasingverträgen

Die wohl besten Chancen gegen Wertverlust und Fahrverbot vorzugehen, haben alle, die den Kauf des Autos per Kredit und Leasing finanziert haben. Mehrere Gerichtsurteile bestätigen, dass die Finanzierungsverträge Formfehler beinhalten, die einen Widerruf auch Jahre nach dem Kauf ermöglichen. Ganz wichtig: Dieses Vorgehen ist für alle möglich, die ein Auto finanziert haben – unabhängig von Marke oder Motorenart. Somit können auch Besitzer von Fahrzeugen, die nicht aus der Volkswagen/Porsche-Gruppe stammen, den Widerruf ihrer Finanzierung erklären. Und das Beste: Hier gibt es keine Verjährungsfrist!

 

Betroffene Autobesitzer sollten individuell prüfen lassen, welche Möglichkeit für sie in Frage kommen und wo die Erfolgsaussichten am besten sind. Zudem gilt es abzuwägen, welche Kosten mit einem Vorgehen verbunden sind. Die Interessengemeinschaft Widerruf bietet die kostenlose und unverbindliche Prüfung der Ansprüche durch erfahrene Anwälte. Ergibt die Prüfung, dass gute Chancen bestehen, können Verbraucher ihre Ansprüche mit Hilfe dieser Anwälte umsetzen. Häufig übernehmen Rechtsschutzversicherungen die Kosten. Teilweise können diese Versicherungen sogar noch vor Beginn des Verfahrens abgeschlossen werden.

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