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DAX - Welche Richtung nach Verfallstag?

23.07.2018, 07:00  |  1316   |   |   

Die Marke von 12.550 Punkten sollte nicht mehr unterschritten werden und der DAX nach dem Verfallstermin wieder Kurs nach oben nehmen. Das hat alles so gepasst. Störfeuer kam dann aber aus Washington, wo US-Präsident Donald Trump per Twitter-Tweet erneut den Handelsstreit mit China anfachte. Trump drohte mit Zöllen auf alle chinesischen Waren.

Charttechnisch betrachtet hat der DAX über 12.400 Punkten die Chance eines weiteren Anstiegs und einer Fortsetzung der Erholung über 12.630/12.650 Punkte. Unter 12.400 Punkten würde auch der aktuelle Trendkanal nach unten verlassen werden und sich die Lage deutlich eintrüben. Dann wohl mit Kursrutsch auf 12.270 Punkte.

Fazit: Über 12.400 Punkte weiter mit Anstiegschancen, über 12.630 Punkten langsame Aufhellung der Lage und weiterer Anstieg bis 12.700 und 12.870 Punkte.

Exkurs zum Handelskonflikt:

Mr. President will einen Deal mit Peking machen und erhöht den Druck weiter bis dort größere Verhandlungsbereitschaft besteht. Bei aller berechtigten Kritik an Donald Trump, auch China hat keine zimperlichen Handelsmethoden. Das ist bekannt. Kritik oder konkrete Maßnahmen gibt es dazu wenig. Und auch die EU schottet sich stark gegen US-Importe ab. Das wird leider kaum erwähnt. Lesenswert ist in diesem Zusammenhang unter anderem diese ifo-Untersuchung,

https://www.cesifo-group.de/DocDL/sd-2018-06-felbermayr-zoelle-2018-03-22.pdf

Demzufolge handelte die EU zum Zeitpunkt der Studie protektionistischer gegenüber den USA. Bei manch anderen Kritikpunkten Trumps ist es ähnlich. Zum Beispiel was die Verteidigungsausgaben der Nato-Mitgliedsstaaten angeht. Ob 2% vom BIP nun angemessen sind, darüber kann man natürlich streiten. Am besten ist es das Geld für Bildung, Infrastruktur usw. auszugeben. Keine Frage. Da gibt es in Deutschland genug zu tun.

Aber letztendlich ist die Nato eine Art Versicherung. Alle Mitgliedsländer stehen im Fall der Fälle für das andere Mitglied ein. So wie alle Versicherten für einen Schadensfall oder einen Krankheitsfall in einer Versicherung einstehen. Auch wenn es sie gar nicht getroffen hat. Und auch für eine Versicherung müssen die Mitgliedsbeiträge bezahlt werden. Interessant zu diesem Thema ist folgende Studie des Deutschen Bundestages,

https://www.bundestag.de/blob/503294/493c4e3a31e0705bd3b62a77d449bc76/wd-4-025-17-pdf-data.pdf

Das man sich dem verweigert und sich auf der militärischen Stärke der USA ausruht, würde ich persönlich als unfair bezeichnen. Die Höhe ist wie gesagt diskussionswürdig, aber warum hat Berlin dann zugestimmt sich "auf 2% zuzubewegen", wenn man die 2% eigentlich nie erreichen will. Dann wäre es ehrlicher gewesen dieses Ziel abzulehnen und ein niedrigeres in den Raum zu stellen. Und dass die aktuellen Ausgaben wohl nicht reichen, darauf deutet der Zustand der Bundeswehr hin, die wie alle Parteien unisono bestätigen, nicht einsatzfähig ist.

Es geht mir um sachliche Kritik und eine nüchterne Betrachtung von Trumps Forderungen. Das wird, bei aller berechtigten Kritik, oft zu einseitig gesehen. Allein mit Trump-Bashing ist niemandem geholfen.

Aktuelle DAX-Lage

DAX noch im Long-Modus.

DAX bei 12.560 Punkten, vorbörslich bei 12.545 Punkten.

Indikatoren long.

Über 12.400 Punkten Kursanstieg bis 12.640/12.650 Punkte möglich.

Über 12.650 Punkten weiterer Anstieg bis 12.700 und 12.870 Punkte erwartet.

Monatschart: Unter 12.800 Punkten notiert der DAX noch unter dem langfristigen Fibonacci-Fächer!

Historische Saisonalität

In US-Zwischenwahljahren (DAX): Kursrückgang von Anfang Mai bis Anfang Oktober.

Gebert-Börsenindikator (Juli)

Langfristiger Börsenindikator nach Gebert: Verkaufen (Vormonat Juni: Kaufen).

(Dieser Börsenindikator berücksichtigt monatlich die Inflations- und Zinsdaten, den Euro/Dollar-Kurs und die Saisonalität. Anhand der Daten signalisiert der Indikator langfristige Kauf- und Verkaufssignale für den DAX.)

Big Picture

Unter dem langfristigen Fibonacci-Fächer im Monatschart bei 12.800 Punkten, könnte ein Kursrückgang bis 10.500 Punkte folgen.

Sentiment

DAX (Woche 30)

Sentiment in laufender Woche erneut mit leichter Mehrheit für die Bullen. Etwas bärisch zu werten.

VDAX-New

VDAX-New der Deutschen Börse (20. Juli 2018): Bei 15,61% (Vortag 14,45%). Unter 17% kaum stärkere Abwärtsbewegung!

Zonen: Tiefe Werte unter 17%, Norm 17 bis 27%, Angst und Panik über 27%.

(Der VDAX-New zeigt die Volatilität im DAX an. Dreht der VDAX-New von sehr hohen Werten nach unten ab, ist mit steigenden Kursen zu rechnen. Dreht der VDAX-New von sehr tiefen Werten wieder nach oben über 17% ab, ist verstärkt mit fallenden Kursen zu rechnen. Der VDAX-New ist dabei als Indikator für fallende Kurse besser geeignet. Um 12-13% Verlaufshoch wahrscheinlich.)

USA

1. CNN Money's Fear & Greed Index (20. Juli 2018): Bei 53 (Vortag 50) Punkten, Modus "Neutral".

(Skala von 0 - 100, bei "Extreme Greed" vorsichtig mit Longs werden, bei "Extreme Fear" vorsichtig mit Shorts werden, Kontraindikator)

Abbildung: Fear & Greed Index von CNN Money

(Quelle: http://money.cnn.com/data/fear-and-greed/)

2. CBOE Index Put/Call Ratio (20. Juli 2018): 1,59, Vortag 1,25.

(Wert größer als 1 deutet auf eher negatives Sentiment hin, was bullisch zu werten ist, Kontraindikator)

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