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Börse: Quick-Win noch vor den Zwischenwahlen?

Gastautor: Thomas Hellener
23.07.2018, 07:21  |  5450   |   |   

Auch wenn sich die Anleger derzeit auf die Unternehmenszahlen zum zweiten Quartal wie die von SAP, Ebay, Alcoa oder auch American Express konzentrieren, so liegt doch der Handelsstreit der USA mit dem Großteil der Welt wie Blei auf den Märkten. Vor allem der Konflikt zwischen Washington und Peking sorgt für dauerhafte Verunsicherung bei den Marktteilnehmern, aber auch die Auseinandersetzungen mit den Mitgliedern des nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA und der EU. Diese werden uns wohl auch noch länger beschäftigen – mindestens bis zu den US-Zwischenwahlen im November.

Was bedeutet das aber nun im Einzelnen? Darüber hat sich auch das Management unseres global investierenden Mischfonds PRIMA – Globale Werte intensiv Gedanken gemacht. Frank Fischer und Yefei Lu gehen dabei von verschiedenen Szenarien aus: Sie sehen zum Beispiel aktuell kein größeres Problem in der NAFTA-Auseinandersetzung. Es gebe einfach zu viele Mexikaner in den USA, die vor den Wahlen nicht vergrault werden sollen.

Ist ein „Autoabkommen" die Lösung?

Gegenüber der EU könnte es sogar wieder einen positiven Schub geben, wenn man beim Thema Autozölle eine einvernehmliche Regelung fände. Die Autokonzerne um Daimler, BMW und VW haben ja bereits erste Signale ausgesendet. So wird auf beiden Seiten des Atlantiks über ein reines Autoabkommen nachgedacht. Dahinter steht der Versuch, amerikanische Strafzölle auf Autos aus Europa doch noch abzuwenden. Trump lässt zwar gerade prüfen, ob der Import von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen die nationale Sicherheit der USA gefährdet. In diesem Fall droht ein Einfuhrzoll von 25 Prozent. Dies wäre die nächste Eskalationsstufe im Handelskrieg. Das Autoabkommen soll dies aber verhindern – und zwar mit einem radikalen Vorschlag: Zölle auf Autos und Autoteile sollen auf beiden Seiten des Atlantiks auf null gesenkt werden.

Quick-Win für Trump?

Würde dies gelingen, wäre es eine klassische Win-Win-Situation. Deshalb besteht hier durchaus die Möglichkeit, dass es zu einer wie auch immer gearteten Lösung kommt. Das ist aber leider keine Sache, die von der Autoindustrie verhandelt wird, sondern von der EU-Kommission, was die Sache nicht einfacher macht. Wenn es aber zu einer Einigung kommt, wäre das ein Quick-Win für US-Präsident Donald Trump, der genau pünktlich zu den Wahlen kommen würde. Und nicht zu vergessen: Es würde für alle Beteiligten Sinn machen.

China bleibt der große Gegner

Im Verhältnis USA-China stellt sich die Situation allerdings ganz anders dar. Trump wird durch die Märkte in seiner Haltung gegenüber Peking bestätigt, denn der Russel 3000 steigt weiterhin, während die Aktienmärkte in China fallen. Hier besteht also durchaus Rückenwind für Trump, weiterhin hart zu bleiben. Hinzu kommt, dass in der Trump-Administration eigentlich nur noch Hardliner sitzen, die gegenüber Peking nicht von ihrer Linie abrücken werden. Doch bis September dürfte es an dieser Front noch relativ ruhig  bleiben. Erst ab September, wenn es auf die Wahlen zugeht, dürfte sich die Stimmung wieder aufheizen.

Was bedeutet die Situation für das Portfolio des PRIMA – Globale Werte? Es wurden in den letzten Wochen einige Firmen neu dazugekauft, bzw. einige Positionen aufgestockt, wobei darauf geachtet wurde, dass diese Unternehmen nicht zu sehr von den globalen Handelsbeziehungen und den internationalen Lieferketten abhängig sind. Das gilt etwa für Unternehmen an der Nasdaq. Die müssen keine Waren wie Stahl, Aluminium oder ähnliche Produkte einkaufen, ihre Umsätze und Gewinne hängen je nach Geschäftsmodell allein an den Werbeeinnahmen. Das macht sie etwas unabhängiger.

Alibaba und Ctrip.com sind übriggeblieben

Was China angeht, so wurden alle Positionen mit Ausnahme von zwei Titeln abgebaut. Dabei wurde darauf geachtet, dass diese Portfolio-Firmen nur chinesische Produkte an chinesische Kunden verkaufen. Eine davon ist Alibaba als führendes E-Commerce-Portal, das überwiegend heimische Produkte an inländische Kunden verkauft. Die andere ist die Baidu-Beteiligung und Chinas größter Online-Reiseanbieter Ctrip.com. Hier sind die Kunden ebenfalls vorwiegend chinesische Touristen, also vom globalen Einfluss mehr oder weniger nicht betroffen. Hier zeigt der Trend weiterhin nach oben, denn Chinesen werden immer wohlhabender – und da stehen Reisen immer mehr im Fokus.

Noch ein abschließendes Wort zu den Zahlen zum zweiten Quartal. Hier erwarten Fischer und Lu vor allem für die USA durchweg positive Bilanzen. Es wird aber sehr viel davon abhängen, welche Ausblicke die Unternehmen geben. Das heißt: Bei den Conference Calls muss genau hingehört werden. Diese Ausblicke werden das alles Entscheidende sein. Das gilt auch für die Zahlen zum dritten und vierten Quartal.

 

 

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Kommentare

Die Amerikaner haben den deutschen Autobauern im Dieselskandal schonmal Dampf gemacht (sonst wäre den Betrügern im VW-Konzern in Deutschland wahrscheinlich gar nichts passiert.) Ist doch gut, wenn jetzt mal der alte EU-Laden aufgemischt wird. Quick-win können wir alle gut gebrauchen :)

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