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Aktien Frankfurt: Anleger lassen Vorsicht walten
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Anleger lassen Vorsicht walten

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
23.07.2018, 15:03  |  1098   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Handelskrieg und Drohungen der USA gegen den Iran haben dem deutschen Aktienmarkt einen holprigen Wochenbeginn eingebrockt. Der Dax verlor am Montagnachmittag 0,17 Prozent auf 12 540,56 Punkte. Für den MDax ging es um 0,23 Prozent nach unten auf 26 512,17 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,12 Prozent auf 2875,31 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone verbuchte ein Minus von rund 0,2 Prozent.

Gerade als der Markt endlich wieder an positiver Dynamik gewonnen habe, hätten neue Strafzoll-Aussagen von US-Präsident Donald Trump gegen China die sommerliche Börsenerholung abgewürgt, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. "Dabei muss es nicht einmal zu einem richtigen Handelskrieg kommen. Die Unsicherheiten rund um das Thema genügen schon, um das Geschäftsklima zu drücken und so einen direkten Effekt auf die reale Wirtschaft zu haben", so Cutkovic.

Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer haben am Wochenende vor Gefahren für die Weltwirtschaft gewarnt. "Dass sich die G20-Finanzminister auf eine gemeinsame Abschlusserklärung einigen konnten, ist ein gutes Zeichen", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Trump habe jedoch mit seiner Drohung gegen den Iran "die nächste politische Großbaustelle aufgemacht". Trump hatte den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani am Wochenende mit martialischen Worten vor einem Streit mit den USA gewarnt.

Unter den Einzelwerten standen unter anderem die Papiere der Lufthansa mit einem Verlust von 2,9 Prozent als Dax-Schlusslicht im Fokus. Überraschend schwache Quartalszahlen von Ryanair belasteten auch die Aktien von anderen europäischen Fluggesellschaften. So verloren die Titel von Air France-KLM , IAG und Easyjet zwischen 1,7 und 2,5 Prozent. Die Ryanair-Papiere selbst gingen um 5,8 Prozent zurück.

Aktien der Deutschen Post weiteten ihre Verluste vom Freitag aus und fielen um 2,1 Prozent auf 28,32 Euro. Laut der "Bild am Sonntag" hat Vorstandschef Frank Appel in einer Mitarbeiterzeitung zu verstärkten Anstrengungen bei der Sanierung des kriselnden Brief- und Paketgeschäfts aufgerufen. "Das führt Anlegern noch einmal vor Augen, wie schlecht es in diesem Segment läuft", sagte ein Händler.

Zu den Gewinnern im Dax gehörten die Papiere der Versorger Eon und RWE . Eon legten um 1,7 Prozent zu, RWE stiegen um 0,4 Prozent. Grundsätzlich profitierten die Versorger von weiter steigenden Strompreisen, sagte ein Händler.

Eine optimistische Studie von Kepler Cheuvreux trieb den Kurs von Thyssenkrupp an der Dax-Spitze um 3,1 Prozent nach oben. Die Investmentbank hatte ihr Kursziel von 26 auf 35 Euro erhöht und ihre Kaufempfehlung für die Papiere des Industriekonzerns bekräftigt. Am Donnerstag und Freitag hatten die Aktien noch insgesamt 4,5 Prozent eingebüßt.

Die Anteilsscheine von Wirecard stiegen nach einer Studie der US-Investmentbank Goldman Sachs um rund 1,6 Prozent. Analyst Mohammed Moawalla hob das Kursziel von 168 auf 200 Euro an und beließ die Aktien auf der "Conviction Buy List". Er begründete dies mit seinen erhöhten Gewinnschätzungen für den Zahlungsdienstleister und traut den Papieren ein Aufwärtspotenzial von fast 30 Prozent zu.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,16 Prozent am Freitag auf 0,20 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,21 Prozent auf 141,26 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,04 Prozent auf 162,40 Punkte nach. Der Euro notierte zuletzt stabil bei 1,1725 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1670 (Donnerstag: 1,1588) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8569 (0,8630) Euro gekostet./edh/fba

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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