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Ausblick Krisen-Barometer: Drei apokalyptische Reiter bedrohen deutsche Wirtschaft

24.07.2018, 12:13  |  10818   |   |   

Die deutsche Wirtschaft sollte sich besser jetzt schon auf den großen Sturm einstellen, der in den nächsten zehn Jahren auf Deutschland und die anderen Industriestaaten zu kommen wird. Es wird deutlich ungemütlicher.

Manager in den Industriestaaten müssen sich vor allem auf drei große Herausforderungen in der nächsten Dekade einstellen: "eine rapide alternde Bevölkerung, einen beispiellosen Technologieboom und zunehmende Ungleichheit", so dass Kernergebnis der aktuellen Studie "Labor 2030: The Collision of Demographics, Automation and Inequality", die die Unternehmensberatung Bain & Company erstellt hat.

Die Autoren sagen eine "lang anhaltende Phase von massiven ökonomischen und politischen Umwälzungen" voraus. Es käme zu "enormen Turbulenzen sowie Instabilitäten in Wirtschaft und Gesellschaft". "Die kommende Dekade wird geprägt sein durch ein ungewöhnlich hohes Niveau an Volatilität", wird Walter Sinn, Deutschlandchef von Bain & Company in der Pressemitteilung zitiert.

Schon zu Beginn der 2020er-Jahre würden Arbeitskräfte verstärkt zur Mangelware. In den USA nehme dann die Zahl der Erwerbstätigen nur noch minimal zu, in Westeuropa gehe sie sogar zurück, so ein Ergebnis der Bain-Studie. Unternehmen investieren zunehmend in neue, vor allem digitale Technologien, auch um den Schwund von Arbeitskräften zu kompensieren. Dabei überholt die Arbeitsproduktivität die Nachfrage. In der Folge werden weniger Arbeitsplätze benötigt. "Bis zu 25 Prozent aller Jobs könnten in den USA abgebaut werden", schreiben die Autoren.

Das deutsche Schiff hat laut der Studie recht wetterfeste Aufbauten, um durch den heraufziehenden Sturm zu segeln. Deutschland baut Maschinen und Anlagen für die Modernisierung der Weltwirtschaft. Aber auch hierzulande gehören nur etwa 20 Prozent der Berufstätigen zu den Gewinnern der Modernisierungswelle. Die meisten Arbeitnehmer zählen zur breiten Mittelschicht, die in den kommenden zehn Jahren immer mehr unter Druck gerät. Die bereits bestehende Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen wird weiter zunehmen. Unterm Strich entsteht eine Wachstumsbremse für Unternehmen, die bei weniger Investitionen in die Rezession führt, schlussfolgern die Studienautoren.

Weitere Risikofaktoren für Unternehmen in den nächsten zehn Jahren sind erhebliche Zinsschwankungen und instabile politische Situationen, die durch soziale Ungleichheiten befeuert werden könnten. Dazu kommen finanzpolitische Gefahren, wie eine striktere Regulierung der Märkte, ein verschärftes Kartellrecht und höhere Steuern.

Quellen:

Bain

 



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