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Ryanair geht zum Gegenangriff über Arbeitskampf bei Ryanair geht weiter

26.07.2018, 15:27  |  1916   |  11   |   

Der Arbeitskampf beim Billigflieger Ryanair geht in die nächste Runde. Das Management fährt nun starke Geschütze auf und droht mit Stellenstreichungen. Der Streik wirkt sich indes negativ auf die Ryanair-Aktie aus.

Der Streik des Kabinenpersonals beim Billigflieger Ryanair geht weiter. Die Flugbegleiter fordern laut "dpa" mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen. Zahlreiche Verbindungen von und nach Belgien, Spanien und Portugal wurden gestrichen. Mehr als 50.000 Passagiere sollen insgesamt betroffen sein.

Mitten im Streik geht das Ryanair-Management nun zum Gegenangriff über und droht mit Stellenstreichungen in Irland. In Dublin wolle man sechs von 30 Maschinen abziehen und nach Polen verlagern. 300 Arbeiternehmer wurde geraten nach Polen umzuziehen, da sie sonst ihren Arbeitsplatz verlieren würden. Dies berichtet das Nachrichtenportal "Bloomberg". Ein Sprecher der Fluggesellschaft lehnte eine Stellungnahme bisher ab.

Brian Strutton, Generalsekretär der British Airline Pilots Association, sagte in einer Erklärung am Mittwoch gegenüber "Bloomberg": Ryanairs Entscheidung, Arbeitsplätze zu kürzen und Flugzeuge von Dublin nach Polen zu verlegen "könnten irische Piloten und andere Menschen als Strafe für die Teilnahme an Streiks deuten. Dies macht keinen guten Eindruck und dürfte die Situation noch weiter verschärfen [. . .]".

Bereits gestern hatte Ryanair wegen des Streiks 500 Verbindungen hauptsächlich in Spanien abgesagt, so die "ARD". Besonders kurzfristige Streichungen sorgten für Unverständnis und Ärger bei den Kunden. Deutsche Gewerkschaften haben bisher keinen Arbeitskampf ausgerufen. Bei der Vereinigung Cockpit laufe derzeit aber eine Urabstimmung bis Ende Juli 2018.

Das "Handelsblatt" berichtet unterdessen, dass Ryanair seine Kunden nach dem Streik nicht entschädigen will. Wegen der "außergewöhnlichen Umstände" werde man nicht zahlen, so Ryanair. Laut EU-Recht sei dies legal solange "die Gewerkschaft unangemessen und völlig außerhalb der Kontrolle der Fluggesellschaft handelt". Verbraucherschützer kritisieren indes die Haltung von Ryanair.

Der Streik wirkt sich negativ auf die Ryanair-Aktie aus. Das Papier steht derzeit im Xetra-Handel fast zwei Prozent im Minus (Stand: 26.07.2018, 14:22:03 Uhr):

Ryanair Holdings

Quellen:

ARD
Bloomberg
Dpa
Handelsblatt



11 Kommentare

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Kommentare

Ich finde, Michael O'Leary darf sein Lebenswerk ganz alleine auch wieder zerstören - wäre ja nicht der Erste damit:

Bild: 1213_20180809212720_ryan

(der Chart ist nicht ganz historisch vollständig, aber reicht hier...)


=> öffentlich einen Teil seiner Angestellten "glorified taxi drivers" und "overpaid peacocks" zu nennen, hilft dabei

=> da nutzt das Zahlen von Dividende seit 20?? auch nichts mehr
O' Leary hat kommenden Streik den NL Richter vorgelegt. Dort bekommt er was er wollte. O' Leary kennt doch nur Gesetze Irlands? Warum nicht ein Richter Irlands??? Das nennt man ja Opportunismus oder cherry picking, herr O' Leary!!! :mad::mad:
O'Leary sitzt jetzt im Sackgasse und er weiß das. Keiner will unter Gesetze Irlands leben wenn er oder sie nicht dort lebt. EU ist feige daß sie alles zuläßt.
Finde ich gut, dass O'Leary sich von den Gewerkschaften nicht erpressen läßt.

Langfristig ist es besser, solche Streiks hinzunehmen, als sich erpressen zu lassen. Denn wenn Ryanair den Gewerkschaften einmal nachgibt, denken die, dass sie fordern können, was sie wollen und werden immer gieriger.

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