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Börse Stuttgart-News Trend am Mittag

Gastautor: Börse Stuttgart
27.07.2018, 16:32  |  605   |   |   

STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Euwax Trends an der Börse Stuttgart

Trump-Juncker-Deal hat Stimmung verbessert

DAX baut Gewinne aus

- Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion -

Die Erleichterung über den Deal zwischen den USA und der EU im aktuellen Handelskonflikt war auch an den Aktienbörsen zu spüren. Nachdem der DAX gestern bereits deutlich zugelegt hatte, setzt er seine Aufwärtsbewegung auch heute fort.

So notiert das deutsche Börsenbarometer aktuell bei 12.882 Punkten mit 0,6 Prozent im Plus. Dies bedeutet auf Wochensicht immerhin schon ein Plus von rund drei Prozent.

Die optimistischere Stimmung an den Börsen Kontinentaleuropas war ausgelöst worden, nachdem US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Mittwochabend in Washington beschlossen hatten, Gespräche über die Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter aufzunehmen. Zudem sind wohl mögliche hohe Sonderzölle auf importierte Autos vorerst vom Tisch.

Nachdem es der deutsche Leitindex am Vortag sogar wieder über die Durchschnittslinie der vergangenen 200 Handelstage schaffte, sieht auch die charttechnische Situation wieder etwas besser aus.

Abgesehen vom Handelsstreit sind die Investoren in diesen Tagen auf die laufende Berichtssaison ausgerichtet. Am Nachmittag, um 14:30 Uhr (MESZ), rückt zudem die erste Schätzung zum Wirtschaftswachstum der USA im zweiten Quartal in den Fokus. Gerechnet wird damit, dass die Konjunktur spürbar angezogen hat.

Einfuhrpreise ziehen in Deutschland deutlich an

Die Preise von importierten Gütern haben in Deutschland stärker als erwartet zugelegt. Das Preisniveau lag im Juni 4,8 Prozent über dem Stand des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte. Das ist die höchste Rate seit April 2017.

Analysten hatten im Schnitt mit 4,5 Prozent gerechnet. Im Mai hatte die Rate noch bei 3,2 Prozent gelegen.

Den Statistikern zufolge seien die Importpreise vor allem durch die gestiegenen Energiepreise nach oben getrieben worden. Energieeinfuhren haben sich demnach im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat um 37,6 Prozent verteuert. Beim Rohöl kletterten die Preise sogar um mehr als fünfzig Prozent.

Im Monatsvergleich stiegen die Einfuhrpreise insgesamt um 0,5 Prozent. Auch dies lag über den Markterwartungen.

BASF: Höhere Preise - mehr Wachstum - Anleger enttäuscht

Höhere Preise und Verkaufsmengen haben dem Chemiekonzern BASF im zweiten Quartal einen leichten Schub gegeben.

Gegenwind gab es erneut von der Währungsseite. Der starke Euro zehrte einen Teil der Umsatzzuwächse auf.

Am Markt enttäuschten die Zahlen. Die Aktie liegt aktuell bei 82,25 Euro mit 2,8 Prozent im Minus. Händlern zufolge seien fast alle Sparten in ihrer Geschäftsentwicklung hinter den Erwartungen der Marktteilnehmer zurückgeblieben. Der neue BASF-Chef Martin Brudermüller bestätigte zwar seine Ziele für das laufende Jahr, warnte aber: “Im Verlauf des ersten Halbjahres haben sich die weltwirtschaftlichen Risiken deutlich erhöht.” Dabei verwies er auf die Handelskonflikte zwischen den USA und China sowie den USA und Europa. BASF beobachte dies und mögliche Auswirkungen auf das eigene Geschäft sehr sorgfältig.

In den Monaten April bis Juni erzielte der DAX-Konzern einen Umsatz von knapp 16,8 Milliarden Euro und damit drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie heute in Ludwigshafen mitgeteilt wurde. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um fünf Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zu. Nach Steuern und Anteilen Dritter verdiente BASF knapp 1,5 Milliarden Euro. Das war fast genauso viel wie im Vorjahreszeitraum.

Dem Konzern bereitet momentan vor allem das Öl- und Gasgeschäft wieder Freude. Die kräftig gestiegenen Öl- und Gaspreise sowie höhere Verkaufsmengen sorgten dafür, dass sich das operative Quartalsergebnis bei der Kasseler Tochter Wintershall im Jahresvergleich mehr als verdoppelte.

Zudem erwartet BASF für das Gesamtjahr nun im Schnitt einen höheren Ölpreis als zuvor. Die erneut verhängten US-Sanktionen gegen den Iran und die Kürzungen des OPEC-Kartells hatten den Ölpreis im zweiten Quartal auf neue Höhen getrieben. Im Schnitt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 74 Dollar.

Der Sparte Functional Materials & Solutions bereiteten hingegen erneut gestiegene Rohstoffpreise Sorgen. Zu dem Geschäftsbereich gehören Katalysatoren, Bauchemikalien und Fahrzeuglacke.

Für einen leichten Ergebnisrückgang sorgte die Abschaltung von Anlagen im Geschäft mit Basischemikalien.

Im Agrochemiegeschäft verdiente BASF dank besserer Margen wieder etwas mehr. Diesen Bereich wollen die Ludwigshafener durch einen Milliarden-Deal kräftig ausbauen. BASF wird von dem Rivalen Bayer bestimmte Pflanzenschutzmittel, verschiedene Saatgut-Arten und das Digital-Farming-Geschäft übernehmen. Bei Digital Farming geht es etwa um das computergesteuerte Ausbringen von Saatgut- und Pflanzenschutzmitteln. Bayer muss diese im Zuge der Mega-Übernahme von Monsanto abgeben. BASF will die Übernahme der Bayer-Geschäftsteile im August abschließen. Noch fehlen aber die Genehmigungen wichtiger Kartellbehörden.

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