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Don´t panic! 5 Wege in die CFD-Zukunft nach ESMA

31.07.2018, 11:55  |  1489   |   |   

Panik ist fehl am Platz - die meisten CFD/FX-Trader wissen gar nicht wirklich, was die ESMA-Restriktionen bedeuten. Wir beleuchten die Situation und zeigen Auswege.

Der 1. August steht vor der Tür. Schon Ende letzter Woche haben die meisten Broker neue Positionen nur noch zu den dann viel niedrigeren Hebeln erlaubt. Viele Einsteiger mit Kontogrößen im niedrigen vierstelligen Bereich, sehr aktive Scalper sowie Nutzer automatisierter Handelssysteme zeigen Paniksymptome. Dabei ist die Lage halb so schlimm, wie die gesammelten Erfahrungsberichte und unsere eigenen Experimente zeigen. In diesem Artikel findet ihr Lösungen die bereits auf dem Tisch liegen bzw. in Kürze angeboten werden.

Wie diverse Umfragen zeigen, hat sich ein Großteil der CFD/FX-Trader bereits mit den neuen Hebeln arrangiert. Entweder weil man auch mit der neuen, höheren Margin den Kontostand nicht ausreizt. Oder weil einfach mehr Kapital eingezahlt wird, um mit den gewohnten Stückzahlen handeln zu können. Nur ein ganz geringer Prozentsatz spielt mit dem Gedanken das Trading einzustellen oder auf andere Instrumente zu wechseln. Und der Rest versucht über die Einstufung als professioneller Trader oder den Gang zu einem Offshore-Broker die gewohnten hohen Hebel nutzen zu können.

Dieses Thema ist großteils sensibel. Weil die Broker nicht von sich aus deklarieren können, wie kulant sie Anträge für den Status als prof. Trader handhaben, oder ob und wie man sich zu Offshore-Niederlassungen verschieben lassen kann. Deshalb lassen wir die Aussagen verschiedener Tester und alles was wir per Telefon, Mail, Social Media und Whatsapp in Erfahrung bringen konnten für sich sprechen. Und wo es möglich war, haben wir die entsprechenden Behauptungen versucht zu bestätigen oder zu widerlegen.

An dieser Stelle der Aufruf an dich, lieber Leser, uns und allen anderen betroffenen Tradern zu helfen: bei welchen Brokern kannst du nachfolgende Aussagen bestätigen oder widerlegen, oder welche Broker sind noch gar nicht genannt, zu denen du einen Beitrag liefern könntest? Gerne per Mail an uns oder einfach unten ein Kommentar hinterlassen. Der Artikel wird dann laufend aktualisiert.

1. Business as usual

Die aufgeregten Stimmen wider ESMA bzw. "die da oben" finden momentan viel Gehör, wütende Bürger sind immer ein gefundenes Fressen für Medien und soziale Netze. Dass wir auch keine Fans der Restriktionen sind sollte bekannt sein. Der Verzicht auf die Nachschusspflicht bzw. eine Hebelbeschränkung auf 100:1 oder sogar 50:1 hätte dem Anlegerschutz locker genüge getan. Stattdessen werden Kleinanleger gegängelt, zu anderen Handelsinstrumenten getrieben die entweder wieder eine Nachschusspflicht intus haben (Futures) oder schlicht teuer und intransparent sind unserer Erfahrung nach (Optionsscheine & Zertifikate).

Allerdings kommt es nicht von ungefähr, dass die neuen Hebel die meisten erfahreneren Trader ziemlich kalt lassen. Weil diese sich der wichtigsten Regel für nachhaltigen Tradingerfolg bewusst sind: Kapitalerhalt = Risikomanagement über alles.

Gänzlich kalt lassen die ESMA-Maßnahmen etwa die Aktien-CFD-Trader. Diese haben ohnehin bereits mit 10-20 % Margin leben müssen, Letzteres entspricht dem neuen generellen Höchstlimit von Hebel 5:1.

Beispiel EUR/USD: Nehmen wir einen Daytrader im beliebtesten FX-Währungspaar, der mit 20 Pips Stopp arbeitet. Gehandelt wurde bisher mit einem Mini-Lot pro Trade, also 10.000 Einheiten. 1 Pip bewegt damit 1 USD.

Sein Stopp-Loss von 20 Pips macht also ein Verlustrisiko von 20 USD aus. Der Kontostand beträgt der Einfachheit halber 1.000 USD. Er hat also bisher 2 % seines Kapitals pro Trade riskiert. Was eine ziemlich typische Kennzahl für kleinere Konten ist. Bei einem Wechselkurs von 1,17 musste er bei einem 200er Hebel bisher 58,5 USD Margin blocken für diesen Trade. Zum neuen 30er Hebel sind dann 390 USD nötig. Ist also machbar. Außer man handelt gleichzeitig auch noch andere Basiswerte in ähnlicher Größenordnung, dann wird es eng. Dieses und andere EUR/USD-Beispiele sind in nachfolgender Tabelle dargestellt:

Wie man sieht kein allzu großes Drama für Trader mit Bewusstsein für Money- und Risikomanagement, erst ab 5 % Risiko wäre der Trade nicht mehr machbar.

Nicht ganz so entspannt sieht es hingegen beim beliebten GER30-Index aus. Zugrunde gelegt wird ein Kurs von 12.500 Punkten und eine mögliche Stückelung ab 0,1 CFD:

Schon 3 % sind hier künftig nicht mehr praktikabel. Aber auch hier bleibt zu sagen: das große Drama gibt es nur für Anleger die

  • mit noch engeren Stopps als in diesen Beispielen arbeiten, also primär Scalper
  • mit viel zu hohen Stückzahlen zocken wollen, wo das Thema Anlegerschutz doch tatsächlich also zufällig doch mal ins Schwarze trifft
  • mehre Positionen gleichzeitig handeln/halten
  • Handelssysteme/Expert Advisors nutzen, die Positionen im Verlust aufstocken. Auch hier kann man einen gewissen Schutzeffekt nicht absprechen, so beliebt diese Vorgehensweisen auch sind
  • aktuell Positionen halten die tief im Verlust notieren. Nicht wenige Broker schreiben auch für laufende Positionen die neuen Hebel vor, d.h. Kapital nachschießen oder Position auflösen

 

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