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Aktien Frankfurt: Dax zollt gutem Lauf Tribut
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Dax zollt gutem Lauf Tribut

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
30.07.2018, 15:09  |  949   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Dem Dax ist nach seiner jüngsten Klettertour am Montag die Kraft ausgegangen. Allerdings hielten sich die Verluste beim deutschen Leitindex in Grenzen - auch weil sich die Kurse an der Takt gebenden Wall Street, die zuletzt ebenfalls ihrem guten Lauf Tribut gezollt hatte, wieder stabilisieren dürften. "Die leichte Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und der Europäischen Union hat bei den Anlegern für gute Laune gesorgt", schrieb Martin Chmaj vom Broker GKFX. Nun rücke für den Dax wieder die Marke von 13 000 Punkten in Sichtweite.

Am Nachmittag notierte das Börsenbarometer 0,18 Prozent im Minus bei 12 837,21 Punkten, behauptete sich aber klar über der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie. Am Freitag war er mit dem größten Wochengewinn seit März aus dem Handel gegangen und hatte die vierte Woche in Folge zugelegt. Sollte der Dax seine aktuelle Trägheit überwinden, könnte es im auslaufenden Juli zum besten Börsenmonat seit September 2017 reichen.

Die anderen deutschen Aktienindizes entwickelten sich am Montag unterschiedlich: Während der MDax der mittelgroßen Unternehmen nur 0,05 Prozent auf 26 960,87 Punkte verlor, sank der Technologiewerte-Index TecDax um 0,54 Prozent auf 2936,95 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,25 Prozent auf 3518,19 Punkte.

Zu Beginn einer von Quartalszahlen geprägten Woche ging es auf Seiten der deutschen Unternehmen am Montag eher ruhig los: Mit dem Maschinenbauer Gea und dem Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers legten nur Mitglieder aus der zweiten Börsenreihe aktuelle Geschäftszahlen vor. Zudem stünden im weiteren Wochenverlauf einige Notenbanksitzungen an, erinnerte Analyst Craig Erlam vom Devisenhändler Oanda. Am ehesten einen Blick wert sei die Bank of England, bei der der Markt eine Leitzinserhöhung schon mit einer hohen Wahrscheinlichkeit einpreise.

Die Gea-Titel setzten mit plus 7 Prozent ihren Erholungskurs fort und waren unangefochtener Spitzenreiter im MDax. Sie profitierten davon, dass bei der Vorlage der Quartalszahlen nicht von einer zuvor befürchteten Gewinnwarnung die Rede war. Zudem zeigten die aktuellen Zahlen, dass Gea weiter um seine Margen kämpft, aber gleichzeitig auch mehr Aufträge an Land ziehen und seinen Umsatz steigern konnte. Für die Margenziele wird Gea nun vorsichtiger, für den Umsatz aber optimistischer. Ein Händler lobte die vorgelegten Zahlen als "durch die Bank besser als erwartet".

Dagegen gehörte Siemens Healthineers nach den Quartalszahlen mit minus 3 Prozent zu den größten TecDax-Verlierern. Erst am Donnerstag hatten die Anteilsscheine den bisherigen Höhepunkt ihrer noch jungen Börsengeschichte erreicht. Entsprechend machten Börsianer nicht nur die rückläufige Ergebnisentwicklung, sondern auch die jüngste Stärke der Aktie für den aktuellen Kursrückgang verantwortlich.

Im Dax lag Thyssenkrupp mit einem Minus von anderthalb Prozent weit hinten. Hier belasteten offenbar Aussagen der Krupp-Stiftungs-Chefin Ursula Gather im Nachrichtenmagazin "Spiegel", die einer Aufteilung des Industrie- und Stahlkonzerns eine Absage erteilt hatte. Die Krupp-Stiftung ist mit 21 Prozent wichtigster Großaktionär des Unternehmens.

Derweil legten Deutsche-Bank-Titel an der Dax-Spitze um weitere fast 3 Prozent zu. Sie profitierten von neuen Nachrichten zum Umbau. Laut der "Financial Times" hat das Geldhaus Teile seiner Clearing-Aktivitäten von London nach Frankfurt verlegt. Außerdem berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise, das Geldhaus baue als Teil der geplanten Verkleinerung der US-Aktivitäten in seinem Büro in Chicago Personal ab. "Das neue Management geht den eingeschlagenen Weg der Restrukturierung und des Kostensparens konsequent weiter", kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank die Maßnahmen.

Die Anteilsscheine des Zahlungsdienstleisters Wirecard trotzten der TecDax-Schwäche und pirschten sich mit plus 1,17 Prozent wieder an ihre jüngsten Rekordstände heran. Unternehmenschef Markus Braun stellte in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" ein weiter kräftiges Wachstum in Aussicht.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite um 0,02 Prozentpunkte auf 0,24 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,15 Prozent auf 140,87 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,40 Prozent auf 161,48 Punkte. Der Euro stieg auf 1,1682 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1625 Dollar festgesetzt./gl/jha/

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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