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Aufgedeckt Geheimnis gelüftet: Hedgefonds wettet gegen Nintendo

30.07.2018, 17:30  |  3999   |   |   

Der Nintendo-Aktienkurs fällt seit Monaten. Die Investorengemeinde zerbrach sich den Kopf. Jetzt kommt heraus, dass Melvin Capital Management 402 Millionen US-Dollar auf den Kursverfall gesetzt hat.

Bloomberg-Journalisten bezeichnen Gabriel Plotkin, Leiter des New Yorker Hedgefonds Melvin Capital Management, als "neuen Bösewicht in der Welt von Nintendo". Plotkin und seine Mannschaft wetten mit insgesamt 402 Millionen US-Dollar auf einen fallenden Nintendo-Kurs – und das gegen die Mehrheit der Analysten. Denn von 24 Analysten geben laut "Der Aktionär" 21 eine Kaufempfehlung für die Nintendo-Beteiligung ab. Das durchschnittliche Kursziel liege sogar bei 55.720 Japanischen Yen (JPY). Derzeit notiert das Nintendo-Papier nur bei 37.540 JPY.

Die Spekulanten von Melvin stehen ziemlich alleine da. Der Großaktionär Capital Group nutze laut Bloomberg bereits die Talfahrt des Aktienkurses, um sich preisgünstig mit neuen Nintendo-Anteilen einzudecken.

In den letzten Wochen ging bis zu sieben Prozent des täglichen Handelsvolumens der Nintendo-Aktien auf das Konto von Melvin Capital Management, recherchierten Bloomberg-Journalisten. Der Hedgefonds trug damit erheblich zu den Kursrückgängen bei. Die Aktie fiel um 27 Prozent von ihrem Höchststand im Mai dieses Jahres.

Für das erste Quartal (bis 30.Juni) will Nintendo am kommenden Donnerstag, den 02.08.2018, Zahlen vorlegen. Die Analystengemeinde erwartet nach Angaben des "Aktionärs" Umsätze von 1,44 Milliarden US-Dollar bei Gewinnen von 1,50 US-Dollar je Aktie. Laut "Bloomberg" schätzen Analysten, dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent und das operative Ergebnis um 58 Prozent steigen wird.

Beobachter der Nintendo-Entwicklung konnten sich bis zur Veröffentlichung der Bloomberg-Recherche nicht erklären, warum es beim Aktienkurs nach unten ging. Der Kursverfall steht im Widerspruch zur Unternehmensentwicklung. Die neue "Switch"-Konsole von Nintendo gilt als Gewinnbringer. "Switch" wurde nach seinem Markteintritt im vergangenen Jahr zu einem der meistverkauften Konsolen der Geschichte und verfünffachte den jährlichen Betriebsgewinn von Nintendo, geht aus Bloomberg-Informationen hervor.

Hedgefonds-Manager Plotkin, dessen Team insgesamt sieben Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten verwaltet, will die Gründe für seine Spekulation auf den fallenden Nintendo-Kurs nicht öffentlich erklären, schreiben Bloomberg-Journalisten. Nur so viel: Der Hedge-Fonds verwende einen "fundamentalen" Prozess, um Aktien zu kaufen und zu verkaufen. Die Fondsmanager halten etwa 70 verschiedene Aktien, darunter Electronic Arts und Twitter.

Quellen:

Bloomberg

Der Aktionär

Wertpapier
Nintendo


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