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3D-Waffen Trump gegen Geister-Waffen?

01.08.2018, 10:11  |  1935   |   |   

Einen Tag bevor die Vorlage für den Druck einer 3D-Pistole aufgrund einer Entscheidung der Regierung von Donald Trump online verfügbar ist, stellte gestern der US-Präsident die Frage, ob sie öffentlich verfügbar sein sollte.

In einem verwirrenden Tweet am Dienstagmorgen schien Trump sich gegen 3D-Pistolen zu stellen. "Ich schaue mir 3D-Plastikwaffen an, die an die Öffentlichkeit verkauft werden sollen," schrieb Trump, und weiter: "Ich habe bereits mit der NRA gesprochen, das es nicht viel Sinn macht!".

Hintergrund war, dass die Firma Defense Distributed bekannt gab, dass sie ab Mittwoch - nach einer gerichtlichen Einigung mit der US-Regierung - wieder eine Vorlage für eine druckbare 3D-Waffe auf ihrer Website zur Verfügung stellen wird. Aber der Kommentar des US-Präsidenten zeigt, dass er und die große Waffenlobby nicht die Entscheidung der Verwaltung unterstützen.

In einem Gerichtsvergleich Ende Juni 2018 erlaubten die USA dem Programmierer einer Druckvorlage für eine Plastikpistole, Cody Wilson, die Anleitungen für die Waffen online zu veröffentlichen. Politiker in den USA arbeiten unterdessen daran, druckbare Waffen nach Stadt und Bundesstaat zu verbieten. Ein US-Bundesrichter in Seattle hat jetzt die Veröffentlichung von Software blockiert, die es Verbrauchern ermöglicht, Schusswaffen mit 3D-Druckern zu drucken, so BBC. An der Klage gegen die Trump-Administration haben sich New York, New Jersey, Massachusetts, Connecticut, Pennsylvania, Oregon, Maryland sowie der District of Columbia beteiligt.

Die National Rifle Association (NRA)hatte sich im Vorfeld Lautstark eingemischt. Die NRA-Sprecherin Dana Loesch: "Dies einzuschränken ist ebenso wenig durchsetzbar wie das Verbot von Magazinkapazitäten" und weiter: "Man braucht nur einfache Kenntisse, um es in der Garage selbst herzustellen". 

Der Streit um den 3D-Druck von Waffen im Fall Cody Wilson reicht bis ins Jahr 2013 zurück, als das Außenministerium befahl die Verbreitung der Druckpläne einzustellen. Seinerzeit hatte Wilson die erste 3D-Pistole der Welt vorgestellt. Es folgte ein vierjähriger Rechtsstreit, der im vergangenen Monat überraschend gewonnen wurde. Das US-Justizministerium entschied, dass die Amerikaner die technischen Daten "einsehen, diskutieren, nutzen und reproduzieren" dürfen.

Kritiker sind besorgt, dass es einen massiven Anstieg der so genannten Geisterwaffen geben könnte - unregistrierte Waffen -, von denen die Regierung nichts weiß und die sie nicht zurückverfolgen kann.

Quellen:

The Guardian

BBC



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