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Branchen-Krise "Tal des Todes": Über die Hälfte der Fondsmanager vor dem Aus

01.08.2018, 12:17  |  5427   |   |   

Die fetten Jahre sind für viele Fondsmanager vorbei. Für mehr als die Hälfte der Vermögensverwaltungen geht es um die nackte Existenz, so ein Studienergebnis.

In den nächsten vier Jahren werden vor allem weniger erfolgreiche Vermögensverwalter mit Existenzproblemen kämpfen. Das geht aus der aktuellen Studie "After the Easy Money Boom, Stark Choices for Asset Managers" der Managementberatung Bain & Company (Bain) hervor. "Vielen kleinen und mittelgroßen Vermögensverwaltern ohne wirkliche Alleinstellungsmerkmale droht das Aus. Und diese Firmen stehen für mehr als 50 Prozent des weltweiten Marktvolumens", so Mike Kühnel, Bain-Partner und Co-Autor der Studie.

Aber auch die großen Namen der Branche haben Sorgen. So steckt die DWS, Fondstochter und ehemalige Gewinnmaschine der Deutschen Bank, in der Krise. Der DWS-Aktienkurs lässt kontinuierlich nach, die Gewinne sinken und Anleger zogen zuletzt 4,9 Milliarden Euro aus DWS-Fonds ab, berichten Handelsblatt-Journalisten.

Aber trotzdem werden laut Bain Vermögensverwalter gut verdienen können, wenn sie die großen Themen der Branche beherrschen: die stärkere staatliche Regulierung, den Technologiewandel und das fundamental veränderte Verhalten der Anleger. Passiert das nicht, warte auf die Fondsmanager das "Tal des Todes", so die Studienautoren.

Immer mehr Kunden vergleichen Anlageprodukte, Preise und Dienstleistungen genau und entscheiden sich seltener für aktiv gemanagte Geldanlage-Formen. Dagegen fließt immer mehr Anlegergeld in passive ETF-Produkte.

Dabei gibt es immer noch genug zu verteilen, denn das weltweite Vermögen wächst. Allerdings nimmt die Wachstums-Geschwindigkeit ab und die Kosten steigen. Das macht unterm Strich weniger Gewinn für Fondsmanager. Zwischen 2018 und 2022 wird der Ertrag pro verwaltetem Euro Vermögen jedes Jahr im Schnitt um sieben Prozent fallen, geht aus der Studie hervor. Die Ertragskluft zwischen den zehn stärksten und den zehn schwächsten Asset-Management-Playern werde immer größer, so ein weiteres Studienergebnis.

"Die Vermögensverwalter haben lange Zeit vom Boom des billigen Geldes und vom Wohlstandswachstum in den aufstrebenden Volkswirtschaften profitiert", stellt Matthias Memminger, Bain-Partner und Co-Autor der Studie, fest. "Doch der Asset-Management-Markt steht vor enormen Veränderungen. Nicht alle Anbieter werden überleben. Und diejenigen, die es schaffen, werden hart arbeiten müssen, um weiterhin profitabel zu sein".

Quellen:

Bain

Handelsblatt

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