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Marktkommentar: Thomas Kruse (Amundi): „Mit Stockpicking lassen sich Zollbarrieren überwinden“
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Marktkommentar Thomas Kruse (Amundi): „Mit Stockpicking lassen sich Zollbarrieren überwinden“

Nachrichtenquelle: Asset Standard
02.08.2018, 10:25  |  840   |   |   

Ob und inwieweit die Aktionen des US-Präsidenten auch das Asset Management beeinflussen, erläutert Thomas Kruse, CIO von Amundi Deutschland.

Donald Trump verunsichert Europa, herzt Putin, hat die Queen brüskiert und Theresa May bloßgestellt.

Trotz aller aktuellen Probleme erwarten wir als Basisszenario nur mäßige Zolltarife, die für verschiedene Grenzen eingeführt werden könnten. Allerdings beeinträchtigt allein schon die Gefahr eines globalen Handelskriegs unter Umständen das Wachstum vieler Volkswirtschaften. Wir haben bereits festgestellt, dass sich die Zuversicht auf das globale Geschäftsklima verschlechtert. Die allgemeine Verunsicherung könnte sich schnell auf die Investitionsbereitschaft auswirken.

 

Kommt es zur Erhöhung von Zolltarifen, erwarten wir einen massiven Einfluss der protektionistischen Maßnahmen auf den Welthandel. Davon unabhängig wird sich nach unserer Ansicht allerdings das weltweite Wachstum in den Jahren 2018 und 2019 fortsetzen. Sollten allerdings die Gespräche und Verhandlungen fruchtlos bleiben und ein echter Handelskrieg beginnen, befürchten wir tiefgreifende Rezessionseffekte. Dies gilt vor allem für Länder, die besonders in denjenigen Branchen exponiert sind, auf welche die Maßnahmen zielen. Dazu zählt insbesondere die Automobilindustrie.

 

Im Einzelnen haben wir folgende Einschätzungen:

Aktien der Industriestaaten

Bei Aktien der Industriestaaten bevorzugen wir, speziell im Hinblick auf die Handelsaktivitäten, die USA gegenüber Europa. Innerhalb Europas liegt unser Fokus auf dem Vereinigten Königreich. Viele europäische Aktien haben in der jüngsten Vergangenheit Kursverluste erlitten. So ist etwa der deutsche DAX schlechter gelaufen als der breite europäische Index Stoxx 600. Doch die Kursverluste lassen sich nicht nur dem Thema Handelskrieg zurechnen. Auch die Verschlechterung laufender Aktivitätsindikatoren der europäischen Volkswirtschaften ist für die Kursentwicklung wichtig.

 

Aktien aus Schwellenländern

Für Aktien aus Schwellenländern sind die Handelshemmnisse besonders negativ, denn diese tendieren dazu, sowohl die weltweiten Inflationsraten als auch die US-Zinsen nach oben zu treiben. Außerdem vermindern sie die Investitionsabsichten und könnten sich auch negativ auf die Exporte einzelner Länder auswirken. Doch wir setzen auf Investmentstorys, die von derartigen Entwicklungen unabhängig sind.

 

Ebenfalls interessant sind jene Schwellenländer, denen es gelingt, negativen Zoll- und Handels-Effekten mit eigenen politischen Maßnahmen entgegenzuwirken. Dazu zählen Russland, Öl-exportierende Länder, China mit seiner auf Flexibilität ausgelegten Politik sowie Mexiko aufgrund seiner traditionell tief verwurzelten Wirtschaftsbeziehungen zu den USA. 

 

Trotz aller Unberechenbarkeit der US-Politik und der Gefahr eines eskalierenden Handelsstreits gibt es für Investoren demnach keinen Grund, in Schockstarre zu verharren. Vielmehr bleiben verschiedene Möglichkeiten, in Assets zu investieren, die unter den US-Kapriolen vergleichsweise wenig leiden würden. So hängt etwa ein Investment in ein globales Emerging-Markets-Portfolio nicht ausschließlich von weltweiten Handelsrisiken ab – auch wenn diese zum jetzigen Zeitpunkt einen wichtigen Einfluss auf Investmentstrategien haben.

 

Insel Russland, flexibles China und Freihandel mit Mexiko

Die Allokation in einem Aktienportfolio steht in Zusammenhang mit internen politischen Angelegenheiten wie etwa bevorstehende Wahlen, Markt- und Währungsbewertungen, Zinskurven sowie länderspezifischen ökonomischen Trends. Innerhalb dieses Themenkreises gibt es nach wie vor Gelegenheiten für Stockpicking. Bei unserer Länderauswahl hegen wir immer noch eine Vorliebe für Russland. Das Land ist wie eine Insel inmitten des Ozeans der Handelswidrigkeiten. Seine Ölexporte sind nicht in Gefahr. Doch wir sind vorsichtig in Bezug auf Rohstoffe, wo es zum Beispiel zu einer Korrektur der Metallpreise kommen kann.

 

Außerdem bevorzugen wir China, das trotz der Probleme mit seinem Außenhandel seine Wirtschaftspolitik sehr flexibel handhabt. China exportiert Waren im Wert von umgerechnet gerade einmal 3 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in die USA. Das Land hat definitiv die Fähigkeit, durch binnenwirtschaftliche Maßnahmen die negativen Effekte der Handelszwistigkeiten zu minimieren.

 

Des Weiteren sind wir immer noch positiv gestimmt für Mexiko. Auch wenn das nordamerikanische Freihandelsabkommen (North American Free Trade Agreement, NAFTA) im Zuge der erwähnten Querelen platzen würde, müsste Präsident Trump doch ein bilaterales Abkommen aushandeln, das beiden Seiten nützt – nur so könnte er die tief verwurzelten Geschäftsinteressen der USA im Verhältnis zu Mexiko schützen.

 

 

Im Bereich Multi Asset zählt vor allem Stockpicking:

Ein Multi-Asset-Investor kann üblicherweise eine vorausschauende Haltung auf unterschiedlichen Ebenen einnehmen. Auf der ersten Ebene: Bei der Asset Allocation heißt es vorsichtig bleiben, vor allem hinsichtlich des Engagements in Ländern, die in die weltweite Wertschöpfungskette stark eingebunden sind. Auf der zweiten Ebene bevorzugen wir defensive Sektoren; dazu zählen etwa Telekommunikationsunternehmen und Versorger. Auf der dritten Ebene, der Einzeltitelauswahl, suchen wir nach Unternehmen, die im Hinblick auf die weltweite Wertschöpfungskette stark diversifiziert sind.




Rechtliche Hinweise

Sofern nicht anders angegeben, beruhen die dargestellten Informationen auf Recherchen und Berechnungen von Amundi Asset Management per 20.07.2018. Sofern nicht anders angegeben, stammen alle hier geäußerten Meinungen von Amundi Asset Management und können sich ohne Vorankündigung ändern, abhängig von wirtschaftlichen und anderen Rahmenbedingungen. Es gibt keine Gewähr, dass sich Länder, Märkte oder Branchen wie erwartet entwickeln werden. Investitionen beinhalten gewisse Risiken, darunter politische und währungsbedingte Risiken. Die Rendite und der Wert der zugrunde liegenden Anlagen sind Schwankungen unterworfen. Dies kann zum vollständigen Verlust des investierten Kapitals führen. Diese Publikation beurteilt das Marktumfeld zu einem bestimmten Zeitpunkt und soll nicht als Prognose künftiger Ereignisse oder als Garantie künftiger Ergebnisse betrachtet werden. Die Leser sollten diese Informationen nicht als Research-Analyse, Anlageberatung oder Empfehlung spezifischer Fonds bzw. Wertpapiere betrachten. Die Einschätzungen dienen allein der Veranschaulichung und Aufklärung und sind Änderungen unterworfen. Diese Informationen repräsentieren nicht die tatsächlichen aktuellen, früheren oder künftigen Bestände bzw. Portfolios von Amundi Asset Management Produkten. Dieses Dokument stellt kein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Anteilen an einem Investmentfonds oder einer Dienstleistung dar 

 


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