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Börse Stuttgart-News Trend am Mittag

Gastautor: Börse Stuttgart
02.08.2018, 16:02  |  430   |   |   

STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Euwax Trends an der Börse Stuttgart

Trump droht China - Fed signalisiert weitere Zinsanhebung

DAX rutscht deutlich ab

- Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion -

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump droht China im Handelskonflikt mit einer weiteren Eskalation. Trump wies seinen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer an, eine Erhöhung der geplanten Zölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar von 10 auf 25 Prozent zu prüfen. Die Maßnahme solle die chinesische Regierung zu einem Politikwechsel bewegen, um gerechtere Marktbedingungen zu schaffen, teilte Lighthizer gestern mit.

Die Zuspitzung des amerikanisch-chinesischen Konflikts hat bereits zu einem Kursrutsch an den chinesischen Börsen geführt. Der DAX notiert aktuell bei 12.533 Punkten mit 1,6 Prozent im Minus. Damit hat es das deutsche Börsenbarometer vorerst nicht geschafft, sich über der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie zu halten.

Unterdessen hat die US-Notenbank weitere Leitzinserhöhungen in Aussicht gestellt. Zunächst bleiben die Zinsen jedoch unverändert, wie die Fed nach ihrer Zinssitzung gestern Abend in Washington mitteilte. Die Tür für eine Leitzinserhöhung im September wurde jedoch noch weiter geöffnet. Die Wirtschaft wachse mit einer “starken Rate”, hieß es im Kommentar zur Entscheidung. Zuvor hatten die Währungshüter von einem “soliden” Tempo gesprochen. Ansonsten änderte die Fed ihre Beurteilung der wirtschaftlichen Lage wenig.

Hoher Verlust bei Tesla: Anleger vertrauen Elon Musk

Tiefrote Zahlen, dennoch scheinen die Aktionäre geradezu euphorisch zu sein:

Tesla-Chef Elon Musk hat es geschafft, die Wall Street einmal mehr mit großen Versprechen zu beeindrucken. Die schwierige Produktion des Hoffnungsträgers “Model 3” solle endlich richtig Fahrt aufnehmen und Gewinne abwerfen, verkündete der Elektroautobauer am Mittwoch. (Ortszeit). Tesla stehe kurz davor, “nachhaltig profitabel” zu werden, bekräftigte der schillernde Tech-Milliardär Musk.

Das kam am Aktienmarkt richtig gut an. Die Aktien stiegen nachbörslich zeitweise um mehr als neun Prozent. An der Börse Stuttgart notieren die Papiere aktuell bei 283,40 Euro mit 10,2 Prozent im Plus.

Erleichtert nahmen viele Anleger zur Kenntnis, dass Musk sich bei der obligatorischen Telefonkonferenz nach der Vorlage des Quartalsberichts von seiner höflichen Seite zeigte und sich für seinen als arrogant empfundenen Auftritt beim letzten Mal entschuldigte. Vor drei Monaten hatte der Star-Unternehmer Analysten abgekanzelt und Fragen als trocken, langweilig und “nicht cool” abgelehnt. Diesmal war Musk hingegen merklich um Harmonie bemüht und ließ seinen Charme spielen, wie es heißt. Überzeugungsarbeit bei den Investoren war aber auch nötig. Denn noch ist das “Model 3” ein finanzieller Kraftakt, der Tesla im Frühjahr tiefer als erwartet in die roten Zahlen drückte.

Im zweiten Quartal schlug ein auf die Aktionäre entfallender Verlust von 718 Millionen Dollar (615 Mio. Euro) zu Buche. Im Vorjahr hatte der Fehlbetrag bei 336 Millionen Dollar gelegen.

Der Umsatz stieg hingegen überraschend stark um mehr als vierzig Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar. Tesla geht davon aus, bis Ende August eine wöchentliche Fertigungsrate von 6.000 Stück beim Model 3, seinem ersten günstigeren Auto für den Massenmarkt, zu erreichen. Danach soll das Tempo rasch weiter erhöht werden. “Wir streben an, die Produktion so schnell wir können auf 10.000 Stück pro Woche auszuweiten”, hieß es im Brief an die Aktionäre. Ab einer Rate von 7.000 Stück meint Tesla-Chef Musk, dauerhaft profitabel wirtschaften zu können. Im dritten Quartal will Tesla insgesamt 50.000 bis 55.000 “Model 3” produzieren.

In den vergangenen Monaten sorgte das neue Auto, mit dem Tesla den Sprung aus der Luxusnische schaffen will, für enormen Druck. Die Fertigungsziele mussten mehrfach verschoben werden und konnten Ende Juni nur mit Biegen und Brechen endlich erreicht werden. Musk machte das Großprojekt zur Chefsache, schlug ein Nachtlager in Teslas Fabrik im kalifornischen Fremont auf und trug laut eigenen Angaben tagelang das gleiche Shirt. Um sein ehrgeiziges Ziel zu erfüllen, pro Woche wenigstens 5.000 “Model 3” vom Band rollen zu lassen, wurde kurzerhand eine ganze Montagelinie eingeflogen, die in einem Zelt aufgestellt wurde.

Im abgelaufenen Quartal produzierte Tesla insgesamt 53.339 Fahrzeuge, ausgeliefert wurden 40.768. Auf das “Model 3” entfielen davon nach Unternehmensangaben 18.449 Stück. Tesla beendete das Vierteljahr mit 2,2 Milliarden Dollar an Barmitteln. Der Bilanz des Unternehmens kommen Hunderttausende Model-3-Vorbestellungen zugute, für die Anzahlungen geleistet werden mussten. Teslas Ausgaben übersteigen die Einnahmen zwar weiter deutlich, aber der Abfluss von liquiden Mitteln war nicht so stark wie von Experten befürchtet. Einige Analysten sehen Finanzbedarf, Musk hat dies bislang aber stets zurückgewiesen. Er hätte genug Geld.

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