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Facebook - warum ich der Aktie trotz Kurseinbruch ein "Like" gebe

Gastautor: Güner Soysal
03.08.2018, 07:48  |  1352   |   |   

In meiner "Marktanalyse vom 17.07.2018 – Von der „Wall of Worry“ zum nächsten All-Time-High?" hatte ich angekündigt, dass ich eine inspirative Analyse eines ganz besonderen Unternehmens veröffentlichen möchte, welches aus unserem Leben kaum noch wegzudenken und dessen Potenzial meines Erachtens unterschätzt wird. Wie am Titel dieses Beitrags ersichtlich ist, handelt es sich dabei um Facebook.

Ich muss zugeben, dass ich mich mit Facebook als Plattform nie wirklich anfreunden konnte. Gleichzeitig fragte ich mich, warum Facebook überhaupt an die Börse ging, wer die Aktien kaufte, wie Facebook Geld verdiente und warum die Aktie seit Jahren wie an der Schnur gezogen gestiegen ist.

Seit ihrer Erstnotiz am 18. Mai 2012 mit USD 38 hat sich die Aktie - nach einer kurzzeitigen Halbierung unmittelbar nach dem Börsengang - mit USD 174,89 mehr als verviereinhalbfacht (Stand: 27.07.2018; siehe folgende Grafik).

Performance der Facebook-Aktie seit Börsengang, Zeitraum: 18.05.2012 - 27.07.2018, Quelle: Onvista

 

Mein Verständnis für Facebook - sowohl die Plattform als auch das Unternehmen - änderte sich jedoch als ich ab Ende 2016 anfing mich mit der Börse und dem Unternehmen näher zu beschäftigen. Zum einen bot mir die Plattform die Möglichkeit, mich mit Gleichgesinnten in Facebook-Gruppen zu vernetzen. Zum anderen fand ich heraus, was Facebook als Unternehmen für ein potenzielles Investment auszeichnet. Die Konsequenz war, dass ich mir die Facebook-Aktie ins Depot legte.

Zufälligerweise kam es letzte Woche - also genau rechtzeitig für diesen Beitrag - zu einem "Kurseinbruch". Nachdem die Facebook-Aktie dieses Jahr nach dem Datenskandal auf bis zu USD 150 fiel, legte sie eine beeindruckende Kursrally auf über USD 218 hin und notierte kurz vor der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse auf einem neuen Allzeithoch.

Infolge der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse fiel die Aktie nachbörslich zunächst um rund 9%. Im Rahmen des Earnings Call zwischen dem Facebook-Management und den Analysten fiel die Aktie plötzlich um mehr als 20% auf rund USD 166. Dieser Kurseinbruch sorgte nicht nur unter Börsianern für große Aufmerksamkeit, sondern erregte auch in den Medien großes Aufsehen (siehe folgende Grafik).

Kurseinbruch nach Veröffentlichung der Quartalsergebnisse, Quelle: Onvista

 

Gleichzeitig hatte dieser Kurseinbruch zur Folge, dass Facebook-CEO Mark Zuckerberg seinen kürzlich errungenen Platz als drittreichster Mensch der Welt wieder abgeben musste und um drei Ränge zurückfiel.

In diesem Beitrag möchte ich kurz und kompakt auf Facebook aus der Sicht eines potenziellen Investors eingehen. Unter Umständen hast oder hattest du auch dieselben Erfahrungen gemacht wie ich und dieser Beitrag hilft dir, eine neue Sichtweise auf Facebook zu gewinnen.

Doch bevor wir uns dem Unternehmen und den Gründen für ein potenzielles Investment widmen, nehmen wir zunächst einmal unter die Lupe, welche Gründe zum Einbruch der Facebook-Aktie führten.

1. Warum ist der Aktienkurs um rund 20% eingebrochen?

In Bezug auf die Quartalsergebnisse ist zunächst einmal zu erwähnen, dass der Umsatz um 42% und der Gewinn je Aktie um 32% im Jahresvergleich gestiegen sind. Während beim Gewinn die Analystenprognosen um drei Cent bzw. 1,75% übertroffen werden konnten, lag der Umsatz mit USD 120 Mio. bzw. 0,9% unterhalb der Analystenprognosen. Diese "Umsatzverfehlung" reichte aus, um die Aktie zunächst um rund 9% auf Talfahrt zu schicken (siehe folgende Grafik).

Ergebnisse für das 2Q 2018, Quelle: Facebook Investor Relations

 

Soweit hört sich die Entwicklung erst einmal harmlos an. Die eigentliche "Hiobsbotschaft" kam im Earnings Call als CFO David Wehner eine Verlangsamung des Umsatzwachstums in den kommenden beiden Quartalen sowie steigende Kosten und sinkende operative Margen für die kommenden beiden Jahre ankündigte (siehe folgenden Textauszug):

Stellungnahme des Facebook-CFO David Wehner im Earnings Call bezüglich der zukünftigen Umsatzentwicklung, Quelle: Seeking Alpha Earnings Call Transkript[/caption]

 

Zunächst einmal ist also festzuhalten, dass das Umsatzwachstum von 49% im ersten Quartal um sieben Prozentpunkte auf 42% im Vergleich zum Vorjahresquartal gesunken ist. Ferner soll das Umsatzwachstum im dritten und vierten Quartal jeweils um einen hohen einstelligen Prozentsatz sinken. Nehmen wir also an, dass der Umsatz im dritten und vierten Quartal um weitere sieben Prozentpunkte sinkt, entspricht das einem Umsatzwachstum von 35% im dritten Quartal und 28% im vierten Quartal.

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