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1 Billion US-Dollar bedeutet gar nichts

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
05.08.2018, 11:02  |  444   |   |   

Während ich dies schreibe, hat die Apple-Aktie um mehr als 5 % zugelegt, und die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt bei 983 Milliarden US-Dollar.

Das bedeutet, dass mit nur weiteren 1,7 % Apple die Marke von einer Billion US-Dollar knacken würde.

Nicht, dass das von den Medien übersehen worden wäre. Man las viele Schlagzeilen darüber, wie knapp Apple davor stünde, ein Billionen-Dollar-Unternehmen zu werden. Auch das Handelsblatt konnte nicht umhin, darauf hinzuweisen: „Nach dem Rekordquartal steht Apple nun vor einer magischen Marke“. Und anschließend: „Die Börsenbewertung des Elektronikherstellers ist nur noch wenige Meter von der historischen Billionen-Dollar-Marke entfernt.“

Die Berichterstattung liebt solche Zahlen. Der Dax liegt bei 13.000, der Dow bei 25.000, Amazon nähert sich 2.000 US-Dollar.

Wenn ich solche Berichte lese, frage ich mich, ob die Nachrichtenleute die Bedeutungslosigkeit dieser Zahlen nicht verstehen. Entweder das … oder sie halten vielleicht nicht viel von ihren Lesern.

So oder so, von einem Investitionsstandpunkt aus gesehen ist das Überschreiten der 1-Billion-Dollar-Marke für Apple nicht schlecht … oder gut. Es ist nur eine Zahl – eine Zahl ohne große Bedeutung; es sei denn, wir betrachten sie im Zusammenhang damit, wie viel Umsatz, Gewinn oder Bargeld das Unternehmen erwirtschaftet. Oder wie schnell es wächst. Oder wie stabil und nachhaltig das Geschäft ist.

Ein Unternehmen im Wert von 1 Billion US-Dollar könnte überhaupt keinen Sinn ergeben … oder sehr wohl Sinn machen. Ein Billionen-Dollar-Unternehmen könnte sogar unterbewertet sein! Alles hängt vom Kontext ab.

Vor 10 Jahren hätte es für Apple nicht viel Sinn gemacht, ein Billionen-Dollar-Unternehmen zu sein. Das Unternehmen erzielte 2008 einen Gewinn von weniger als 7 Milliarden US-Dollar.

Damals sprachen einige Leute davon, dass ExxonMobil ein Billionen-Dollar-Unternehmen werden könnte. Die Ölpreise explodierten und Exxon erzielte 2008 einen Gewinn von 45 Milliarden US-Dollar. Aber der Markt schätzte Exxon trotz der großen Gewinne auf nur etwas über 400 Milliarden. Aufgrund der Volatilität der Ölpreise tendieren die Investoren dazu, den Ölunternehmen niedrigere Bewertungen zu geben, insbesondere wenn die Ölpreise hoch sind. Und die Investoren hatten Recht – die Marktkapitalisierung von Exxon liegt heute nur noch bei rund 350 Milliarden und der Gewinn in den letzten 12 Monaten machte knapp 21 Milliarden US-Dollar aus.

Bei Apple ist das anders. Der Gewinn des Unternehmens betrug in den letzten 12 Monaten 56 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum um 14 % – und das ist schwierig, wenn man bereits mehr als 200 Milliarden US-Dollar Umsatz macht. Obwohl Apple in einem kurzlebigen Geschäft liefern muss, verkauft es keine volatile Ware wie Exxon.

„Verdient“ es Apple also, ein Billionen-Dollar-Unternehmen zu sein?

Vergiss diese Frage.

Apple ist mit ziemlicher Sicherheit keine 1 Billion US-Dollar wert. 1.000.000.000.000.000 US-Dollar ist eine sehr genaue Zahl, und trotzdem nutzlos für uns. Vielleicht ist Apple mehr wert … vielleicht weniger. Aber jeder Investor, der sich auf die „Größe“ dieser Zahl einlässt, wird in seiner Analyse in die Irre geführt.

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Matt besitzt Aktien von Apple und Amazon. John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Tochtergesellschaft von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon und Apple. The Motley Fool hat folgende Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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