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Egbert Prior Grenke: Vom Start up zum Weltkonzern

Gastautor: Egbert Prior
06.08.2018, 10:33  |  1282   |   |   

In zehn Jahren legte der Leasinganbieter um 1.000% zu. Aktueller Kurs 94 Euro. Der Finanzdienstleister aus Baden-Baden zählt zu den besten Buy-and-Hold-Aktien auf dem Kurszettel. Was Wolfgang Grenke 1978 gegründet hat, ist zu einem Imperium gewachsen. Alles fing mit zwei Mitarbeitern und 21 angebundenen Fachhändlern samt 198 Leasingverträgen an. 1990 kam die erste Niederlassung dazu. Im April 2000 folgte der Gang an den Neuen Markt. Während der Finanzkrise erwarb er die Hamburger Privatbank Hesse Newman, deren Wurzeln ins Jahr 1777 reichen. Er nannte sie in Grenke Bank um. Heute ist die Gruppe sogar außerhalb Europas aktiv: Brasilien, Dubai, Kanada, Chile, Singapur, Australien. Ziel ist es, eine globale Marke aufzubauen. Stets hatte der Gründer den Kunden und dessen Wohl im Fokus. Die Konditionen sind fair. Grenke entscheidet schnell, die Finanzierung geht einfach und persönlich. Gleichzeitig werden Wettbewerbsvorteile ausgebaut. Eine lange Strategie ist ihm besonders wichtig. Vom Leasing über das Factoring bis hin zu verschiedenen Bankdienstleistungen bietet er dem Mittelstand alles aus einer Hand an. Unternehmen kaufen heutzutage ihre IT-Geräte nicht mehr sofort, sondern leasen sie. Weil sich Banken aus dem Geschäft mit Kleinkrediten zurückziehen, handelt es sich um eine Goldader. Schwerpunkt sind kleine IT-Produkte wie Notebooks, PCs, Bildschirme, Software oder Kopierer. Mit Hewlett-Packard und Microsoft schmiedete Grenke Partnerschaften. Der Geschäftsmann dehnte die Leistungen auf das Leasing medizinischer Geräte für Ärzte und Krankenhäuser aus. Der Umsatzmix sieht wie folgt aus: 70% entfällt auf IT-Produkte, 16% auf kleine Maschinen/Anlagen, 9% auf Medizintechnik, 5% auf Sicherheitsgeräte. Was Anleger bekommen, ist ideal: Stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum. Eine hohe Eigenkapitalrendite. Eine stabile Nettogewinnmarge. Eine starke Bilanz. Es handelt sich um eine Burggrabenaktie. Langfristig scheint der Firmenerfolg sich fortzusetzen, obwohl sich der Gründer im Februar in den Aufsichtsrat zurückgezogen hat. Der Senior besitzt über seine Vermögensverwaltung 43% der Aktien. Die Vermögensverwalter Universal und Jupiter Unit Trust sind mit jeweils 5% an Bord. Ameriprise Financial hält 2%. Voriges Jahr stieg der Umsatz von 380 auf 429 Millionen Euro. Der Überschuß kletterte von 103 auf 125 Millionen Euro. Die Aktie stieg seit dem Tief 2002 um 3.700%. Anders ausgedrückt kletterte der Kurs seit dem Börsengang um im Schnitt 16% p.a. Da kann man als Anleger kaum meckern. Aufgrund der hohen Kontinuität beträgt das KGV üppige 35, die Dividende ist mit 0,75% zudem mager. Das ist aber gerechtfertigt. Der 40 Jahre alte Finanzkonzern zählt schließlich zu den wachstumsstärksten innerhalb der Branche. Jedes Jahr zieht der Familienbetrieb mehr lukratives Neugeschäft an Land, 2017 waren es 2,4 Milliarden Euro. Fazit: Grundsolide!

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