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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax beendet wechselhaften Tag etwas schwächer
Foto: Boris Roessler - dpa

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss Dax beendet wechselhaften Tag etwas schwächer

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
06.08.2018, 18:19  |  717   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Montag mit einer eindeutigen Richtungsentscheidung schwer getan. Nach leichterem Start verhalf der schwache Euro dem Dax zwar zeitweise ins Plus, am Ende des Tages büßte der Leitindex dann aber wieder 0,14 Prozent auf 12 598,21 Punkte ein. Dabei hatten am Finanzmarkt überraschend schwache Konjunkturdaten aus Deutschland ihre Spuren hinterlassen.

Andere Indizes schlugen sich etwas besser als der Dax. Der MDax schloss mit 26 892,32 Punkten 0,05 Prozent über der Gewinnschwelle. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg sogar um 0,47 Prozent auf 2938,57 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sowie die Länderindizes in Paris und London zeigten sich am Ende noch weniger bewegt als der Dax. Auch der New Yorker Dow Jones Industrial war zu Handelsschluss in Europa so gut wie unverändert.

Bei den Anlegern kam es in Frankfurt nicht gut an, dass der Auftragseingang in der deutschen Industrie im Juni deutlich stärker als erwartet gesunken war. Experten sehen eine mögliche Ursache in der Furcht deutscher Unternehmen vor einem Handelsstreit, der zu Wochenbeginn weiter die Risikobereitschaft hemmte. Der schwache Euro wirkte dem nur zeitweise entgegen, als er am Mittag mit 1,1530 US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit Ende Juni fiel. In der Theorie kann dies die Wettbewerbschancen deutscher Exporteure verbessern. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung aber wieder erholt zu 1,1562 US-Dollar gehandelt.

Mit einem zähen Tag wird der Dax weiter in schwierigem Fahrwasser gesehen. Die Experten vom Börsenstatistik-Magazin Index Radar verwiesen auf die an der Börse eher mauen Sommermonate, in denen der Markt überdurchschnittlich häufig von Verlust- oder Stagnationsphasen betroffen sei. Auch mangelndes Volumen wurde an diesem Montag als Grund für das Schwanken angesehen. "Das wenig berechenbare Kursgeschehen wird dominiert durch automatische Handelssysteme, die das Geschäft untereinander ausmachen", erklärte Marktbeobachter Jochen Stanzl von CMC Markets.

Unter den Einzelwerten im Dax sorgten hohe Kursverluste bei den Linde -Aktien für Aufsehen. Bei der Fusion mit dem US-Industriegasekonzern Praxair zeichnen sich unerwartete kartellrechtliche Hürden ab. Die Linde-Papiere, die für die Fusion bereits zum Umtausch eingereicht wurden, rutschten im Dax um 7,5 Prozent ab. Die Risiken für einen Erfolg des Zusammenschlusses nähmen zu und der Zeitplan sei gefährdet, schrieb Analyst Martin Rödiger von Kepler Cheuvreux.

Mit Geschäftszahlen standen zum Wochenbeginn das Karrierenetzwerk Xing aus dem TecDax sowie der Finanzdienstleister Hypoport und der Autozulieferer Stabilus aus dem SDax im Blick. Alle drei Aktien verbuchten deutliche Kursgewinne zwischen 2,9 Prozent im Falle von Stabilus und 6,7 Prozent im Falle von Hypoport.

Am SDax-Ende rutschten die Papiere von Rhön-Klinikum bis auf den tiefsten Stand seit März 2017 ab. Am Ende verloren sie 6,6 Prozent. Händler machten den Hauptgrund dafür in einer drastischen Senkung der Gewinnprognosen durch die schweizerischen Bank Credit Suisse aus. Analyst Hans Bostrom begründete dies mit Risiken für die Profitabilität durch Tarifänderungen in den Pflegeberufen sowie Änderungen im pauschalierten Abrechnungsverfahren.

Im MDax standen die Aktien von Osram mit 2,74 Prozent im Minus, nachdem die britische Investmentbank HSBC ihre bisherige Kaufempfehlung zugunsten eines neutralen "Hold"-Votums aufgegeben hatte. Zweistelliges Wachstum rücke für den Lichttechnikspezialisten in die Ferne, schrieb Analyst Michael Hagmann in seiner Studie.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,28 Prozent am Freitag auf 0,22 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 141,02 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,20 Prozent auf 162,37 Punkte. Den Referenzkurs für den Euro setzte die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag auf 1,1543 (Freitag: 1,1588) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8663 (0,8630) Euro gekostet./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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