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Daimler, BMW, VW – ist das der Kurstreiber?

Gastautor: Daniel Saurenz
07.08.2018, 07:00  |  391   |   |   

VW AutoDie deutsche Automobilwirtschaft war in der Vergangenheit hauptsächlich mit negativen Schlagzeilen in Verbindung zu bringen. Der Motor der deutschen Autoindustrie war subjektiv gebremst vom Diesel-Gate und danach belasteten Trumps geplante Zölle Unternehmen wie Daimler, BMW und VW. Da dürfte das Freihandelsabkommen zwischen Japan und der EU auf erfreulichere Gemüter stoßen. Vorteile von mehr als 154 Millionen Euro dürften deutschen Automobilherstellern dadurch entstehen. Wir empfehlen den Bonus TR39J3 auf Daimler. Spekulativer geht es mit dem Turbo-Bull MF5P7T. Bei Volkswagen greifen Anleger zum Discounter MF5WHD.

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Eine ausführliche Einschätzung zum JEFTA-Wirtschaftsraum, geben die Experten von Nomura Asset Management:

Die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Verhältnisse hat sich in den letzten Monaten stark verändert. Noch bis vor kurzem war von einer „Goldilocks Economy“ die Rede. Im „Goldlöckchen-Szenario“ wächst die Wirtschaft weder zu schnell, noch zu langsam, es droht weder eine Überhitzung, noch eine Rezession – ein nahezu idealer Zustand, der nicht unendlich anhalten kann. Jetzt dominiert die Wahrnehmung divergierender wirtschaftlicher Trends: einerseits zunehmender Protektionismus ausgehend von den USA und anderseits verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Mazda_JapanBis zu diesem Jahr wäre etwa die Vorstellung eines protektionistischen US-Präsidenten, der mit Strafzöllen auf die Industrieexporte wichtiger Handelspartner droht, geradezu abwegig gewesen, vor allem wenn kurz darauf ein japanischer Premierminister von der Presse als Verfechter des globalen Freihandels gelobt wird. Es gibt jedoch ermutigende Anzeichen, dass sich Regierungen weltweit für den Freihandel stark machen. So wurde mit der Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Japan am 17. Juli ein wichtiges politisches Zeichen gesetzt. Vereinbart wurde die Abschaffung der Zölle auf etwa 95% des Handels zwischen beiden Partnern. Sogar einige der berüchtigten technischen Handelshemmnisse werden beseitigt.

Die Vorteile sind abhängig von vielen Faktoren

Auch wenn die Auswirkungen auf den japanischen Industriesektor nicht überbewertet werden sollten, eröffnen sich für einige Branchen neue interessante Möglichkeiten. Automobilaktien könnten die größten Nutznießer sein, da die Zölle auf japanische Fahrzeugexporte in die EU ab dem zweiten Quartal 2019 von 10% auf 8,75% sinken und innerhalb der folgenden acht Jahre vollständig verschwinden. Nach Schätzungen von Nomura Global Markets Research könnte der Wegfall dieser Zölle den japanischen Automobilherstellern auch ohne Volumenwachstum mit rund 135 Mrd. Yen (1,04 Mrd. Euro) zugutekommen – ein Plus von 2,8% gegenüber den jüngsten operativen Gewinnen der Branche. Motorenhersteller mit der größten inländischen Produktion wie Mazda Motors oder Mitsubishi Motors dürften am meisten profitieren.

Nomura Global Markets hat zudem die Zahlen für die gesamte Automobilzulieferindustrie überschlagen. Werden die derzeitigen Zollsätze von 2,7% bis 4,5% abgeschafft, bringt das der breit definierten Automobilzulieferindustrie Vorteile von mehr als 20 Mrd. Yen (154 Mio. Euro), womit 92% dieser Exporte abgedeckt sind, insbesondere wenn Reifen, Halbleiter und andere verwandte Materialien einbezogen werden. Die Vorteile für andere Exporteure werden davon abhängen, wo ihre Produktionsstätten liegen, vom Anteil ihrer EU-Produktion, vom Wert der Direktimporte aus Japan und von der Höhe der bestehenden EU-Zölle. Beispielsweise ist im Maschinenbau allgemein der Anteil der bereits innerhalb der EU anfallenden Produktion hoch. Manche Unternehmen wie Makita und Daikin oder Elektronikkonzerne wie Panasonic haben Produktionsstandorte in China und Südostasien, die nicht unter das Freihandelsabkommen fallen.

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