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Iran: Stur wie ein Esel?

07.08.2018, 14:50  |  2198   |   |   

Die USA haben die angekündigten Sanktionen gegen den Iran in Kraft gesetzt, die den Zugang des Landes zu Dollar, Gold und anderen Edelmetallen erschweren. Darüber hinaus werden bis zum 4. November 2018 eine Reihe zusätzlicher und noch strengerer Maßnahmen kommen, darunter ein Embargo für die Einfuhr von iranischem Öl und Sanktionen die den Bankensektor betreffen.

Präsident Donald Trump sagte, dass die harten US-Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft sind und dass "jeder, der mit dem Iran Geschäfte macht, NICHT mit den Vereinigten Staaten Geschäfte machen wird", so "CNBC". Trump bietet sich weiterhin für Gespräche mit Präsident Hassan Rouhani an. Der Iran wies ein Last-Minute-Angebot der Trump-Administration für Gespräche zurück, solange Washington die vor drei Jahren getroffene Vereinbarung nicht mehr einhält. "Wenn Sie jemanden mit einem Messer erstechen und dann sagen, dass Sie Gespräche wollen, dann ist das erste, was Sie tun müssen, das Messer zu entfernen", sagte Rouhani in einer Rede im staatlichen Fernsehen. 

Die wirtschaftlichen Entwicklungen in Iran veranlassen zahlreiche Analysten zu der Prognose, dass sich das Land auf einen wirtschaftlichen und politischen Abgrund zu bewegt, so "The Guardian". Sadegh Zibakalam, Professor für Politik an der Universität Teheran, sagte gegenüber "The Guardian": "Es gibt ein Gefühl der Angst in der iranischen Gesellschaft - jeder ist besorgt und wartet". Zibakalams Beobachtungen gehen noch weiter: "Es gibt keine Hoffnung, dass sich die Situation bessert. Die Leute denken, dass es im besten Fall nicht schlimmer wird. Unter den Jugendlichen sieht man eine große Tendenz, das Land zu verlassen". 

Die EU versucht die europäischen Unternehmen vor den Sanktionen zu schützen, indem sie sich verpflichtet, Unternehmen, die "legitime Geschäfte" tätigen, zu schützen. Wie genau die EU die Unternehmen schützen wird, ist unklar. Ebenso ist die Strafverfolgung durch die USA bei Unternehmen, die ihre Geschäfte mit dem Iran nicht einstellen auch ungewiss. Im Augenblick brauchen Unternehmen von der EU eine Rückzugsgenehmigung, denn sonst könnten sie verklagt werden. 

Bundesaußenminister Heiko Maas sagte: "Wir sind entschlossen, europäische Unternehmen, die legitimerweise im Iran tätig sind, zu schützen. Und wir werden intensiv dafür arbeiten, dass wirtschaftlicher Austausch und Handel möglich bleibt" ("Funke Mediengruppe"). Darüber hinaus konstatierte Maas: "Das Nuklearabkommen funktioniert und erfüllt seinen Zweck". Über die Zukunft des Abkommens sagte der deutsche Bundesaußenminister: "Es zu bewahren ist eine Frage der internationalen Sicherheit und des Respekts vor bestehenden Vereinbarungen".

Ferner vertritt Maas die Auffassung: "Die Wiederaufnahme der Sanktionen der USA können wir deshalb nur bedauern". Die "Frankfurter Rundschau" schreibt in ihrer Dienstagsausgabe: "Freilich ist der Iran eine destabilisierende Kraft im Nahen und Mittleren Osten. Er exportiert Waffen, Krieg und Terror bis in den Libanon, nach Syrien und in die Palästinenser-Gebiete. Trump will das ändern, was an sich ein löbliches Unterfangen ist". Und weiter heißt es: "Dafür aber kündigt er [Trump] erst einseitig den Atomvertrag und verhängt dann Sanktionen gegen den Iran - und alle, die diese Sanktionen nicht umsetzen. So sieht sie aus, die Gegenwart der transatlantischen Freundschaft. Und so funktioniert America first".

Am Montagabend wies der iranische Präsident Hassan Rouhani die US-Sanktionen als "psychologische Kriegsführung" ab. Er versicherte den Iranern, dass seine Regierung in der Lage sei, den Druck der USA abzuwehren. Grundvoraussetzung sei jedoch Einigkeit, so Rouhani. Aktuelle Medienberichte bestätigen jedoch, dass es eben diese Einigkeit immer mehr zerfällt. Viele Menschen gehen auf die Straßen, denn Inflation und Währungsabwertung haben das Leben sehr teuer gemacht. Die Proteste hatten im Januar 2018 bereits zahlreiche Todesopfer gefordert. Schon damals ging es den Demonstranten darum, dass es trotz der Aufhebung von US-Wirtschaftssanktionen - im Zuge des internationalen Atomabkommens - keinen Aufschwung gibt.   

Ehsan, der Fahrzeugteile in Karadsch verkauft, einer Stadt westlich von Teheran, die im Mittelpunkt der jüngsten Proteste stand, sagte gegenüber "The Guardian": "Die Situation ist schrecklich. In einem Land, das auf Öl, Kupfer, Gold und Gas sitzt, sind die Menschen vier Stunden am Tag ohne Strom und Wasser". Es wird damit gerechnet, dass die Kaufkraft weiter sinkt. Schon heute können sich viele Familien kein Fleisch mehr leisten.

Intern glauben viele hochrangige Iraner, dass der Druck aus den USA vor allem einen Regimewechsel provozieren soll, so "The Guardian". 

Quellen:

The Guardian

CNBC

 

 

Wertpapier
GoldKupfer


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Kommentare

Zitat: Bundesaußenminister Heiko Maas sagte: "Wir sind entschlossen, europäische Unternehmen, die legitimerweise im Iran tätig sind, zu schützen. Und wir werden intensiv dafür arbeiten, dass wirtschaftlicher Austausch und Handel möglich bleibt"

Der schielende Zwerg Nase plustert sich mal wieder auf. Trump kriegt jetzt ganz, ganz große Angst !!!
Iran: stur wie ein Esel?
Ist schon eine sehr freche Headline.
Im Grunde sollte man dem Iran dankbar sein, dass er sich nicht vom Westen (bestehend aus 99% USA, der Rest sind US-Vasallen-Staaten wie die BRD) erpressen lässt.
Ich hoffe auf sehr viele Nachahmer-Staaten.

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