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Experten Richard X. Bove über die Crash-Szenarien von Jamie Dimon

07.08.2018, 17:21  |  3112   |   |   

In den letzten zehn Tagen hat Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase, zwei Bedenken geäußert. Erstens: Die Schrumpfung der Federal Reserve-Bilanz könnte unbeabsichtigte negative Folgen haben. Zweitens: Die Rendite von 10-jährigen Staatsanleihen könnte deutlich früher als allgemein erwartet 5 Prozent erreichen.

Buchautor ("Why Amrica Needs Big Banks") und Finanzexperte Richard X. Bove schreibt bei "CNBC": "Seine [Dimons] Ansichten sind wichtig, da seine Bank im Zentrum des Geldflusses steht. Die Anleger sollten daher auf das, was er sagt, großen Wert legen". Anschließend geht Bove auf die beiden Punkte näher ein: 

"Ende September 2017 skizzierte die Federal Reserve ihren Plan, die Bilanzsumme um 1,05 Billionen Dollar oder rund 23 Prozent zu reduzieren". Ein Stufenplan sah einen Abbau in folgenden Schritten vor: 2017: 20 Mrd. US-Dollar pro Monat, 2018: 35 Mrd. US-Dollar pro Monat, 2019: 50 Mrd. US-Dollar pro Monat. Laut Bove ist die FED hinter ihrem eigenen Plan rund 46 Mrd. US-Dollar zurück. Aus diesem Grund wird die Fed in nächsten 1,5 Jahren gezwungen sein, den Abbau der Vermögenswerte weiter zu beschleunigen. 

Und weiter schreibt Bove: "Im Rahmen des Fed-Plans ist es erforderlich, bis Ende 2019 620 Mrd. US-Dollar in Treasurys und 420 Mrd. US-Dollar in Mortgage Backed Securities (MBS) zu verkaufen. Sie kann andere Vermögenswerte verkaufen, aber der Schwerpunkt wird auf der Reduzierung dieser beiden Wertpapierklassen liegen".

Laut Bove ist die Fed mit ihrem Programm zur Reduzierung von Vermögenswerten im Rückstand. Sie hätte bis jetzt MBS in einem Gesamtvolumen von 88 Milliarden US-Dollar verkaufen sollen. Aber bislang hat nur ein Paket von 58 Milliarden US-Dollar die Besitzer gewechselt. Bei den Staatsanleihen hätte die Fed 132 Milliarden US-Dollar verkaufen sollen, kommt aber nur auf 128 Milliarden US-Dollar.

Bove weist darauf hin, dass die Fed bislang vor allem Papiere mit Laufzeiten von ein bis fünf Jahren verkaufte. Nur 2,2 Prozent der Verkäufe gehören zu den längerfristigen Staatsanleihen. Der Bankanalyst argumentiert, dass es die Fed mit ihrem Verkaufsprogramm im Rückstand ist, weil noch keine 10-jährigen oder höher fälligen Anleihen verkauft wurden. Falls die Fed aber damit beginne – was sehr wahrscheinlich sei – würde das die Rendite des 10-Jahres-Treasuries in die Höhe treiben.

"Über die Fed hinaus sind zwei weitere Zahlen von Interesse“, schreibt Bove weiter: die der Geldmenge und die der Bankdarlehen. Die Geldmenge der Nation (M2 NSA) betrug am 2. April 2018 14,1 Billionen Dollar. Die neuesten Fed-Daten zeigen, dass die Geldmenge am 23. Juli 2018 14,0 Billionen Dollar betrug. Also ist Geldmenge in den letzten 4 Monaten um 86 Milliarden Dollar zurückgegangen. Im gleichen Zeitraum, so die Fed, stiegen die Kredite im US-Bankensystem um 115 Milliarden US-Dollar.

Das Fazit von Bove lautet: "Hier geht es darum, dass die Nachfrage nach Geld steigt, nicht aber das Angebot an Geld. Dies deutet auf einen Druck hin, der entweder die Zinsen höher oder die Wirtschaftstätigkeit niedriger treiben kann". 

Richard X. Bove: Equity Research Analyst bei Hilton Capital Management

Quelle:

CNBC

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