DAX+2,63 % EUR/USD-0,16 % Gold-0,83 % Öl (Brent)+0,99 %

Fünf Gründe, warum die Deutsche-Telekom-Aktie seit 1996 kaum gestiegen ist

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
08.08.2018, 08:14  |  423   |   |   

1996 ging die Deutsche Telekom (WKN: 555750) für 28,50 DM (heute 14,57 Euro) an die Börse. Vier Jahre später stand die Aktie bei umgerechnet über 103 Euro (März 2000). Und heute notiert sie bei 13,76 Euro (Stand: 13.07.2018), also unter dem ursprünglichen Ausgabekurs.

Wie ist das möglich?

Deutsche Telekom mit festem Hebel folgen [Anzeige]
Ich erwarte, dass der Deutsche Telekom steigt...
Ich erwarte, dass der Deutsche Telekom fällt...

Verantwortlich für diese Anzeige ist die Deutsche Bank AG. Die Wertpapierprospekte und Basisinformationsblätter zu diesen Produkten erhalten Sie über www.xmarkets.db.com.

Es muss schon sehr viel zusammengekommen sein. Wie nachfolgend aufgeführt, glaube ich, dass fünf Punkte dafür entscheidend sind. Daran kannst du zukünftig schlechte Aktien erkennen.

Zudem wirst du erfahren, wie es heute um das Wertpapier steht.

1. Zu teure Börsengänge

Oft können es viele Anleger nicht abwarten und kaufen eine Aktie direkt nach einem Börsengang. Aber wenn sie genau analysierten, was ein Unternehmen mit einem Börsengang bezweckt, würden sie etwas skeptischer sein.

Meist finden Börsengänge während steigender Börsen statt. Alle Anleger sind zufrieden und neue Aktien werden in der Regel besser angenommen. Ziel ist es, einen möglichst hohen Preis für die neuen Anteilsscheine zu erzielen. So nimmt das Unternehmen viel Geld ein und die beteiligten Banken verdienen auch mehr. Die Aktionäre haben dabei meist das Nachsehen.

1996 war der Ausgabepreis der T-Aktie noch in Ordnung, aber 1999, beim 2. Börsengang zu umgerechnet 39,50 Euro und im Jahr 2000 bei 66,50 Euro, nicht mehr. Einst sollten auch alle vier Töchter T-Com, T-Mobile, T-Online und T-Systems an die Börse gebracht werden. Gelungen ist dies nur noch bei T-Online im April 2000 zu ebenfalls sehr hohen Bewertungen.

Analysiere deshalb immer sehr genau. Kannst du die Zahlen der letzten zehn Jahre einsehen und, vor allem, wie ist die Bewertung? Fehlt etwas, solltest du lieber abwarten, bis alles vorhanden ist.

2. Die Monopolstellung konnte nicht gehalten werden

Als Staatsbetrieb war einst die gesamte deutsche Telekommunikation in einer Hand. Mit dem Börsengang kamen dann aber Klagen auf, die eine Chancengleichheit forderten. So begann 1998 mit der Einführung des Telekommunikationsgesetzes der Verfall des Monopols. Zudem wurde die Bundesnetzagentur gegründet, die die Chancengleichheit überwacht. Das Breitbandkabelnetz musste auf Druck der EU von 1999 bis 2003 verkauft werden.

Die Deutsche Telekom konnte also nur Marktanteile verlieren. Gewinner waren hingegen Unternehmen wie United Internet (WKN: 508903).

3. Starke Staats- und schwache Managementbeteiligung

Der Konzern war einst ein Staatsunternehmen und wurde 1995 aus der Bundespost ausgegliedert.

Heute ist der Staat immer noch zu etwa 31,9 % beteiligt. Es scheint kein Zufall zu sein, dass überall, wo er stärker beteiligt ist, wenig Mehrwert für die Aktionäre geschaffen wird. Eine größere Beteiligung der Manager fehlt hingegen. Meist entwickeln sich solche Unternehmen nicht gut, weil das Eigeninteresse nicht mit dem Wohl des Unternehmens gekoppelt ist.

Dazu passen die sehr teuren Käufe der UMTS-Lizenzen im Jahr 2000 sowie die Übernahme der amerikanischen Voicestream und Powertel im Jahr 2001. Ein Unternehmer würde sich immer fragen: Ist dies nicht zu teuer? Aber bei managergeführten Unternehmen, so meine Vermutung, scheint der Preis nicht so wichtig zu sein.

Dieses Kriterium (genügende Managementbeteiligung) sollte also auf deine Aktiencheckliste. Wenn du nur darauf achtest, wirst du schon sehr gute Unternehmen finden und den Unterschied zu managergeführten Firmen erkennen.

4. Bewertung spielt eine Rolle

1996 wurde die Aktie zu 28,50 DM ausgegeben. Dies entsprach mit den Zahlen aus dem Jahr 1995 einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 2,4. Das ist relativ normal. Zum Höchststand der Aktie bei umgerechnet 103,5 Euro im Jahr 2000 lag es hingegen schon bei 7,3. Grund für diesen starken Bewertungsanstieg waren die steigenden Gewinne und die entfachte Euphorie. Meist steigt der Kurs dann sehr viel stärker als die Gewinne, fällt aber auch stärker, wenn sie sinken. Die Kurse bewegen sich also meist irrational. Und heute liegt das Kurs-Buchwert-Verhältnis wieder bei 2,0. Wieder nicht zu teuer.

Gut, aber warum ist die Aktie in der Summe nicht gestiegen, wenn die Bewertung 1996 und heute (2018) etwa gleich ist.

5. Der operative Gewinn ist kaum gestiegen

Es kann nur an den Ergebnissen liegen, denn langfristig folgt der Kurs den Gewinnen. 1995 lag der Gewinn umgerechnet bei 2.696 Mio. Euro und im Jahr 2000 bei 6.015 Mio. Euro, 2017 dann bei 5.551 Mio. Euro. 2017 fiel er allerdings nur aufgrund eines Steuereffektes etwas höher aus. Operativ war er im Vergleich zu 2016 (3.104 Mio. Euro) nur leicht gestiegen.

Verglichen mit 1995 ist also in Summe kaum eine Steigerung zu verzeichnen. Und genau dies ist die Rendite, die ein Langfristanleger auch erzielt hätte.

Erkennen kannst du die schwache Entwicklung der Erträge auch an der Steigerung der Dividende je Aktie. So weist die Deutsche Telekom seit jeher eine hohe Dividendenrendite aus, aber die Ausschüttung je Aktie ist kaum gestiegen. Wenn du also Dividendenwerte magst, solltest du prüfen, ob die Dividende je Aktie kontinuierlich steigt.

Über die letzten zehn Jahre hat sich die Deutsche Telekom allerdings tapfer gehalten. Der Umsatz wuchs mit einer Rate von 2,2 %, der Gewinn sogar mit 9,7 % pro Jahr. Weil die Gewinne aber stark schwanken, ist der Umsatz aussagekräftiger.

Seite 1 von 4

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel