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Berkshire Hathaway: 5 wichtige Fakten zum Ergebnisbericht

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
09.08.2018, 08:00  |  246   |   |   

Es mag seltsam erscheinen, an einem Samstag die Einnahmen zu berichten, aber genau das hat Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) gerade getan. Der von Warren Buffet geführte Mischkonzern gibt regelmäßig am Wochenende Erträge und andere wichtige Informationen heraus, insbesondere um den Anlegern genügend Zeit zu geben, die Informationen zu verdauen, bevor es möglich ist, anhand der neuen Informationen zu handeln.

In diesem Sinne sind hier einige der Highlights aus Berkshire Hathaways Ergebnisbericht für das zweite Quartal, die jeder Anleger kennen sollte.

Hier die Zahlen zum Q2 – und warum sie egal sind

Der Gewinn pro Aktie von Berkshire betrug im zweiten Quartal 4,87 US-Dollar (pro Aktie der Klasse B). Dies ist eine erstaunliche Verbesserung um 182 % gegenüber dem Vorjahresquartal.

Diese Gewinnzahl ist jedoch eher bedeutungslos. Aufgrund einer in diesem Jahr in Kraft getretenen Änderung der Bilanzierungsregeln muss Berkshire bei der Ergebnisberichterstattung unrealisierte Gewinne aus dem Aktienportfolio berücksichtigen. Mit anderen Worten, wenn einer von Berkshires Aktienbeständen 2 Milliarden Dollar mehr wert ist als am Ende des ersten Quartals, würde dies als Teil von Berkshires Einnahmen im zweiten Quartal erscheinen, obwohl das Unternehmen eigentlich nichts gemacht hat, da die Aktie nicht verkauft wurde.

Einige der wichtigsten Zahlen im Überblick

Da Berkshires „Gewinn pro Aktie“ heutzutage eher bedeutungslos ist, hier ein Überblick über einige der Kennzahlen, die ein besseres Bild davon vermitteln, wie Berkshires zweites Quartal tatsächlich verlaufen ist.

Wie man sieht, stiegen die Einnahmen im gesamten Unternehmen deutlich an, das Steuersenkungs- und Beschäftigungsgesetz führte zu erheblichen Einsparungen, und das Unternehmen verzeichnete einen schönen Gewinn.

Kennzahl Q2 2018 Q2 2017 Veränderung ggü. Vorjahr
Versicherungsprämien 14,15 Milliarden US-Dollar 12,37 Milliarden US-Dollar 14,4 %
Umsatz aus Verkäufen und Dienstleistungen 35,25 Milliarden US-Dollar 33,38 Milliarden US-Dollar 5,6 %
Umsatz aus Bahn, Versorgern und Energie 10,90 Milliarden US-Dollar 9,82 Milliarden US-Dollar 11 %
Effektiver Steuersatz 20 % 28,9 % (890 Basispunkte)
„Underwriting Profit“ (Verlust) 943 Millionen US-Dollar (22 Millionen US-Dollar) 965 Millionen US-Dollar

Quelle: Berkshire Hathaway

Berkshire hat noch mehr Geld als zuvor

Berkshire beendete das Quartal mit rund 111,1 Milliarden US-Dollar in bar. Dies ist ein Anstieg von mehr als 2 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorquartal und war für Berkshire und seine Aktionäre ein anhaltendes Problem.

Um klar zu sein, ein großer Vorrat an Bargeld ist natürlich ein Luxusproblem, aber es ist immer noch ein Problem. Buffett hat gesagt, dass er gerne mindestens 20 Milliarden US-Dollar in der Reserve hat. Aber dieser enorme Betrag stellt dann immer noch 90 Milliarden US-Dollar dar, die für Aktionäre nicht arbeiten. Mit dem kürzlich geänderten Rückkaufprogramm des Unternehmens könnte Abhilfe geschaffen werden, aber vorerst bleibt Berkshires Liquiditätsproblem bestehen.

Noch mehr Apple-Aktien?

Wir wissen nicht genau, wie das Aktienportfolio von Berkshire am Ende des zweiten Quartals aussah, bis die 13-F-Akte Mitte August veröffentlicht wird. Berkshire hat jedoch die ungefähren Werte seiner größten Aktienpositionen in seiner Gewinnveröffentlichung angegeben.

Zum Ende des ersten Quartals umfasste das Investment von Apple (WKN:865985) rund 239,6 Millionen Aktien – die mit Abstand größte Investition des Unternehmens.

Im zweiten Quartal erwähnte Berkshire, dass seine Apple-Beteiligung am 30. Juni 2018 einen Wert von 47,2 Milliarden US-Dollar hätten – das Ende des Quartals. Ab diesem Datum (einem Samstag) betrug der Preis von Apple 185,11 US-Dollar pro Aktie. Eine einfache Berechnung zeigt, dass Berkshire am Ende des Quartals etwa 255 Millionen Aktien von Apple besaß, was bedeutet, dass der Anteil von Berkshire um mehr als 6 % gestiegen zu sein scheint.

Auch hier werden wir die genaue Anzahl der Aktien erst Mitte August erfahren, aber es scheint ziemlich sicher zu sein, dass Berkshire im zweiten Quartal noch mehr Apple-Aktien gekauft hat.

Berkshires neue Rückkaufregelung beginnt jetzt

Ich habe bereits erwähnt, dass Berkshire vor kurzem seine Rückkaufsermächtigung geändert hat. Bisher musste die Aktie unter 120 % ihres Buchwertes liegen, damit Rückkäufe erfolgen konnten. Berkshire wird mit Stand 6.8.2018 bei ungefähr 140 % des Buchwertes gehandelt, und ist lange über der Schwelle von 120 % gewesen, also sind längere Zeit keine Aktien zurückgekauft worden.

Jetzt können Rückkäufe stattfinden, wenn sowohl Buffett als auch Charlie Munger sich einig sind, dass die Aktie verglichen zum inneren Wert günstig gehandelt wird.

Der geänderte Plan soll nach Bekanntgabe der Ergebnisse für das Q2 in Kraft treten. Jetzt, da der Gewinnbericht veröffentlicht wurde, haben Buffett und Munger die Befugnis, Aktien zurückzukaufen, wann immer sie es für richtig halten. So kann Berkshire nicht nur jederzeit Aktien zurückkaufen – die Rückkaufaktivität des Unternehmens könnte uns eine bessere Vorstellung davon geben, für wie wertvoll Buffett und Munger die Aktien von Berkshire wirklich tatsächlich halten.

Fazit: ein rundum solides Quartal

Obwohl Berkshire Hathaway nicht genau die Leistung erbrachte, die sein 182 % starkes „Gewinn“-Wachstum vermuten lässt, hatte das Unternehmen ein solides Quartal. Außerdem hat Berkshire schließlich einen entscheidenden Schritt unternommen, um seinen Managern zu ermöglichen, sich mit seinem anhaltenden Bargeldproblem auseinanderzusetzen. Wir müssen noch ein wenig länger auf Details zu Berkshires volles Aktienportfolio warten, aber ich würde sagen, dass, basierend auf dem, was wir bisher wissen, Berkshires zweites Quartal ein gutes war.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und Berkshire Hathaway.

Dieser Artikel von Matthew Frankel erschien am 6.8.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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