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Blöder Verdacht: Ist Elon Musk ein Marktmanipulator?

09.08.2018, 12:36  |  4002   |   |   

Am Dienstag hatte Elon Musk per Twitter verkündet, dass er die Tesla-Aktie bei einem Kurs von 420 US-Dollar vom Markt nehmen wird - ein Delistung. Dieser Tweet lösste nicht nur einen Kurssprung aus, sondern Gegenwind von der US-Regulierungsbehörde SEC. 

Die Securities and Exchange Commission (SEC) erkundigt sich bei Tesla, ob die Tweets des CEO Musks Tatsachenaussagen waren und warum er sich dafür entschieden hat, die Offenlegung über Social Media statt über eine Einreichung vorzunehmen, so das "Wall Street Journal" am Mittwoch.

Der deutsche Autopapst Ferdinand Dudenhöffer sagte im Interview: "Sollte es wirklich nur einer seiner Musk-Scherze sein, kann das große Probleme mit der Börsenaufsicht bringen. Einfach mal den US-Aktienmarkt nach oben jagen und Kurse mit Meldungen manipulieren ist sehr, sehr gefährlich für den Scherzkeks". (Business Insider)

Die SEC hat festgestellt, dass Unternehmen immer häufiger Social Media-Kanäle nutzen, um potenziell marktbewegende Informationen zu verbreiten. Jedoch warnen spezialisierte Rechtsanwälte vor dieser Methode. So könnte Elon Musk in rechtliche Schwierigkeiten geraten, wenn die am Dienstag veröffentlichte Nachricht unwahr oder unausgegoren sei, so "Bloomberg".

"Er [Elon Musk] könnte in großen Schwierigkeiten sein, wenn sich herausstellt, dass das nicht wahr ist", sagte Keith Higgins, ein Ropes & Gray-Partner, der früher die Corporate-Finance-Einheit der SEC leitete. Musk könnte Marktmanipulation vorgeworfen werden.

Am Mittwoch, weniger als 24 Stunden nach Musks erstem Tweet, gaben die Vorstandsmitglieder von Tesla bekannt, dass ihnen der Plan von Elon Musk seit letzter Woche vorliegt. Somit scheint es kein Scherz zu sein und auch der Twitter-Account von Musk wurde nicht gehackt. 

Wurden die SEC-Regeln verletzt? Generell müssen Unternehmen ein so genanntes 8-K-Formular der SEC ausfüllen, um Aktionäre über wichtige Ereignisse zu informieren. Für die wichtigsten Angelegenheiten haben Unternehmen vier Arbeitstage Zeit.

"Offen gesagt, die größere Frage wird sein, ob die Informationen korrekt sind oder nicht", sagte Ira Matetsky, ein Partner von Ganfer & Shore in New York. Und weiter: "Als Musk das twitterte, hat er gesagt, dass das etwas ist, was definitiv passieren wird? Etwas, das passieren könnte? Wie würde ein vernünftiger Investor das interpretieren und stimmte es mit den damaligen Tatsachen überein?".

Stephen Crimmins, ein ehemaliger Anwalt der SEC, sagte, dass Musks' Tweets wahrscheinlich keine Marktmanipulation waren. "Er ist ein CEO, der positive Dinge über sein Unternehmen sagt", so Crimmins.

"Das ist sehr ungewöhnlich", sagt Paul Scrivano, Global Head of Mergers and Acquisitions bei Ropes & Gray. "Mir ist kein anderer Deal bekannt, bei dem der Gründer die Aktiengesellschaft privatisiert und dies über Twitter angekündigt hat", so Scrivano.

Quellen:

Bloomberg

Business Insider

Wertpapier
Tesla


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