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Goldaktien: Startet jetzt die Rallye aufgrund der Saisonalität?

Nachrichtenquelle: Rohstoffbrief.com
09.08.2018, 12:15  |  943   |   |   

Der Goldpreis befindet sich nahe des Jahrestiefs. Die Ampeln stehen für Goldaktien aber dennoch aufgrund der Saisonalität auf Grün. Mittel- und langfristig sind die Aussichten sogar deutlich besser, denn die großen Bergbaukonzerne schauen sich nach attraktiven Projekten um.

Trotz Krisen (bisher) keine Flucht in den sicheren Hafen

Handelskriege, hohe Aktienbewertungen, Gewinnwarnungen, populistische Regierungen, US-Schuldenkrise – derzeit gibt es jede Menge geoökonomische Spannungen, die dem Goldpreis auf die Beine helfen müssten. Doch die Unzennotiz kann sich nicht befreien und notiert nahe des 12-Monatstiefs. Hinzu kommt, dass die Finanzinvestoren so short sind wie seit dem Jahr 2006 nicht mehr. Doch wie lange werden sie mit Blick auf die Gemengelage durchhalten können (Details)? Fakt ist, dass insbesondere die Hedge Funds derzeit massiv auf niedrige Goldpreise wetten, wie der Blick auf die Positionierung zeigt (siehe Graphik unten). So short waren die Geldjongleure seit Ende 2015 nicht mehr. Und jeder weiß, dass Gold danach zu einer massiven Rallye ansetzte und so manchen Fondsmanager den Gar ausgemacht hat.

Inder kommen zurück

Dass es im Sommer 2018 genauso laufen könnte, zeigt auch der Blick auf die Saisonalität. Denn in dieser Zeit kaufen vor allem indische und chinesische Händler mehr Gold, um die steigende Schmucknachfrage in den kommenden Monaten bedienen zu können. In Indien scheint sich die Goldnachfrage bereits zu beleben. Nach vorläufigen Daten des Finanzministeriums sind die Importe im Juli auf 65,6 Tonnen gestiegen. Sie lagen damit ein Fünftel über dem Vorjahreswert. Das World Gold Council geht davon aus, dass das Land in diesem Jahr 700 bis 800 Tonnen Gold importieren wird, womit sie auf Vorjahresniveau lägen. Es gibt keinen Grund zu glauben, dass die beiden größten Goldverbraucher der Welt nicht mehr diese Saisonalität zeigen. Dementsprechend stellt sich die Frage, ob der seit dem Jahr 2011 laufende Gold-Bärenmarkt bald sein Ende findet?

Investoren vs. Spekulanten

Wer mittel- und langfristig denkt, wird sich nicht um diese Fragen kümmern. Vielmehr bietet sich die Chance, nun günstig Qualitätsaktien zu kaufen. Ob sie dann morgen oder in drei Monaten loslaufen, ist für einen Spekulanten wichtig, nicht für einen Investor. Der Investor erkennt, dass derzeit das Angebot an Gold zu schrumpfen beginnt. So mancher sieht sogar „Peak Gold“ gekommen (mehr hier). Doch das ist zweitrangig, wenn man auf die richtigen Aktien setzen will. Wichtig ist die Entwicklung bei den großen Bergbaukonzernen. Die erwirtschaften wieder positive Cashflows und haben ihre Kosten im Griff. Allerdings sinken sukzessive die Reserven an Gold. Konzerne wie Barrick Gold oder Goldcorp zeigten sogar eine schrumpfende Produktion im zweiten Quartal (mehr hier). Und da es immer teurer wird, bestehende Minen zu erweitern, sind attraktive Goldprojekte gefragt wie nie. Das zeigt auch die jüngst von Coeur Mining getätigte Übernahme der Northern Empire. Im Durchschnitt geben die großen Goldproduzenten inzwischen 113 Dollar für jede zugekaufte Unze aus. Das lohnt sich auch bei niedrigen Goldpreisen wie aktuell.

Antizykjlisch handeln

In die Kategorie der potenziellen Übernahmeziele fällt auch Contact Gold (0,42 CAD  0,26 Euro; US21074G1013). Das liegt zum einen an den Assets des Unternehmen, denn Contact hat sich 13 Claims am berühmten Carlin-Trend in Nevada gesichert. Als man sensationell gute Bohrergebnisse für sein Flaggschiffprojekt Pony Creek meldete (mehr hier), legte die Aktie an einem Handelstag um mehr als 50 Prozent zu. In der Folge kam es kaum zu Gewinnmitnahmen. Hier gibt also keiner Stücke ab. Im Gegenteil: zuletzt legte die Aktie sogar wieder trotz schwacher Goldpreise zu und nahm auch die 40-Cent-Marke mit Verve. Das könnte am zweiten Grund liegen. Denn als Contact Gold im vergangenen Jahr geformt wurde, beteiligte sich Goldcorp direkt mit 7,5 Mio. Dollar. Dafür erhielt der Konzern aus Vancouver aber nur 15 Prozent der Aktien. Das sieht nach einem Fehlinvestment aus, denn heute kommt Contact lediglich auf einen Börsenwert von 26,8 Mio. kanadischen Dollar. Doch für Goldcorp ist diese kurze Sicht zweitrangig. Der Konzern will angesichts der attraktiven Claims einen Fuß in der Tür haben. Dann muss im Falle einer Übernahme nicht ganz so viel Geld ausgegeben werden. Kurzfristig könnte es mit der Contact-Aktie übrigens weiter aufwärts gehen, denn in den kommenden Wochen dürften weitere Bohrergebnisse veröffentlicht werden.

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