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Hat Intel auf dem PC aufgegeben?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
09.08.2018, 15:30  |  366   |   |   

Ein Dia von Intels (WKN:855681) 50-Jahr-Feier machte die Runde im Internet und verleitete einige dazu zu glauben, dass Intel nicht mehr auf PCs setzt — ein Bereich, der traditionell die größte Einnahme- und Gewinnquelle des Unternehmens war und ist. Aber ich glaube nicht, dass das die Botschaft ist, die Intel vermitteln wollte.

Schauen wir uns genauer an, was los ist.

Der PC wird für Intel immer weniger wichtig

Jahrelang war der PC-Markt im Niedergang begriffen. Das Marktforschungsunternehmen Gartner (WKN:887957) sagte, dass die branchenweite Zahl der ausgelieferten Personalcomputer im Jahr 2011 über 365 Mio. betrug. Bis 2017 lag die Zahl der ausgelieferten PCs bei nur 262,5 Mio. Stück — ein Rückgang von rund 28 % gegenüber 2011.

Es ist also  kein Wunder, dass Intel in andere Märkte vorstößt.

Der PC-Markt hat sich jedoch zuletzt stabilisiert. Im zweiten Quartal 2018 sind die Auslieferungen in der Branche sogar etwas gestiegen.

Auf seiner letzten Telefonkonferenz teilte Intel sogar mit, dass es nun zum ersten Mal seit 2011 ein „moderates Wachstum“ bei den Computerlieferungen erwartet.

Obwohl der PC-Markt sich im Jahr 2018 gut zu entwickeln scheint, war Intels Client Computing Group — die hauptsächlich PC-Prozessoren und verwandte Komponenten herstellt — immer noch der am langsamsten wachsende Bereich im letzten Quartal.

Hier eine Tabelle, die den Umsatz der einzelnen Segmente zeigt und ebenso die Umsatzwachstumsraten gegenüber dem Vorjahr, wie man am letzten Quartal sehen konnte:

Segment Umsatz Wachstum im Jahresvergleich
Client Computing 8,7 Mrd USD 6 %
Data Center 5,5 Mrd USD 27 %
nicht-volatile Speicherlösungen 1,1 Mrd USD 23 %
Internet der Dinge 880 Mio. USD 22 %
Programmierbare Lösungen (früher Altera) 517 Mio USD 18 %

QUELLE: INTEL QUARTALSBERICHT

Die Client-Computing-Gruppe von Intel ist zwar nach wie vor ein wichtiger Umsatztreiber (sie ist nach Umsatz immer noch die größte Geschäftseinheit des Unternehmens), aber ihre Bedeutung hat im Laufe der Zeit abgenommen, da die anderen Geschäftsbereiche insgesamt schneller gewachsen sind als die Client-Computing-Gruppe.

„Noch vor fünf Jahren war etwa ein Drittel unseres Umsatzes datenzentrisch“, so Swan. „Heute ist fast die Hälfte unseres Umsatzes datenzentriert und wächst zweistellig.“

Die Bedeutung des PCs

Obwohl Intel davon ausgeht, dass sein PC-Geschäft im Laufe der Zeit an Bedeutung verlieren wird, denke ich nicht, dass es klug wäre, es zu vernachlässigen.

Auf der letzten Telefonkonferenz des Unternehmens sagte Interim-CEO Bob Swan, dass das Geschäft der Client-Computing-Gruppe „weiterhin eine äußerst wichtige Quelle für das geistige Eigentum, die Größe und den Cashflow unseres Unternehmens ist“.

Swan erwähnte das geistige Eigentum. Im Jahr 2014 zeigte der damalige CFO Stacy Smith, wie Intel für Personalcomputer CPU-Kerne entwickelte und damit einen Kernbereich „geistigen Eigentums für Personalcomputer“ besetzt und diese Technologien dann in anderen Produkten wie Rechenzentrumsprozessoren und Internet-of-Things-Chips einsetzte.

Das ist wahrscheinlich das, was Swan im zweiten Quartal ansprach. Swan erwähnte darin auch die Skalierung. In diesem Fall scheint es so, als ob er über den Maßstab der Chipfertigung spricht.

Man muss bedenken, dass Intel eines der wenigen Unternehmen ist, die ihre eigenen Chips herstellen (die meisten Unternehmen entwickeln Chips, die dann von Dritten hergestellt werden).

Es kostet eine Menge Geld, um Chip-Werke zu bauen und auszustatten, und nur sehr wenige Unternehmen erzielen genügend Umsatz mit dem Verkauf von Chips, um den Besitz und Betrieb solcher Werken zu stützen.

Gartner behauptet, dass die Branche im Jahr 2017 262,5 Mio. PCs ausgeliefert hat, und nach den Kommentaren von Intel kann man davon ausgehen, dass Gartner für 2018 eine noch höhere Auslieferung melden wird. Auch wenn die Auslieferungen von Personalcomputern deutlich unter dem Höchststand liegen, sind die Stückzahlen in absoluten Zahlen immer noch recht hoch.

Da Intel wahrscheinlich mehr als 200 Mio. PC-Prozessoren pro Jahr ausliefern wird und viele dieser Prozessoren einen separaten Plattform-Controller-Hub-Chip entweder auf dem Motherboard oder im gleichen Gehäuse wie der Prozessor selbst benötigen, ist es nicht schwer zu erkennen, dass Intel eine Menge Chips für den PC-Markt bauen muss.

Schließlich erwähnte Swan, dass der PC-Markt viel Geld für das Unternehmen generiert.

Im letzten Quartal erzielte Intels Client-Computing-Gruppe einen Umsatz von 8,7 Mrd. US-Dollar und einen Betriebsgewinn von 3,2 Mrd. US-Dollar. Das Segment trug im zweiten Quartal 2018 damit am meisten zum Betriebsgewinn des Unternehmens bei (obwohl die Rechenzentrumsgruppe des Unternehmens mit einem Betriebsgewinn von 2,7 Mrd. US-Dollar knapp dahinter lag).

Angesichts der Bedeutung, die der PC-Markt für das Unternehmen in den kommenden Jahren haben dürfte, sollten die Aktionäre hoffen, dass das Unternehmen weiterhin angemessen in diesen Bereich investiert.

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