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Jahresprognose 2018 steht! Starker Auftragsbestand untermauert Ausblick

Gastautor: Volker Glaser
10.08.2018, 00:04  |  1653   |   |   

Die Industriegruppe mit den beiden Kernbereichen Antriebstechnik („Powertrain“) und Ultraschalltechnik („Ultrasonic“) ist operativ gut unterwegs. „Der positive Trend aus dem 2. Halbjahr 2017 setzt sich weiter fort. Unsere Auftragsbücher sind sowohl für Europa als auch für die USA bis zum Jahresende gefüllt und im Bereich Ultrasonic sogar deutlich darüber hinaus“, sagt uns CEO Andreas Aufschnaiter im Hintergrundgespräch.

Im Bereich Powertrain liegt der Fokus auf Systemen und Komponenten für schwere Dieselmotoren und kundenspezifische Elektromotoren. Das LKW-Geschäft unterliegt Zyklen. Ein Ende dieses Zyklus kann Aufschnaiter derzeit nicht erkennen. „Bis Ende 2019 ist die LKW-Konjunktur als robust einzustufen. Die Auslastung ist am Optimum, vor allem für den US-Markt.“ In diesem Geschäft ist unter anderem Daimler ein wesentlicher Treiber. MS Industrie liefert den Ventilbetrieb für den Daimler-Weltmotor. Solange das Truck-Geschäft von Daimler erfolgreich ist, wird sich das Segment gut entwickeln. 2017 entfiel ein Umsatz von etwa 150 Mio. Euro auf diesen Kunden, welcher sich auf die Region USA und Europa sowie auf verschiedene Produkte verteilt. In Europa entfällt nicht der komplette Umsatz auf das LKW-Geschäft. Insgesamt erzielt MS Industrie rund 210 Mio. Euro Umsatz im Bereich Powertrain; künftig ergänzt um neue Aufträge mit Komponenten für Elektro- und Hybridantriebe für die PKW-Industrie.

Der bisherige Rahmenvertrag mit Daimler hatte einst eine Laufzeit bis Ende 2017. Inzwischen wurde er bis zum Jahr 2023 verlängert“, sagt Aufschnaiter. Auch MAN, MTU und ZF sind Kunden. Auf der Kundenwunschliste für Serienteile wäre eine Ergänzung um Volvo und Scania für das Unternehmen gut, um die Kundenstruktur zu diversifizieren. „Sobald diese Unternehmen neue Motorengenerationen entwickeln, können wir ein spannender Partner sein. Ein neuer Motor ist eine neue Chance für uns. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir bei mindestens einem der größeren LKW-Hersteller Anfragen für neue Serienteile erhalten“, so Aufschnaiter. Es liegt übrigens nahe, dass MS Industrie vermutlich mit Scania im Gespräch ist, da diese wie MAN zu VW gehört.

Im Segment Ultrasonic erzielte das Unternehmen in 2017 einen Umsatz von ca. 54 Mio. Euro. Fokus in diesem Bereich sind Sondermaschinen und Serienmaschinen sowie Ultraschallsysteme und -komponenten. Der Bereich Sondermaschinen ist ein Wachstumsmarkt und ist insgesamt weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen. Zum weiteren Wachstum soll zum Beispiel eine neue Serienmaschine beitragen, die im Einführungsjahr 2017 nicht ganz 1 Mio. Euro Umsatz gemacht hat. 2018 soll die neue Maschine schon mehr als 3 Mio. Euro zum Umsatz beisteuern. Auf Sicht von 3 bis 5 Jahren könnte MS Industrie im Segment Ultrasonic Umsätze von 100 Mio. Euro erreichen.

2017 erzielten die Münchner einen Umsatz von über 250 Mio. Euro, ein EBITDA von 22 Mio. Euro und ein EBIT von 8.5 Mio. Euro. Netto klingelten nach Minderheiten rund 7 Mio. Euro in der Kasse oder 23 Cent je Aktie. Für das Jahr 2018 erwartet der CEO einen Umsatz von ca. 270 Mio. Euro. Das EBITDA soll sich weiter verbessern. „Unser Ziel ist mittelfristig eine EBITDA-Marge von 10 %.“ EBIT und EBT sollen 2018 deutlich schneller ansteigen als das EBITDA. Hintergrund sind geringere Abschreibungen als im Vorjahr. Die Abschreibungen beziffert der Firmenchef auf ca. 11 Mio. Euro. 2017 war der Nettogewinn positiv von Steuereffekten geprägt. 2018 erwartet Aufschnaiter wieder eine normale Steuerquote von ca. 28 %. Das Nettoergebnis soll 2018 dennoch höher ausfallen als im Vorjahr. Im nächsten Jahr will MS Industrie weiterwachsen. „Wir wollen uns der Marke von 300 Mio. Euro deutlich nähern. Unser Segment Ultraschall wird gut wachsen. Im Jahr 2019 sollten wir auch eine EBITDA-Marge von etwa 10 % erreichen können.“ 2018 wird übrigens mit mehr als 190 000 Weltmotoreneinheiten gerechnet nach 165 000 im Jahr 2017. 2019 dürfte die Anzahl von 200 000 Einheiten geknackt werden. Kommt MS Industrie bei neuen Kunden ins Seriengeschäft, dann würde sich der Umsatz mittelfristig nochmals erheblich erhöhen. In den nächsten 6 Monaten sollten dazu Entscheidungen fallen.

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