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Apple, Amazon, Facebook – keine Chance für die Deutschen

Gastautor: Daniel Saurenz
10.08.2018, 07:00  |  356   |   |   

USA_ChicagoDie Tatsache, dass die US-Technologieriesen die großen deutschen Unternehmen hinter sich gelassen hat, ist spätestens seit Bekanntwerden des Eine-Billionen-Rekords von Apple allen klar. Dass es jedoch fünf US-Technologiewerte schaffen 2,5 Mal so viel wert zu sein wie der gesamte deutsche Leitindex war bestimmt eher Wenigen bekannt. Mit einem Wert von 4,1 Billionen Dollar lassen Apple, Amazon, Facebook, Microsoft und Alphabet den Dax alt aussehen.

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Wie Trump die US-Wirtschaft mit seinem Handelsstreit bedroht, lesen Sie in der Einschätzung der Principal Global Investors:

Gegenwärtige Stärke der US-Wirtschaft kann der Niedergang sein

In der vergangenen Woche zeigten die Daten zum BIP der USA für das zweite Quartal ein annualisiertes Wirtschaftswachstum von 4,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Gleichzeitig bewegt sich der S&P 500 Index weiterhin auf Rekordhöhen und wird dabei von Unternehmensgewinnen unterstützt, die über den Erwartungen liegen. Auch die Arbeitslosigkeit hat ihr Rekordtief erreicht. „Dieser erstaunliche Verlauf könnte Präsident Trump darin bestärken, seinen protektionistischen Kurs fortzuführen“, sagt Seema Shah, Global Investment Strategist bei Principal Global Investors.

USA_Börse_WallStreet_FotoliaEs stehe außer Frage, dass Trumps Handelsagenda die chinesischen Aktienmärkte am stärksten getroffen habe. Seit April habe der US-Dollar um über 3 Prozent zugelegt und der S&P 500 Index sei vergleichbar gestiegen. Dagegen sei der chinesische Aktienmarkt seit Jahresbeginn um rund 17 Prozent eingebrochen, während der Renminbi seit Mitte April gegenüber dem US-Dollar um 7 Prozent nachgegeben habe. Shah stellt in Frage, dass Trump bei dieser Performance in Erwägung ziehen sollte, seine Außenpolitik anzupassen. „Angesichts der bevorstehenden Halbzeitwahlen könnte es sogar Sinn machen, den Protektionismus noch weiter zu eskalieren“, meint die Expertin.

Handelszölle seien nicht nur ein Trick, um Wähler zu gewinnen. Trump sei ein überzeugter Protektionist, eingenommen von einer handelsfeindlichen Sicht auf die Welt. „Wenn es also keine Beweise dafür gibt, dass seine Handelsagenda der US-Wirtschaft schadet oder dazu führt, dass die US-Aktienmärkte schlechter performen, ist es unwahrscheinlich, dass Trump seinen Ansatz abschwächen wird. Aber das wäre kurzsichtig. Handelskriege sind weder vorteilhaft noch leicht zu gewinnen“, betont Shah.

In einem Handelskrieg leide das globale Wachstum, und kein Land entziehe sich den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen. „Die komplexe globale Lieferkette führt dazu, dass bei der Herstellung chinesischer Waren Einzelteile aus verschiedenen Ländern importiert werden – einschließlich der USA selbst“, erläutert die Strategin.

„Von den ersten US-Zöllen auf chinesische Importe waren Konsumgüter mit weniger als 5 Prozent betroffen. Aber nach der zweiten Tarifrunde waren über 30 Prozent damit konfrontiert, und in der neu angekündigten dritten Runde werden die Zölle wahrscheinlich noch höher sein. Infolgedessen dürften sich die Auswirkungen auf die Inflation verschärfen“, vermutet Shah. Sollte die Nachfrage nach US-Agrarexporten sinken und die Stahl- und Aluminiumpreise steigen, könnten die Anhänger von Trump beginnen, ihre Unterstützung für die Handelsagenda von Trump in Frage zu stellen.

„Vergessen wir nicht, dass die US-Tarife mit Sicherheit Vergeltungsmaßnahmen nach sich ziehen werden. China hat angedeutet, dass es “energisch” zurückschlagen würde. Zugegebenermaßen ist es unwahrscheinlich, dass die gewählte Methode der Vergeltung viel mehr als Fleischwunden verursacht“, sagt die Expertin. Schließlich seien die US-Produkte, auf die China Abgaben erheben wolle, politisch wichtiger als wirtschaftlich, denn sie zielten auf Waren ab, die sich auf aus Wahlkampfgesichtspunkten zentrale Staaten konzentrierten.

Wie wird China Vergeltung üben?

Börse_Asien_China_3China importiert einfach nicht genug, um die Ausgaben für US-Zölle im gleichen Gegenwert aufzufangen. Selbst wenn es seine Zölle für US-Unternehmen auf wirtschaftlich wichtige Waren umleite, könne die Wirkung beschränkt sein. Stattdessen werde China wahrscheinlich amerikanische Unternehmen durch bürokratische Formen der Vergeltung unter Druck setzen, wie zum Beispiel das Auferlegen von Zollverzögerungen, Steuerprüfungen, die Verlangsamung von Geschäftsgenehmigungen und die zunehmende behördliche Kontrolle.

„Ein frühes Opfer dieser Form der Vergeltung war ein großes US-amerikanisches Unternehmen für Telekommunikationsausrüstung, das keine andere Wahl hatte, als sein Angebot für einen konkurrierenden Chiphersteller zu streichen, nachdem klar wurde, dass die chinesischen Regulierungsbehörden das Geschäft nicht genehmigen würde“, so Shah. Während alle anderen relevanten Jurisdiktionen die geplante Übernahme bereits vor Monaten genehmigt hätten, stellte China seine Regulierungsmacht unter Beweis, indem es seine Zustimmung nicht erteilte. Sie diene der US-Regierung als starke Warnung vor dem, was sie erwarten könne.

Ein weiterer Hebel wäre, den Renminbi gegenüber dem US-Dollar zu schwächen, was einerseits China dazu verhelfen würde, seine Wettbewerbsfähigkeit wiederzuerlangen und andererseits zu kostspieligen Handelsunterbrechungen für die Vereinigten Staaten führen könnte. Manche Beobachter vermuten, dass sich der Handelskrieg in einen Währungskonflikt verlagere. Tatsächlich sei die Abwertung eine normale Reaktion auf die wirtschaftlichen Fundamentaldaten. Die Währungen der Länder, die höheren Zöllen unterlägen, sollten abschwächen. „Der interessantere Punkt ist jedoch, dass China dem Renminbi erlaubt hat, so sehr zu fallen – trotz des Ziels der Zentralbank die grobe Stabilität des Wechselkurses gegenüber einem Währungskorb beizubehalten. Obwohl der Renminbi nicht so bedeutend ist wie seine Abwertung gegenüber dem US-Dollar, hat er seit Juni um 3 Prozent gegenüber diesem Korb nachgegeben“, sagt Shah. Gegen die volle Macht der chinesischen Politiker anzukämpfen, könnte ein Kampf sein, der Trump nicht gefallen werde.

Quelle: Principal Global Investors, eigene Recherche

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