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Südkoreas Börse lockt - Für mutige Anleger kann Südkorea zum Volltreffer werden

Gastautor: Guido vom Schemm
10.08.2018, 08:14  |  491   |   |   

Zahlreiche Deutsche verbinden mit Südkorea wohl das bittere WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Russland. Für Anleger könnte Südkorea hingegen zum Volltreffer werden. Im Jahr 2017 zündete Südkoreas Börse bereits den Turbo und konnte das Jahr mit einem Plus von satten 22 Prozent abschließen. In diesem Jahr sieht es deutlich schlechter aus. Seit Januar büßte der Korea Composite Index bereits über 7 Prozent ein. Die unsichere Situation mit Nachbar Nordkorea, die steigenden US-Zinsen und der drohende Handelskrieg machte der Börse des asiatischen Vorzeigelandes das Leben in den letzten Monaten schwer. Investoren stellen sich die Frage, ob sie jetzt günstig einkaufen sollen oder ob die Gefahr, in ein fallendes Messer zu greifen, noch zu groß ist.

 

Asiatische Aktien gehörten 2018 zu den Lieblingen der Investoren. Südkorea konnte besonders überzeugen. Weltkonzerne wie Samsung oder LG sind stark gelaufen.

 

 

 

Seit Jahresbeginn hat sich das Blatt gewendet. Sorgen bereitet den Investoren die Entwicklung der US-Zinsen. Die steigenden Zinsen sorgten dafür, dass internationalen Anleger ihr Geld aus Südkorea abgezogen haben, um es in die USA zu repatriieren. Dieser Abfluss drückt die Aktienkurse, denn US-Anleger sind nach Angaben der Finanzaufsicht mit immerhin fast 250 Milliarden US-Dollar mit Abstand die größten ausländischen Investoren in Korea.

Zudem belastet der drohende Handelskrieg zwischen den USA und dem Rest der Welt vor allem auch die asiatischen Börsen. Auch die politische Situation, insbesondere durch die Unsicherheit in Nordkorea hervorgerufen, trübt die Stimmung. Dieser Cocktail aus Unsicherheitsfaktoren verursachte in den letzten Monaten eine deutliche Korrektur.

 

Politisch gab es zuletzt eher gute Neuigkeiten. Seit den olympischen Winterspielen, welche im Februar in der südkoreanischen Region Pyeongchang ausgetragen wurden, haben sich Nord- und Südkorea vorsichtig angenähert. Ende April unterzeichneten Nord- und Südkorea eine gemeinsame Erklärung über die Schaffung einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel, die eine "Ära des Friedens" einläuten soll. Kommt es tatsächlich zur Abrüstung und zum lang ersehnten Friedensvertrag zwischen den seit Ende des Koreakriegs 1953 verfeindeten Staaten, könnte dies der Beginn einer neuen wirtschaftlichen Ära sein. Die weitere politische Entwicklung sollte eng verfolgt werden.

Wirtschaftlich geht es stetig voran. Korea gehörte 1962 mit einem BIP pro Kopf von 106 USD zur „Unterliga“ der Entwicklungsländer. Heute rangiert das Land trotz hoher Importabhängigkeit bei Rohstoffen, Energie und Technologie unter den 15 größten Volkswirtschaften der Welt und zählt in den Bereichen Schiffsbau, Elektronik, Automobil- sowie Stahlindustrie und im Telekommunikationssektor zu den wichtigsten Anbietern auf der Weltbühne. Zahlreiche Firmen verbuchen derzeit Rekordgewinne und erhöhen die Dividende.

Darüber hinaus hat das Land ehrgeizige Ziele. So peilt Südkorea bis 2022 einen Aufstieg zur viertgrößten Exportnation an. Dabei soll ein neues Freihandelsabkommen helfen. Aktuell liegt das Land mit einem Ausfuhrvolumen von 574 Milliarden Dollar auf Platz 6. Ziel ist es, Waren im Wert von 800 Milliarden Dollar zu exportieren.

Die Bewertung von Südkoreas Aktienmarkt ist verlockend. Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des südkoreanischen Aktienindex Kospi liegt bei elf. Zum Vergleich: Das KGV des DAX beträgt etwa 14, beim US-Aktienindex Dow Jones liegt der Wert bei rund 18.

 

Für chancenorientierte Anleger mit mittelfristigem Anlagehorizont bieten sich Einstiegschancen, wohlwissend, dass die Korrektur noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Eine attraktive Möglichkeit zum Investment bieten börsengehandelte Fonds oder ETFs. Versierte Anleger können Stockpicking betreiben und in Einzelaktien investieren, welche oftmals auch an europäischen Börsen gehandelt werden. Für Langfristanleger ist das Chancen-Risiko-Verhältnis sehr gut. Bei zwischenzeitlichen Kursschwankungen sollten Anleger die Nerven behalten. Somit kann Südkorea trotz des WM –Debakels Deutschlands doch noch zum Happy End für Anleger werden.

 

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