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Viel Gezeter ums Gezwitscher bei Tesla
Foto: M. B. M. - unsplash

Viel Gezeter ums Gezwitscher bei Tesla

Nachrichtenquelle: wikifolio
10.08.2018, 13:48  |  514   |   |   

Social Media-Aktivitäten gewinnen auch an der Börse immer mehr an Bedeutung. Normalerweise werden kursrelevante Nachrichten von den Investor Relations-Abteilungen der Unternehmen ja bis ins kleinste Detail überprüft und anschließend über die offiziellen Vertriebskanäle der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Doch in Zeiten, wo der amtierende US-Präsident die ganze Welt mit seinen Kurznachrichten in Atem hält, finden die traditionelle Art der Kommunikation wohl auch manche Unternehmenslenker nicht mehr zeitgemäß. So sorgte in dieser Woche Elon Musk, Gründer und Firmenlenker bei Tesla, mit einer Twitter-Nachricht über den möglichen Rückzug des Elektroauto-Herstellers von der Börse, für helle Aufregung an den Märkten. Eine finale Entscheidung darüber sei zwar noch nicht gefallen, einen möglichen Kaufkurs konnte und wollte der Multi-Milliardär aber schon nennen. Und der lag mit 420 US-Dollar natürlich deutlich über dem Kurs seiner zuletzt schwächelnden Aktie, die daraufhin erst vom Handel ausgesetzt wurde und später kräftige Gewinne verbuchte.

Arbeit für die Börsenaufsicht

Dass die amerikanische Börsenaufsicht nun einige Fragen an das Unternehmen gestellt haben soll, ist nicht weiter verwunderlich. Groß interessieren wird es den neuen Tweet-König aber wahrscheinlich nicht. Denn Musk ist es tatsächlich zuzutrauen, dass er sich ernsthaft mit einem solchen Schritt beschäftigt. Schließlich müsste er sich dann nicht mehr mit den seiner Meinung nach viel zu kritischen Analysten rumärgern und jedem erklären, warum sein Unternehmen die aufgestellten Ziele ständig verfehlt und immer noch keine Gewinne erzielt. Auf der anderen Seite hat Tesla seit dem Börsengang durch die Ausgabe von Anleihen und neuen Aktien fast 17 Milliarden Dollar eingesammelt, was ohne Börsennotiz so dann nicht mehr möglich wäre. Und frisches Kapital benötigt die Firma so oder so. Analysten schätzen, dass Tesla zur Finanzierung des Börsenrückzugs um die 40 Milliarden Dollar an Schulden aufnehmen und dafür jährlich 2,7 Milliarden Dollar an potenziellen Zinsen zahlen müsste. Dennoch plant der Vorstand aktuellen Berichten zufolge, sich schon in der kommenden Woche mit Finanzberatern zu treffen, um einen möglichen zu besprechen. Die Sache bleibt also spannend.

Gutes Timing beim Einstieg

Auch bei wikifolio.com fiebern zahlreiche Trader mit der Aktie mit. In rund 1150 wikifolios ist der Titel derzeit vertreten, davon sind über 350 als wikifolio-Zertifikat investierbar. Das wikifolio „Know and love the product you invest in”  von Andreas Röhrig („swingman“) zählt erst seit drei Wochen dazu. Umso mehr freut sich der Trader über das perfekte Timing, welches ihm bei der Position jetzt schon einen Buchgewinn von 14 Prozent beschert. Am Dienstagabend verfolgte er die Geschehnisse direkt am Rechner und berichtete quasi „live“: „Elon Musk denkt über eine Privatisierung Teslas nach. Er würde 420 Dollar zahlen. Keine schlechte Zeit für Tesla Aktionäre. Die Aktie ist momentan vom Handel ausgesetzt. Der Preis sollte sich zügig dorthin bewegen“.

Neues Rekordhoch auch dank Tesla

Auch weil der Titel mit einem Depotanteil von 23 Prozent eindeutig das Schwergewicht in dem aus insgesamt zehn Aktien bestehenden Portfolio ist, notiert das wikifolio momentan auf Allzeithoch. Seit der Eröffnung Ende 2012 beträgt das Kursplus mittlerweile über 180 Prozent. Besonders gut lief es dabei in den vergangenen zwei Jahren, in denen unter dem Strich eine Performance von 90 Prozent generiert werden konnte. Allein seit Jahresbeginn gelang ein Anstieg von 45 Prozent. Der Maximalverlust seit dem Start beläuft sich auf 26 Prozent. Der Trader, der nach eigenen Angaben „Anlage-Erfahrung seit 1998“ besitzt und bisher „immer einen guten Riecher“ bei seinen Investments hatte, kauft nur Aktien von Unternehmen, deren Produkte er selbst besitzt oder kaufen würde bzw. deren Produkte oder Dienstleistungen er als Unternehmer nutzen würde.

Gute Erfahrungen mit Auto und Aktie

Der Trader Manfred Grabowski („EV1“) scheint ein echter Tesla-Experte oder zumindest ein ausgewiesener Fan von deren Automodellen zu sein. Diesen Eindruck bekommt man zumindest beim Lesen seiner recht häufigen Kommentare zu dem Unternehmen, wie hier vor gut einem Monat:„Wer sich von Tesla eine eigene Meinung bilden möchte, der sollte in den Teslastore gehen und eine Probefahrt mit einem der Fahrzeuge anfragen. Da ändert man schnell seine Meinung probiert es aus, die Mitarbeiter dort sind nicht arrogant, wie man es vielleicht schon bei dem einen oder anderen Sportwagenhersteller erlebt hat, wenn man ein 100.000 Euro-Fahrzeug testen wollte. Probiert es“. Aber nicht nur mit den Autos hat der Trader gute Erfahrungen gemacht, sondern auch mit der Tesla-Aktie. In seinem wikifolio „emobility World” konnte er in den vergangenen zwei Jahren bereits drei Trades mit schönem Gewinn abschließen. Seit Juni 2017 ist er nun durchgehend engagiert, wobei die Position sukzessiv auf einem Depotanteil von aktuell 23 Prozent aufgestockt wurde.

Twittern ist nicht immer schlecht…

Vor diesem Hintergrund dürfte der Trader ganz froh sein, dass der Tesla-Chef seinem Ende Mai geäußerten Wunsch noch nicht nachgekommen ist.

„Hoffe, dass Musk mal lernt, etwas weniger zu twittern“

wikifolio-Trader Manfred Gabovski aka EV1

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