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Mein größter Investitionsfehler – und wie du ihn vermeiden kannst

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
11.08.2018, 08:00  |  1011   |   |   

Alle Investoren machen von Zeit zu Zeit Fehler, und ich bin da keine Ausnahme. In meinem Fall sehe ich meinen größten Investitionsfehler darin, exzellente Aktien zu früh verkauft zu haben, nur weil sie im Kurs gestiegen sind.

Hier ist eine kurze Geschichte über eine Aktie, die ich definitiv viel zu früh aufgegeben habe, über meine Lehren daraus und darüber, wie man ähnliche Fehler vermeiden kann.

Meine beste und schlechteste Investition aller Zeiten
Eine der Fragen, die mir am häufigsten gestellt werden, ist: „Was ist die beste Investition, die du je getätigt hast?“ Meine Antwort darauf hat sich in letzter Zeit etwas verändert (mehr dazu gleich), aber lange Zeit war sie sehr einfach. Im Jahr 2011 kaufte ich Aktien von Tesla (WKN:A1CX3T) für ca. 23 US-Dollar. Wenn man sich die Kursentwicklung von Tesla anschaut, liegt auf der Hand, warum ich das für eine gute Entscheidung halte.

Die natürliche Folgefrage, die ich oft bekomme, ist: „Okay, und was bedeutet das? Was war eigentlich deine schlechteste Investition?“

Die Antwort überrascht die Leute immer wieder – Tesla. Oder, genauer gesagt, Tesla zu verkaufen und die Gründe dafür.

Kurz nachdem ich Ende 2012 meine Aktien gekauft hatte, wurde Teslas Model-S-Limousine von Motor Trend unerwartet zum „Auto des Jahres“ ernannt, und die Aktien hoben ab. Als die Aktie Mitte 2013 etwa 58 US-Dollar erreicht hatte, beschloss ich, meine Gewinne mitzunehmen und auszusteigen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich meine Investition in etwas mehr als einem Jahr mehr als verdoppelt. Für eine Weile war das die beste Investition, die ich je getätigt habe, und deshalb auch die Antwort auf die Frage nach meiner „besten Investition aller Zeiten“. Andererseits verzichtete ich auf einen Riesengewinn, der möglich gewesen wäre, da Tesla aktuell für ungefähr 375 US-Dollar pro Aktie gehandelt wird. Zu früh zu verkaufen kostete mich mehr als 300 US-Dollar pro Aktie bei einer für meine Verhältnisse recht großen Investition.

Ich habe über die Jahre einige weitere Fälle verfrühter Aktienverkäufe erlebt, aber meine Tesla-Investition stellt die meisten davon in den Schatten. Wenn ich meine Anteile noch besäße, hätte ich genug zusätzlichen Gewinn gemacht, um mir buchstäblich ein Model S zu kaufen.

Die Lektion, die ich gelernt habe: Der Kurs ist nur eine Zahl. Sicher, es gibt einige gute Gründe, Aktien zu verkaufen. Meiner war aber keiner davon.

Gute Gründe für den Verkauf sind, wenn sich etwas grundlegend ändert und deine ursprünglichen Gründe für den Kauf der Aktie nicht mehr gelten. Wenn du zum Beispiel eine Aktie kaufst, weil du denkst, dass sie mit einer bestimmten Rate wächst, und sich das Wachstum unerwartet verlangsamt, kann es eine gute Idee sein, zu verkaufen. Wenn die Führungskräfte eines Unternehmens plötzlich das Unternehmen verlassen, kann auch dies ein guter Verkaufsgrund sein.

Der Punkt ist, dass es eine Reihe von Situationen gibt, in denen es Sinn macht, eine Aktie zu verkaufen. Doch „der Kurs ist gestiegen“ ist an sich schon ein furchtbar schlechter Grund. Was wäre, wenn du Apple verkauft hättest, als die Aktie von einem splitbereinigten Preis von etwa 1 US-Dollar im Jahr 2004 auf 15 US-Dollar Mitte 2007 gestiegen war? Heute steht der Kurs bei über 200 US-Dollar. Oder was, wenn du Netflix verkauft hättest, als der Kurs von etwa 3 US-Dollar im Jahr 2007 auf 9 US-Dollar im Frühjahr 2010 stieg, nur weil sich dein Geld verdreifacht hatte? Hättest du die Aktien behalten, wären sie heute mehr als 350 US-Dollar wert.

Was ich aus dem Fehler gelernt habe

Alle Investoren machen Fehler. Der Unterschied zwischen guten und schlechten Anlegern ist, ob sie daraus lernen.

In meinem Fall hat der viel zu frühe Verkauf von Tesla, der mich fast hunderttausend US-Dollar an möglichen Gewinnen gekostet hat, mir später geholfen, intelligente Investitionsentscheidungen bei einigen meiner größten Gewinner zu treffen. Nur um ein paar zu nennen:

Ich kaufte Anfang 2016 Aktien von Bank of America (WKN:850471C) für ungefähr 11 US-Dollar pro Aktie und hielt sie auch nach der Verdoppelung bis Ende des Jahres. Mir gefiel, wie sich das Geschäft veränderte, also blieb ich dabei. Heute halte ich Bank of America immer noch in meinem Portfolio, und die Aktie wird jetzt für mehr als 31 US-Dollar gehandelt.

Als ich bemerkte, dass immer mehr Anbieter auf meinem lokalen Kunsthandwerksmarkt mit kleinen Kartenlesern an iPads Kreditkartenzahlung ermöglichten, entschied ich mich Anfang 2016, Aktien von Square (WKN:A143D6) für etwa 10 US-Dollar zu kaufen. Um ehrlich zu sein: Die Versuchung war schon groß, als die Aktie auf etwa 30 US-Dollar stieg, während sich das Wachstum des Unternehmens im Jahr 2017 beschleunigte, aber wegen meiner Tesla-Erfahrung behielt ich sie. Jetzt ist Square mehr als 70 US-Dollar pro Aktie wert und offiziell meine beste Investition aller Zeiten. Dank Square muss ich meinen Tesla-Fehler nicht mehr als meinen bisher größten Gewinner bezeichnen.

Das Endergebnis ist, dass ich meinen größten Investitionsfehler aller Zeiten in eine meiner wertvollsten Lektionen umgewandelt habe. Genau genommen sind es zwei Lektionen.

Erstens, habe keine Angst davor, solche Fehler zu begehen. Natürlich, versuche, es beim ersten Mal richtig zu machen, aber sei dir bewusst, dass alle Investoren Fehler machen. Es ist wichtig, aus ihnen zu lernen.

Zweitens kannst du meinen Fehler vermeiden, indem du dich fragst, warum du verkaufst, bevor du dich von deinem größten Gewinner trennst. Wenn du keinen triftigen Grund für den Verkauf hast, solltest du es dir zweimal überlegen.

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