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Wie man in Blockchain-Technologie investiert – und wie nicht

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
11.08.2018, 09:00  |  534   |   |   

Was für eine wüste Zeit für Blockchain-Anleger!

Wir hören ja schon gar nicht mehr hin, wenn jemand erzählt, wie er in kürzester Zeit mit Blockchain-Investments reich geworden ist. Es scheint, als hätte jeder Hampelmann eine todsichere Blockchain-Strategie am Laufen, die funktioniert.

Schauen wir doch mal zurück, was allein bei Bitcoin in der Vergangenheit los war.

  • Die Entstehung der Idee vom schnellen Geld begann, als Kryptowährungen direkt der Öffentlichkeit angeboten wurden. Es war nicht mehr notwendig, ein akkreditierter Investor zu sein oder mit Finanzdienstleistern zusammenzuarbeiten. Börsen wie Coinbase und Circle gaben Personen ohne vorherige Investitionserfahrung eine Möglichkeit, Bitcoin zu kaufen, bevor die meisten Leute überhaupt wussten, was das war.
  • Die Spekulationen wucherten. „Bitcoin“ wurde zu einer Marke, von der jeder wissen wollte, und der Preis stieg allein im Jahr 2017 von 1.000 auf 20.000 US-Dollar. Fast 1.000 weitere Krypto-Währungen wurden der Öffentlichkeit durch Initial Coin Offerings zur Verfügung gestellt.
  • Die massiv ansteigenden Spekulationen lockten Institutionen wie Motten ans Licht. Anlageprodukte wie der Bitcoin Investment Trust (WKN:A14S73) von Grayscale konnten über traditionellere Börsenmakler wie Fidelity gekauft oder verkauft werden. Dies gab Anlegern die Möglichkeit, auf den Preis von Bitcoin zu spekulieren, ohne die Kryptowährung direkt zu besitzen.
  • Dann wurde es seltsam. Long Island Iced Tea änderte offiziell seinen Namen in Long Blockchain (WKN:A2JSGS) und seine Anteile verdreifachten sofort ihren Wert. Bitconnect hat ein progressives Empfehlungsprogramm entwickelt, um den Wert seiner Token zu erhöhen. Niemand kümmerte sich darum, dass solche Aktionen eigentlich keinerlei Werte schufen.
  • Plötzlich überdachte scheinbar jeder seinen blinden Optimismus. Die Aktien von Long Blockchain fielen innerhalb von sechs Monaten um 95 %, und Bitconnect schloss seine Pforten, nachdem es als Ponzi-Schema gebrandmarkt war.

Wenn „Euphorie“ die Einstellung der Öffentlichkeit zu Blockchains im Jahr 2017 beschreibt, dann scheint „Zögerlichkeit“ das Wort für 2018 zu sein. Diese Achterbahn der Volatilität hat Investoren zwar zögerlich werden lassen, aber sie sind immer noch gespannt darauf, was als nächstes passiert.

Gibt es also Hoffnung für die Zukunft von Bitcoin?

Zeit für ein bisschen Wahrsagerei

Um diese Frage zu beantworten, sollten wir verstehen, dass sich die oben beschriebenen Aktivitäten auf die Interaktion der Öffentlichkeit mit Bitcoin beziehen. Alles ging hopplahopp, es gab eine riesige Spekulationswelle, und die meisten Leute hatten keine Ahnung, wie oder wo Bitcoin tatsächlich verwendet werden konnte.

Aber unternehmensseitig ist das eine ganz andere Geschichte.

Denn große Unternehmen haben tatsächlich großes Interesse an Blockchainn, um ihre operativen Prozesse zu verbessern. Und die Verbesserung des operativen Geschäfts könnte sich wiederum in steigenden Gewinnen für die Aktionäre niederschlagen.

Vor kurzem sprach ich auf der Veranstaltung Future of Fintech mit Arieh Levi, dem Analysten von CB Insights. Levi sagte, dass Unternehmen Blockchains anders sehen als die breite Öffentlichkeit:

Man muss zwei Arten von Blockchain-Unternehmen verstehen. Erstens die Unternehmen, die in den Jahren 2015 und 2016 entstanden sind und die Blockchain-Technologie im Unternehmen als Unternehmensinfrastruktur zur Unterstützung von Back-Office-Prozessen einsetzen wollen. Diese haben langsames Wachstum erlebt – zwar wurde viel Geld eingesammelt, aber das Wachstum hat sich dort verlangsamt.

Dann gibt es natürlich noch den ICO-Wahnsinn. Das sind Unternehmen, die versuchen, ein neues, dezentrales Web aufzubauen. Und zu einem großen Teil hat diese Herangehensweise viel Geld angezogen – diese Unternehmen haben im vergangenen Jahr kumulativ 18 Milliarden US-Dollar gesammelt, was mehr ist als die meisten anderen Sektoren zusammen – und das ist schon verrückt. Gleichzeitig wird dieser Sektor, dieser Bereich der Blockchainforschung schwächer und bewegt sich mit der Preisbewegung seitwärts. Ich denke, wir können in Zukunft noch mehr davon erwarten, da einige der schlimmsten und unsinnigsten Projekte dort einfach sterben.

Diese langsam wachsenden Unternehmens-Infrastruktur-Blockchain-Projekten könnten vielversprechend sein. Walmart (WKN:860853) ist – vielleicht überraschend – einer der ersten Anwender von Blockchain, der sie in einem Lebensmittelsicherheitsprogramm für seine Schweinelieferanten einsetzt. Starbucks (WKN:884437) hat kürzlich auch ein Blockchainprojekt für seine Kaffeebauern in Costa Rica, Kolumbien und Ruanda gestartet, um die Preistransparenz zu verbessern. Nicht vergessen: Starbucks‘ neuer CEO Kevin Johnson hat zuvor bei IBM, Microsoft und Juniper Networks gearbeitet, so dass er die eine oder andere Sache über Technologie weiß. Das wird sicher nicht das letzte Blockchain-Projekt des Kaffeeriesen sein.

Transaktionsstarke Unternehmen können Blockchain nutzen, um ihre unglaublich komplexen Lieferketten zu vereinfachen. WalMart gibt jährlich mehr als 100 Milliarden US-Dollar für Gemeinkosten aus, so dass selbst eine Verbesserung der Effizienz um 3 % oder 5 % zu enormen Einsparungen führen würde.

Levi fuhr fort, einige Anwendungsfälle zu beschreiben, in denen Blockchain für größere Unternehmen absolut sinnvoll wären:

Investoren sollten darüber nachdenken, wo Dezentralisierung Sinn macht – und wo sie nicht nur Sinn macht, sondern absolut notwendig ist. Dort, wo Dezentralisierung wirklich Sinn macht und Nutzer anzieht: Da sind Investitionen sicherlich notwendig.

So geht es voran in Bereichen von 1) dezentralem Vermögensaustausch, 2) stabile Coins und 3) sogenannte non-fungible Tokens. Aber trotzdem müssen die Nutzer kommen, und es bleibt abzuwarten, wohin sie am Ende gehen und bleiben.

Diese drei Bereiche sind es sicherlich wert, im Auge zu behalten. Hier ist eine kurze Übersicht von jedem Bereich:

  • Börsen ermöglichen es Menschen, miteinander Dinge von Wert zu kaufen, zu verkaufen und zu handeln, und dezentrale Vermögensbörsen könnten Kryptowährungen einführen, um die Transaktionen einfacher zu machen. Dadurch könnten typische Reibungspunkte (wie die Berechnung von Wechselkursen oder Vermittlungsgebühren) beseitigt und gleichzeitig zusätzliche Sicherheit gegen Betrug geschaffen werden.
  • „Stabile Münzen“ verdanken ihren Namen der Anbindung an andere stabile Vermögenswerte wie Gold oder US-Dollar. Dies könnte die Preisvolatilität in den Blockchains stark reduzieren, was dazu führen könnte, dass sie für tatsächliche Transaktionen verwendet werden.
  • Non-fungible Tokens sind Krypto-Währungen, die einzigartig und nicht vollständig austauschbar sind. Jeder im Umlauf befindliche US-Dollar hat den gleichen Wert, was ihn „fungible“ macht. Das gleiche gilt technisch für rare Münzen in limitierter Auflage, aber wenn diese knapp sind, könnten sie für einen Sammler noch wertvoller sein („non-fungible“). Auch Krypto-Währungen können individuell auf eine Weise gekennzeichnet werden, die ihren tatsächlichen Wert am Ende beeinflussen würde.

Fazit eines Fools

Wir haben keine Wahrsagerkugel aus Kristall beim Investieren. Die Anlageerträge folgen den Gewinnen, und die Gewinne stammen aus der Wertschöpfung.

Wie die meisten anderen Technologien bietet die Blockchain fortschrittlichen Unternehmen die Möglichkeit, neue Wertschöpfungsmöglichkeiten. Die offensichtlichsten Anwendungsfälle sind heute logistische Effizienzsteigerungen. Aber es ist wahrscheinlich, dass wir bald Blockchain für kommerzielle Transaktionen oder Transaktionen an Börsen sehen werden.

Das klingt vielleicht nicht so sexy wie ein Gewinn von 2.000 % in einem Jahr. Aber der Kauf von Aktien großer Unternehmen, die sich die Zeit nehmen, Blockchain vollständig zu verstehen und integrieren, ist eine viel vorsichtigere, langfristige Anlagestrategie.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Starbucks.

Dieser Artikel von Simon Erickson erschien am 8.8.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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