DAX-1,03 % EUR/USD-0,02 % Gold+0,36 % Öl (Brent)-2,56 %

Wie man mit nur 100 Euro im Monat seine Finanzen komplett ändern kann

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
12.08.2018, 13:00  |  2098   |   |   

Gut, ich kann keinem grollen, der denkt, dass die Überschrift zu diesem Artikel übertrieben ist. Wenn der Wocheneinkauf für eine vierköpfige Familie derzeit bei bis zu 200 Euro liegen kann, dann ist es natürlich alles andere als einfach, hier und da 100 Euro zurückzulegen.

Aber es gibt einen Grund, warum Einstein angeblich einst sagte, dass die größte Kraft im Universum der Zinseszins ist: wenn genügend Zeit und Regelmäßigkeit gegeben sind, können auch die kleinsten Mengen zu einem ordentlichen Topf anwachsen, um große Auswirkungen zu haben.

Wie viel kann aus 100 Euro im Monat tatsächlich werden?

Die meisten Artikel würden an dieser Stelle die durchschnittliche jährliche Rendite des Aktienmarkts nehmen — zwischen 9 % und 10 % pro Jahr — und diese Zahl verwenden, um zu zeigen, dass es von nun an nur noch nach oben gehen kann.

Das ist zwar schön für illustrative Zwecke, aber ich möchte genau zeigen, wie das Geld über einen realen Zeitraum gewachsen wäre.

Nehmen wir an, Sie hätten im Januar 1970 damit begonnen, ein inflationsbereinigtes Äquivalent von 100 Euro pro Monat wegzulegen. Man hätte diese Pauschalsumme in den breiteren Aktienmarkt investiert (wir werden weiter unten erfahren, wie man das macht). So wäre diese Summe mit der Zeit gewachsen.

Mit Ende 2017 hätte diese einfache Anlagestrategie einen Ertrag von über 180.000 Euro gebracht. Auch wenn man mit dem Betrag nicht sorgenfrei in Rente gehen kann, wäre das doch sicherlich mehr, als der durchschnittliche Bürger am Ende des Berufslebens angespart hat.

Um den Wert der Zeit zu verstehen, sehen wir doch mal nach, wieviel der Betrag von 100 Euro über verschiedene Zeiträume gebracht hätte.

Hätte man vor x Jahren monatlich 100 Euro gespart… …hätte man nun:
45 (1972) 175.100 Euro
40 (1977) 150.600 Euro
35 (1982) 114.500 Euro
30 (1987) 80.400 Euro
25 (1992) 57.400 Euro
20 (1997) 40.500 Euro
15 (2002) 32.000 Euro
10 (2007) 21.400 Euro
5 (2012) 9.300 Euro

Quelle: Berechnungen des Autors. Beträge gerundet auf die nächsten 100 Euro.

Natürlich wäre es schön, mehr als 100 Euro zu sparen und zu investieren – aber das ist auch kein Kleingeld! Wenn man sich im Ruhestand an einen Auszahlungsrhythmus von 4 % im Jahr hält, könnte man mit 180.000 Euro im Jahr mit 7.200 Euro rechnen. In Kombination mit Sozialversicherung, Renten oder anderen Altersvorsorgeplänen und vielleicht noch Teilzeitarbeit, könnte dies genug sein, um sich aus dem Berufsleben zu verabschieden.

Die Macht des Zinseszins

Der eigentliche Schlüssel zu all dem ist die Kraft des Zinseszins. Einfach ausgedrückt bedeutet dies, dass man Zinsen auf die ursprüngliche Investition erhält. Und dann bekommen man Zinsen von den Zinsen, und immer so weiter.

Bereinigt um die Inflation ergibt sich eine Rendite von ca. 7 % pro Jahr. Das bedeutet, dass die 1.200 Euro, die man im ersten Jahr investiert, im zweiten Jahr 84 Euro mehr wert sind. Im dritten Jahr sind es dann noch einmal mehr — ungefähr 90 Euro –, weil die Zinsen vom vorhergehenden Jahr weiter wachsen. Das mag nicht nach viel klingen, aber im Laufe der Zeit kann das viel ausmachen.

So viel Geld würde man raushaben, wenn man beginnt, 100 Euro jeden Monat weg zu legen und beständig 7 % darauf zu bekommen (Vorsicht: Es wird auf keinen Fall so beständig werden).

In den ersten zwanzig Jahren sind die Auswirkungen des Zinseszins nicht allzu beeindruckend. Aber danach passiert das eigentliche Wachstum. Nach 50 Jahren hat man infaltionsbereinigt 60.000 Euro angespart – aber allein der Zinseszins hat in unserem Modell weitere 462.000 Euro obendrauf hinzugefügt!

Bin ich bereit, 100 Euro pro Monat zu investieren?

Unabhängig vom Alter muss man sich jedoch über ein paar Dinge im Klaren sein, bevor man bereit ist, 100 Euro pro Monat zu investieren. Erstens muss man einen Notfallfonds aufbauen, damit die Lebensbedürfnisse im Notfall mindestens für drei Monate gedeckt sind. Dann müssen alle Verbindlichkeiten abgezahlt sein, vor allem Kreditkartenschulden. Wer das nicht zuerst tut, gräbt sich ein Loch, aus dem er sich nur noch schwer befreien kann.

Beispiel Kreditkarten. Derzeit liegt der durchschnittliche Zinssatz für ein unbezahltes Kreditkartenguthaben bei über 16 %. Das bedeutet, dass der Saldo von 1.000 Euro, der noch abbezahlt werden will, bis zum nächsten Jahr 1.160 Euro betragen wird, wenn man nichts unternimmt. Entscheidend ist, dass der Aktienmarkt – im Durchschnitt – 10,8 % pro Jahr erwirtschaftet. Das bedeutet, obwohl die Investition von 1.000 Euor bis zum nächsten Jahr auf 1.108 Euro anwachsen könnte, werden Ihre Schulden trotzdem schneller steigen!

Seite 1 von 4

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel