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Wie man mit nur 100 Euro im Monat seine Finanzen komplett ändern kann

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
12.08.2018, 13:00  |  1694   |   |   

Gut, ich kann keinem grollen, der denkt, dass die Überschrift zu diesem Artikel übertrieben ist. Wenn der Wocheneinkauf für eine vierköpfige Familie derzeit bei bis zu 200 Euro liegen kann, dann ist es natürlich alles andere als einfach, hier und da 100 Euro zurückzulegen.

Aber es gibt einen Grund, warum Einstein angeblich einst sagte, dass die größte Kraft im Universum der Zinseszins ist: wenn genügend Zeit und Regelmäßigkeit gegeben sind, können auch die kleinsten Mengen zu einem ordentlichen Topf anwachsen, um große Auswirkungen zu haben.

Wie viel kann aus 100 Euro im Monat tatsächlich werden?

Die meisten Artikel würden an dieser Stelle die durchschnittliche jährliche Rendite des Aktienmarkts nehmen — zwischen 9 % und 10 % pro Jahr — und diese Zahl verwenden, um zu zeigen, dass es von nun an nur noch nach oben gehen kann.

Das ist zwar schön für illustrative Zwecke, aber ich möchte genau zeigen, wie das Geld über einen realen Zeitraum gewachsen wäre.

Nehmen wir an, Sie hätten im Januar 1970 damit begonnen, ein inflationsbereinigtes Äquivalent von 100 Euro pro Monat wegzulegen. Man hätte diese Pauschalsumme in den breiteren Aktienmarkt investiert (wir werden weiter unten erfahren, wie man das macht). So wäre diese Summe mit der Zeit gewachsen.

Mit Ende 2017 hätte diese einfache Anlagestrategie einen Ertrag von über 180.000 Euro gebracht. Auch wenn man mit dem Betrag nicht sorgenfrei in Rente gehen kann, wäre das doch sicherlich mehr, als der durchschnittliche Bürger am Ende des Berufslebens angespart hat.

Um den Wert der Zeit zu verstehen, sehen wir doch mal nach, wieviel der Betrag von 100 Euro über verschiedene Zeiträume gebracht hätte.

Hätte man vor x Jahren monatlich 100 Euro gespart… …hätte man nun:
45 (1972) 175.100 Euro
40 (1977) 150.600 Euro
35 (1982) 114.500 Euro
30 (1987) 80.400 Euro
25 (1992) 57.400 Euro
20 (1997) 40.500 Euro
15 (2002) 32.000 Euro
10 (2007) 21.400 Euro
5 (2012) 9.300 Euro

Quelle: Berechnungen des Autors. Beträge gerundet auf die nächsten 100 Euro.

Natürlich wäre es schön, mehr als 100 Euro zu sparen und zu investieren – aber das ist auch kein Kleingeld! Wenn man sich im Ruhestand an einen Auszahlungsrhythmus von 4 % im Jahr hält, könnte man mit 180.000 Euro im Jahr mit 7.200 Euro rechnen. In Kombination mit Sozialversicherung, Renten oder anderen Altersvorsorgeplänen und vielleicht noch Teilzeitarbeit, könnte dies genug sein, um sich aus dem Berufsleben zu verabschieden.

Die Macht des Zinseszins

Der eigentliche Schlüssel zu all dem ist die Kraft des Zinseszins. Einfach ausgedrückt bedeutet dies, dass man Zinsen auf die ursprüngliche Investition erhält. Und dann bekommen man Zinsen von den Zinsen, und immer so weiter.

Bereinigt um die Inflation ergibt sich eine Rendite von ca. 7 % pro Jahr. Das bedeutet, dass die 1.200 Euro, die man im ersten Jahr investiert, im zweiten Jahr 84 Euro mehr wert sind. Im dritten Jahr sind es dann noch einmal mehr — ungefähr 90 Euro –, weil die Zinsen vom vorhergehenden Jahr weiter wachsen. Das mag nicht nach viel klingen, aber im Laufe der Zeit kann das viel ausmachen.

So viel Geld würde man raushaben, wenn man beginnt, 100 Euro jeden Monat weg zu legen und beständig 7 % darauf zu bekommen (Vorsicht: Es wird auf keinen Fall so beständig werden).

In den ersten zwanzig Jahren sind die Auswirkungen des Zinseszins nicht allzu beeindruckend. Aber danach passiert das eigentliche Wachstum. Nach 50 Jahren hat man infaltionsbereinigt 60.000 Euro angespart – aber allein der Zinseszins hat in unserem Modell weitere 462.000 Euro obendrauf hinzugefügt!

Bin ich bereit, 100 Euro pro Monat zu investieren?

Unabhängig vom Alter muss man sich jedoch über ein paar Dinge im Klaren sein, bevor man bereit ist, 100 Euro pro Monat zu investieren. Erstens muss man einen Notfallfonds aufbauen, damit die Lebensbedürfnisse im Notfall mindestens für drei Monate gedeckt sind. Dann müssen alle Verbindlichkeiten abgezahlt sein, vor allem Kreditkartenschulden. Wer das nicht zuerst tut, gräbt sich ein Loch, aus dem er sich nur noch schwer befreien kann.

Beispiel Kreditkarten. Derzeit liegt der durchschnittliche Zinssatz für ein unbezahltes Kreditkartenguthaben bei über 16 %. Das bedeutet, dass der Saldo von 1.000 Euro, der noch abbezahlt werden will, bis zum nächsten Jahr 1.160 Euro betragen wird, wenn man nichts unternimmt. Entscheidend ist, dass der Aktienmarkt – im Durchschnitt – 10,8 % pro Jahr erwirtschaftet. Das bedeutet, obwohl die Investition von 1.000 Euor bis zum nächsten Jahr auf 1.108 Euro anwachsen könnte, werden Ihre Schulden trotzdem schneller steigen!

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