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DAX-Wochenplan: Krise im DAX spielt Bären in die Hände: Chartmarken KW33

DAX-Wochenplan Krise im DAX spielt Bären in die Hände: Chartmarken KW33

Gastautor: Andreas Mueller
12.08.2018, 14:36  |  7653   |   |   

Das Monatsminus im August hat sich auf 3 Prozent erweitert. Die Türkei-Krise ist in aller Munde. Doch was kann der DAX an Marken hier entgegensetzen?

Letztlich war nur der Freitag negativ im DAX. Damit wurde jedoch ein Wochenminus von 1,5 Prozent erzielt und eine neue Krise heraufbeschworen. Die Türkei sorgte für Unmut bei den Anlegern und wirkte sich massiv auf den Währungsmarkt aus. Hierzu finden Sie die Hintergründe und einen Ausblick auf den Deutschen Aktienmarkt.

 

So kam es zu diesem Absturz

 

Relativ wenig Volumen und teilweise sehr geringe Bewegungen ließen auch diese Sommerwoche im DAX ruhig anlaufen. Von der Unterstützung bei rund 12.500 Punkten ausgehend, bewegte sich der Deutsche Aktienindex erneut auf die oberen Markierungen aus der Vorwochenanalyse zu, welche ich hier noch einmal abbilde:

 

 

Damit wurde der anvisierte Trading-Bereich erst einmal durchschritten. Zwischen 12.538 im Tief und 12.738 im Hoch gab es kaum nennenswerte Bewegungen im Index bis zum Freitag. Einzelwerte bestimmten das Geschehen, wie die tollen Geschäftszahlen von Adidas oder auch die schweren Auflagen an die Linde AG. Beide Werte waren jeweils die Ausreißer bei den DAX-Aktien auf der positiven und negativen Seite. Doch am Freitag setzten sich die Bären letztlich durch - mit Anlauf sogar. Hierbei wurde die Zone um 12.520 - anders als in den Wochen zuvor - unterschritten. Im Chartbild hat sich damit ein Verkaufssignal bemerkbar gemacht, auf dass vor allem die Range-Trader vorher acht geben mussten. Denn hier rasselten Stopps in den Markt und verstärkten den Druck sogar:

 

 

Damit war der "Weg frei" bis zur nächsten Unterstützung im Chartbild. Auch dies hatte ich in der Vorwoche optisch vermerkt und weise noch einmal darauf mit Bild und Zitat hin:

 

 

Was man aus dem Chartbild noch ableiten kann und muss, ist die Gefahr bei einem Unterschreiten dieses gelben Bereichs. Unter 12.480 Punkten etwa könnte es sehr ungemütlich werden und eine hohe Anzahl an Stopps die Kurse belasten. Treffen diese auf geringes (Sommer-)Volumen, ist eine schnelle Bewegung vorprogrammiert. Im ersten Anlauf vielleicht "nur" bis zur 12.380/12.420, um die Tiefs der zweiten Juliwoche noch einmal zu testen.

 

Mit 12.390 Punkten traf der DAX somit auf diese weitere Unterstützung. Sie resultiert aus dem Tiefpunkt vor genau 4 Wochen und ist in diesem aktuellen Chart noch einmal aufgezeigt:

 

 

Mit zwei Prozent Verlust am Freitag wurden alle Gewinne der Woche ausgelöscht und der Kalendermonat August hat aktuell 3 Prozent Minus inne. Kann diese kleine Unterstützung sich etablieren und warum kam es es zu diesem Abverkauf?

 

Was steckt hinter der Türkei-Krise?

 

Der Streit begann nicht zwischen Europa und der Türkei, wie man meinen könnte, sondern vielmehr zwischen Donald Trump, als US-Präsidenten, und dem Türkischen Präsidenten Erdogan. Hierbei spielen Strafzölle eine wichtige Rolle, die beidseitig angedroht wurden. Das alleine ist jedoch nur die halbe Story, denn Erdogan hat bereits mit dem Russlandchef Putin telefoniert. Hierbei ging es unter anderem um Syrien, was nach einem anfänglichen Wirtschaftsstreit auch schnell in eine militärische Auseinandersetzung umschlagen könnte. Immerhin gehört die Türkei auch seit 1952 der NATO an.

Während diese Punkte für Verunsicherung sorgten, litt zuerst die Türkische Lira als Landeswährung der Türkei. Inländische Unternehmen können teilweise Kredite nicht mehr bedienen. Insgesamt geht es um Verbindlichkeiten der türkischen Firmen (ohne den Finanzsektor) in Fremdwährungen von rund 200 Milliarden Dollar. Wie alle Kredite sind auch diese mit Fälligkeiten versehen. Davon werden laut der Süddeutschen Zeitung in den nächsten zwölf Monaten allein 66 Milliarden Dollar fällig - eine gefährliche Schieflage.

Gegenmaßnahmen aus dem eigenen Land, wie der Appell an alle Landsleute, Geld in Lira zu tauschen und sie zu stärken, verfehlten bisher ihre Wirkung. Nicht einmal der Zinssatz von mehr als 16 Prozent stützt die Währung aktuell. Darüber hatte ich bereits Ende Mai mit Bauchschmerzen berichtet.

 

Mittlerweile muss selbst der Staat um 20 Prozent zahlen, wenn er sich am Kapitalmarkt refinanzieren möchten. Europäische Banken leiden mit, insofern sie bereits Anleihen besitzen oder an türkischen Banken und Firmen beteiligt sind. Die Redaktion von wallstreet-online titelte sogar von einem "Radioaktiven Niederschlag", der europäische Großbanken treffen könnte.

Genau dies ist die Angst, die auch auf die Einheitswährung EUR/USD überschwappte. Am Freitag brach dort eine mittelfristige Unterstützung, deren Bruch wohl nur eine Frage der Zeit in diesem Umfeld war, wie ich auf Facebook darstellte:

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Kommentare

Nun hatten wohl beide Marken eine Relevanz. Freut mich, wenn wir hier einen guten Blick hatten ;)

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Gruß Bernecker1977
Danke für das Feedback Kollege, die Linie habe ich in der Tat nicht im Fokus und den Weekly auch nicht. Kann man ergänzend noch mit bemerken, auf jeden Fall!

Gruß Bernecker1977
Wieso wird der mittelfristige Aufwärtstrend bei knapp 12300 als sehr markante Unterstützung nicht erwähnt? stattdessen wird geschrieben, es gäbe bis 12120 keine wesentlichen Unterstützungen mehr.

vielleicht mal etwas die Perspektive auf den Weekly lenken statt nur daily oder gar hourly im kurzfristigen Bild zu betrachten!

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