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Wirtschaft / Finanzen JSR-Wochenrückblick KW 32-2018

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Gastautor: Jörg Schulte
13.08.2018, 06:11  |  1984   |   

Die aktuelle Situation kam laut CNBC in der Historie bislang nur zweimal genau so vor wie jetzt aktuell. Im Anschluss daran hätte es aber jedes Mal eine Rallye gegeben.

Der Volatilitätsindex (‚VIX‘) beim US-amerikanischen S&P500-Index zeigt historisch gesehen in der Zeit ab Ende Juli bis Ende September eine steigende Volatilität an. Bei steigender Volatilität ist Vorsicht geboten, da diese in der Vergangenheit meist mit fallenden Notierungen einhergeht. Dazu würden dieses Jahr Belastungsfaktoren, wie der Handelskonflikt zwischen den USA und China passen, in den der US-Präsident Trump jüngst wieder Öl ins Feuer gegossen hat. So erhöhte dieser in der vergangenen Woche den Druck auf China weiter, indem er ankündigte, die 200 Mrd. USD der chinesischen Einfuhren nicht mit einem Einfuhrzoll von nur 10 %, sondern 25 % belegen zu wollen. Chinas Reaktion darauf stand zum Redaktionsschluss noch aus, wobei das Umsetzen des Plans ebenfalls noch nicht sicher zu sein scheint. Auch die Pläne, mit zusätzlichen Zöllen eine Abwertung der eigenen Währung aufzufangen, scheinen nicht im erhofften Maße aufzugehen, weshalb die Chinesen sich sicher noch etwas anderes einfallen lassen werden.

Zudem kündigte Trump US-Sanktionen gegen Russland an. Hintergrund dafür ist der Giftanschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal. Details der Sanktionen sind uns noch nicht bekannt, aber scheinbar ziehen Investoren vorsorglich schon einmal erste Gelder ab. Das bedeutete starke Kursverluste an den russischen Börsen, wobei der RTS-Index sogar auf den tiefsten Stand seit August 2017 fiel, und der Rubel auf das niedrigste Niveau seit April dieses Jahres rutschte.

Weitere Störfeuer sind aus der Türkei zu erwarten. Die türkische Lira befindet sich im freien Fall und erste Stimmen einer möglichen Staatspleite wurden bereits laut. Ob das gerechtfertigt ist, bleibt abzuwarten, aber zur Stimmungsbesserung unter den Investoren tragen derartige Nachrichten eher nicht bei. Daher ist davon auszugehen, dass die Nervosität an den Märkten in den kommenden Wochen weiter zunehmen wird.

Im DAX deutet sich zudem charttechnisch eine ungünstige Konstellation an. Die sich derzeit ausbildende Schulter-Kopf-Schulter-Formation könnte mit fallenden Kursen beendet werden, da auch die Unterstützung durch gute Quartalsberichte weggebrochen ist. Das sieht übrigens auch Morgan Stanley so, die ihre Kunden schon mal auf einen stärken Rückgang der internationalen Börsen vorbereiten. Neben Morgan Stanley haben sich bereits auch andere prominente Börsenkenner wie Jim Mellon oder Carl Icahn zu Wort gemeldet und warnen vor einer massiven Korrektur an den internationalen Märkten.

Ungemach auch in der EU? Will die EZB doch aus der expansiven Geldpolitik aussteigen, bekommt man es scheinbar mit einer sich abkühlenden Wirtschaft zu tun, was man in diesem Fall nicht gebrauchen kann. Denn im zweiten Quartal stieg das Wirtschaftswachstum gegenüber dem Vorquartal nur noch um 0,3 %. Diese Entwicklung ruft die Konjunkturforschungsinstitute auf den Plan, die kurz davor stehen, ihre Wachstumsprognosen zu senken. Zeitgleich folgt das nächste Problem einer steigenden Inflation. Nach einem Anstieg auf 2 % im Juni stand im Juli schon ein Wert von 2,1 % zu buche, womit das EZB-Ziel von 2 % bereits überschritten wurde. Genauer betrachtet liegt die Inflationsrate heute auf dem höchsten Stand seit sechs Jahren, wobei sich eine Entspannung dieser Entwicklung nicht andeutet.

Dies alles machte sich natürlich wieder in den Kursen bemerkbar. Der DAX verlor in der vergangenen Handelswoche 1,6 % und fiel auf 12.424 Punkte, während sich der Dow Jones mit einem Minus von nur 0,6 % auf 25.313.Punkte deutlich stabiler hielt.

Trotz all dem drohenden Ungemach konnten die Edelmetalle wieder nicht profitieren. Nach einem Rutsch auf 1.204,- USD je Unze Gold, was ein Ein-Jahrestief darstellt, konnte sich der Preis des Edelmetalls im Laufe der vergangenen Woche im Bereich 1.207,- bis 1.215,- USD je Unze stabilisieren. Gleiches Bild zeichnete sich beim Silberpreis, der sich ebenfalls in einer Range zwischen 15,30 USD bis 15,50 USD je Unze zu stabilisieren schien.

Der Goldpreis notierte lange Zeit um die Marke von 1.300,- USD je Unze, bevor Mitte Juni ein regelrechter 100,- USD-Rutsch einsetzte. Seit dem Jahreshoch im April diesen Jahres bei rund 1.365,- USD je Unze hat das Edelmetall gut 12 % an Wert verloren. Als Hauptgründe für die Schwäche sehen Analysten den starken USD und den Rückzug von spekulativen Anlegern. Laut einem veröffentlichten Bericht des ‚Commitment of Traders‘ sind die in Short-Positionen verwaltete Vermögen deutlich höher als die Long-Positionen. Die aktuelle Situation kam laut CNBC in der Historie bislang nur zweimal genau so vor wie jetzt aktuell. Im Anschluss daran hätte es aber jedes Mal eine Rallye gegeben. In der überverkauften Marktlage könnte es laut Experten zudem jeder Zeit zu einem ‚Short Squeeze‘ kommen, zumal der Goldpreis derzeit auf einem Unterstützungsniveau angekommen ist.

Wie an den Märkten war ebenfalls Bewegung in den Unternehmen über die wir berichten. Deshalb hier der Rückblick auf die interessantesten Berichte der Redaktion aus der vergangenen Woche.

 

Copper Mountain mit 25 % Umsatzplus im 2. Quartal

Darüber hinaus habe man im 2. Quartal mit der 2. Phase des Bohrprogramms im Bereich der ‚New Ingerbelle‘-Zone begonnen und dabei bereits einige sehr ermutigende Resultate erzielt.

 

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140 % Kurspotenzial für Endeavour Silver nach Zahlen

Die deutlich verbesserten Durchsatzraten und Erzgehalte der ‚El Cubo‘-Mine zogen eine Produktionssteigerung von 46 % bei Silber und 41 % bei Gold nach sich.

 

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U.S. Gold bringt Update zum Bohrprogramm und Panoro Minerals berichtet über Laugungstests

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, wurden bereits vier Bohrungen komplettiert. Derweil wartet der angehende peruanischen Basis- und Edelmetallproduzent Panoro Minerals mit sehr erfolgreichen Säulenlaugungstests auf.

 

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Caledonia Mining im 2. Quartal mit deutlichem Gewinnsprung

Der Betreiber der simbabwischen ‚Blanket‘-Goldmine konnte mit einem Anstieg seines bereinigten Gewinns um 86,2 % aufwarten.

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Aus Firesteel Resources Inc. wird Nordic Gold Corp.

Parallel zur Wiederinstandsetzung der vorhandenen Mühle sowie den Vorbereitungen für den kommenden Abbau in den Gruben wurde das Managementteam verstärkt.

 

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Steppe Gold kurz vor Produktionsbeginn in der Mongolei

Ziel von Steppe Gold ist es, die Goldproduktion im 4. Quartal 2018 aufzunehmen, um Anfang 2019 die kommerzielle Produktion zu erreichen.

 

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Viele Grüße

Ihr

Jörg Schulte


 


 


 

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