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Pariser Minister 'Anfang vom Ende der Arroganz von Monsanto-Bayer'

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
13.08.2018, 13:37  |  1520   |  316   |   

PARIS (dpa-AFX) - Frankreichs Umweltminister Nicolas Hulot hat das Glyphosat-Urteil gegen den frisch von Bayer übernommenen Hersteller Monsanto mit harten Worten begrüßt. "Das ist der Anfang vom Ende der Arroganz dieses verfluchten Paars Monsanto-Bayer", sagte er in einem Interview der Zeitung "Libération" (Montag). Das Urteil mache sichtbar, dass es Monsantos verstecktes Ziel sei, "die Nahrungsressourcen des Planeten zu schröpfen".

Ende vergangener Woche hatte ein Gericht in den USA den Saatgutkonzern Monsanto wegen angeblich verschleierter Krebsrisiken des Glyphosat-Unkrautvernichters Roundup verurteilt. Monsanto soll einem Krebspatienten Schadenersatz in Höhe von 289 Millionen US-Dollar (254 Mio Euro) zahlen. Der Hersteller wird dagegen in Berufung gehen und weist einen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und dem Kontakt zu seinen Produkten zurück.

Hulot sagte, das Urteil korrigiere "die Gleichgültigkeit der Politiker gegenüber dieser Firma, die seit Jahrzehnten andauert". Der Minister war ein bekannter Umweltschutzaktivist, bevor Präsident Emmanuel Macron ihn im vergangenen Jahr in die Regierung holte.

Die EU-Kommission hatte im Dezember nach Zustimmung der Mitgliedstaaten die weitere Zulassung von Glyphosat für fünf Jahre beschlossen. Frankreich hatte damals angekündigt, das umstrittene Unkrautgift auf seinem Markt spätestens in drei Jahren zu verbieten./sku/DP/jha

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Kommentare

10.7.
https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/moeglicher-zusamme…

=>
...Der Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern sei an Elanco herangetreten, um über eine mögliche Kombination der beiden Unternehmen zu sprechen, aus der ein neuer Branchengigant für Tiermedikamente entstehen könnte, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf drei mit der Sache vertrauten Personen.

Die Firmen arbeiteten mit Banken zusammen, um einen möglichen Zusammenschluss zu prüfen, der grünes Licht von den Kartellwächtern erhalten könnte. Die Gespräche mit Elanco befänden sich aber noch in einem frühem Stadium.

Bayer habe bislang den Start eines Auktionsverfahrens für Beteiligungsgesellschaften verschoben, um ein Abkommen mit Elanco, dem weltweit viertgrößten Unternehmen der Tiergesundheitsbranche, abzuschließen, schreibt die Agentur weiter.

Ein Auktionsprozess sollte ursprünglich im Juni beginnen, Bayer wird jedoch nun erst gegen Ende des Sommers Informationspakete an potenzielle Bieter verschicken.

Ein Bayer-Sprecher sagte auf Nachfrage zu dem Bericht, bei der angekündigten Trennung von Animal Health komme Bayer wie geplant voran. Nach der strategischen Überprüfung der Möglichkeiten liege das Hauptaugenmerk auf einem Verkauf. "Bayer zieht jedoch weiterhin alle wertmaximierenden Möglichkeiten in Betracht. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns derzeit nicht darüber hinaus äußern", sagte der Sprecher....



___
Elanco Animal Health ist seit 2018 ein Spin-Off von Eli Lilly und wurde zuvor, 2017, mit Boehringer Ingelheim Vetmedica u.a. gemerged:
https://en.wikipedia.org/wiki/Eli_Lilly_and_Company
https://investor.lilly.com/news-releases/news-release-detail…

ca. 5700 MA's


--> insofern würde das einer bereits mehrjährigen Logik bei Tierpharma entsprechen (siehe auch Pfizer und Zoetis)
4.7.
https://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/bayer-lev…

=>
...Leverkusen will die Gewerbesteuer halbieren und verärgert damit seine Nachbarstädte, die Nachteile befürchten. "Ich bin erschüttert, dass Steuerdumping Schule macht", sagte der Bürgermeister von Dormagen, Erik Lierenfeld (SPD), der "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung" (NRZ, Donnerstag).

Sollte Leverkusen, die Heimatstadt des Bayer-Konzerns, künftig tatsächlich deutlich weniger Geld von ortsansässigen Unternehmen verlangen, drohen dem benachbarten Dormagen nach Lierenfelds Schätzung durch Verlagerungen schwere Einkommensverluste.

Die 64 000-Einwohner-Stadt rechnet 2019 mit knapp 38 Millionen Euro Gewerbesteuer-Einnahmen. Mittelfristig könnte Dormagen einen zweistelligen Millionenbetrag einbüßen, sagt der SPD-Mann.

Der Chempark - ein riesiges Areal für Firmen aus der Chemiebranche - erstreckt sich über Teile von Dormagen sowie von Leverkusen und Krefeld. Lierenfeld befürchtet, dass die Unternehmen sich so umstrukturieren könnten, dass sie künftig nicht mehr an Dormagen zahlen müssen, sondern an Leverkusen.

Unlängst hatte der Leverkusener Stadtrat die Senkung der Gewerbesteuer ab 2020 beschlossen - der sogenannte Hebesatz sinkt von 475 auf 250 Prozent, er halbiert sich also in etwa. Damit kommt Leverkusen auf das gleiche niedrige Level wie das nahe gelegene Monheim - so wenig verlangt in NRW keine andere Kommune. Ganz in trockenen Tüchern ist die Leverkusener Steuersenkung aber noch nicht - es fehlt noch die Zustimmung der Kommunalaufsicht...
4.7.
https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/glyphosat-entschei…

https://forschung.boku.ac.at/fis/suchen.person_uebersicht?sp…


=>
SPIEGEL ONLINE: Frau Steinkellner, ist das Glyphosat-Verbot der erste Schritt zu einer umweltfreundlicheren Landwirtschaft?
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Siegrid Steinkellner: So einfach ist das leider nicht. Im Ackerbau in Österreich dient Glyphosat vor allem dazu, Böden vor Erosion zu schützen. Entgegen der Annahme vieler Menschen wird der Stoff nicht einfach auf die grünen Pflanzen gesprüht. Landwirte geben ihn stattdessen nach der Ernte aufs Feld, bevor sie säen oder bevor aus den Samen Keimlinge wachsen. Glyphosat tötet dann alle Unkräuter ab, sodass die neue Saat ungestört austreiben und wachsen kann. Wenn man den Wirkstoff verbietet, werden Landwirte wieder mehr pflügen oder andere Herbizide einsetzen, um das Unkraut zurückzudrängen.


SPIEGEL ONLINE: Was spricht gegen das Pflügen?

Steinkellner: Der Pflug dreht den Boden um. Bei Regen wird die Erde dann leicht vom Feld gespült. Selbst bei geringer Hangneigung ist das problematisch. Ich kenne Bilder aus Österreich, auf denen man sehen kann, wie starker Regen die Erde von Äckern in Ortschaften gespült hat. Das darf nicht passieren, denn eigentlich möchte man ja Humus aufbauen, damit die Pflanzen gut wachsen. Auch im Flachland kann Wind den Boden abtragen, das macht aber vergleichsweise wenig Probleme.


SPIEGEL ONLINE: Wie verbreitet ist Glyphosat in der österreichischen Landwirtschaft?

Steinkellner: Im Durchschnitt werden neun Prozent der landwirtschaftlichen Fläche mit dem Stoff behandelt. In den letzten zehn Jahren haben Produzenten pro Jahr durchschnittlich 329 Tonnen Glyphosat in den Handel gegeben, 2018 waren es 242 Tonnen. Neben der Landwirtschaft nutzen auch private Verbraucher, Gemeinden und Institutionen wie die Österreichische Bundesbahnen Glyphosat. Die ÖBB verhindern mit dem Mittel, dass ihre Gleisbetten zuwuchern. Sie will es ab 2022 nicht mehr verwenden, sucht aber noch nach Alternativen.


SPIEGEL ONLINE: Was kommt als Ersatz in Frage?

Steinkellner: In Österreich sind 532 Unkrautvernichtungsmittel zugelassen, nur 44 davon enthalten Glyphosat. Die Auswahl bleibt also groß, auch wenn Glyphosat nicht mehr eingesetzt werden darf. Die anderen Mittel können allerdings nicht alle Unkräuter mit einer Behandlung abtöten. Landwirte werden, je nach Bewirtschaftungsform, auf andere Wirkstoffe, mechanische Maßnahmen wie Pflügen oder Kombinationen aus beidem zurückgreifen müssen. Dabei gilt Glyphosat im Gegensatz zu vielen Alternativwirkstoffen als ungefährlich für Insekten. Die Umwelt retten wird das Glyphosat-Verbot also nicht.


SPIEGEL ONLINE: Wozu brauchen Gemeinden und Privatleute Glyphosat?

Steinkellner: Sie entfernen damit zum Beispiel Unkraut von Gehwegen. Das dient der Sicherheit, verhindert, dass die Pflanzen die Substanz der Gehwegsteine beschädigen und hat optische Gründe. Je nachdem, was man erreichen will, gibt es verschiedene Alternativen, die alle Vor- und Nachteile haben. Eine Möglichkeit ist beispielsweise, das Unkraut abzuflammen. Das erhöht allerdings gerade in trockenen Sommern die Brandgefahr und das Unkraut kommt schneller wieder zurück.


SPIEGEL ONLINE: Wie realistisch ist es, dass das Verbot in Österreich tatsächlich umgesetzt wird?

Steinkellner: Darüber lässt sich nur spekulieren. In der EU ist Glyphosat noch bis Ende 2022 zugelassen. Einzelne Mitgliedstaaten dürfen nur in Ausnahmefällen ein Verbot verhängen. Die Frage ist, ob die EU die Entscheidung des österreichischen Parlaments akzeptiert, obwohl sie gegen das EU-Recht verstößt.



--> zum Glück eine Frau, sonst kämen wieder die Öko-Weiber und behaupten, der sei gekauft :D

--> in der Tat: Privatleuten, Hausmeistern und anderen Amateuren sollte man glyphosat-basierte Mittel wieder wegnehmen. Gibt genügend Mittel, die nur in qualifizierte Hände gehören. Die Industrie ist voll davon.

--> wenn Bayer das aggressive Roundup-Marketing von Monsante einstellt, ist auch schon viel gewonnen

--> wie schon bis zum Erbrechen gesagt: die Alternativen, die von den Ökofritzen immer propagiert werden, sind keine im praktischen Einsatz

--> außer man ist Hardcore-Ökobauer, der alle auf seine Linie zwingen will

=> das wird aber nicht passieren, auch wenn's denn Illusionisten nicht passt


--> und der Rest in Indien etc. soll halt man endlich seine PSA anlegen (ja es ist heiß) und nur mäßig sprühen --> siehe oben


--> insofern wird es nun auch Streit in Österreich geben. Garantiert.
3.7.
https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/falsche-berechnung…

=>
...Der zuständige Richter Vince Chhabria sagte in einer Anhörung am Dienstag (Ortszeit) in San Francisco, dass ein Teil der Summe von insgesamt 80,3 Millionen US-Dollar (71,2 Mio Euro) eventuell falsch berechnet worden sei. Eine Wende im Streit um Gesundheitsrisiken des Wirkstoff des 2018 von Bayer übernommenen US-Saatgutkonzerns Monsanto bedeutet dies aber nicht.

Den Anlegern gefiel es trotzdem: Der Kurs der Bayer-Aktie stieg am Mittwoch bis zur Mittagszeit um fast zwei Prozent.

Der Richter Chhabria wies lediglich darauf hin, dass der sogenannte Strafschadenersatz im Vergleich um regulären Schadenersatz zu hoch bemessen worden sei - wenn man von der bisherigen Rechtsprechung des obersten US-Gerichts ausgeht. Für den Strafschadenersatz gibt es im deutschen Recht keine Entsprechung. Er kann Klägern in den USA in Zivilprozessen über den tatsächlichen Schaden hinaus anerkannt werden, auch um den Beschuldigten für sein Verhalten zu bestrafen.

Der am Bundesbezirksgericht in San Francisco unter Vorsitz von Chhabria verhandelte Fall gilt als richtungweisend, da es sich um einen "Bellwether Case" handelte. Damit ist im US-Recht eine Art Musterfall in einem Massenverfahren gemeint.

Von den insgesamt rund 80 Millionen Dollar, die die Geschworenen dem Kläger Hardeman zugesprochen hatte, entfielen 75 Millionen auf den Strafschadenersatz. Dies wären laut Chhabria im Vergleich zum eigentlichen Schadenersatz von rund 5 Millionen Dollar wohl zu viel. Die Gesamtsumme könnte daher auf 50 Millionen Dollar oder weniger sinken.

Wenngleich Bayer weiterhin die Sicherheit von Glyphosat bei richtiger Anwendung betont und auch gegen das Hardeman-Urteil in Berufung geht, könnte eine Reduzierung des im Raum stehenden Schadenersatzes eine Signalwirkung haben. Denn: In der Regel sollen mehrere "Bellwether Cases" wie der Hardeman-Fall den Streitparteien helfen, das Ausmaß von Schäden und die Höhe denkbarer Vergleichszahlungen besser abschätzen zu können. Bei Richter Chhabria sind mehrere Hundert Klagen von Landwirten, Gärtnern und Verbrauchern gebündelt.

Im April hatte der Richter allerdings einen weiteren Musterfall auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Bayer und Kläger sollen nach einer gütlichen Einigung suchen. Mittlerweile wurde der US-Staranwalt und -Schlichter Ken Feinberg zum Mediator bestellt. Der Experte ist äußerst anerkannt und war schon im Zusammenhang mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko sowie beim Abgasskandal von Volkswagen (Volkswagen (VW) vz) aktiv. In diesen Fällen betreute er Entschädigungsfonds.

Grundsätzlich sieht sich Bayer weiterhin im Recht und hofft nach insgesamt schon drei Gerichtsschlappen auf günstigere Urteile in Berufungsverhandlungen. Der Druck, sich mit den Klägern zu vergleichen, wächst aber. So ging die jüngste Niederlage - allerdings nicht unter Richter Chhabria - mit einer Schadenersatzforderung der Geschworenen von rund zwei Milliarden US-Dollar einher. Und in den USA sind mehr als 13 400 Klagen anhängig.

Bayer-Chef Werner Baumann scheint daher eine Einigung zumindest auszuloten.

Parallel zu den andauernden Gerichtsprozessen in weiteren Fällen will der Dax-Konzern (DAX 30) sich konstruktiv in die Mediation einbringen, hatte es unlängst geheißen...

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