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Was tun bei Leoni, Mybet & Surteco Gewinnwarnung? Licht aus und Vertrauen zerstört?

Gastautor: Volker Glaser
14.08.2018, 00:02  |  1577   |   |   

Leoni: Kommt eine Gewinnwarnung?

Nach Q1 zeigte sich Leoni-Vorstandssprecher Karl Gadesmann noch optimistisch, die Ziele für das Gesamtjahr realisieren zu können. Leoni will in 2018 einen Umsatz von mindestens 5 Mrd. Euro erreichen und ein EBIT zwischen 215 und 235 Mio. Euro. In der Industrie läuft es allerdings nicht mehr ganz rund. Vereinzelte Börsianer halten auch bei Leoni eine Gewinnwarnung für möglich. Für die Q2 Zahlen schließen wir das aber aus. Wenn Gadesmann die Prognose auf Basis der Zahlen für das 1. Halbjahr anpassen müsste, hätte er dies schon längst getan. Das heißt natürlich noch lange nicht, dass Leoni die Ziele erreicht. Durchaus möglich, dass beim EBIT nur die untere Bandbreite erreicht wird und der Automobilzulieferer im 2. Halbjahr vor größeren Herausforderungen steht. Warten Sie zunächst die Zahlen für Q2 ab. Die Aktie wird’s sicherlich nochmals günstiger geben.

 

Mybet: Geht das Licht aus?

Seit Jahren warnen wir vor Mybet und Turnaround-Spekulationen in dieser Aktie. Innerhalb kürzester Zeit hat sich das Papier nochmals mehr als halbiert. Vor gut einem Monat verkündete Mybet-Vorstand Markus Peuler die Unterzeichnung eines Term Sheets zum Verkauf des Online-Geschäfts. Der Kaufpreis sollte im hohen einstelligen Millionenbereich liegen. Neuigkeiten dazu: Fehlanzeige. In der Vergangenheit reagierte die Aktie regelmäßig im Vorfeld von negativen Nachrichten. Wir hatten einmal angemahnt, dass die Firma von Insidern verseucht ist. Peuler scheint vermutlich innerlich schon aufgegeben zu haben. Noch nicht einmal mehr der Finanzkalender wird aktualisiert. Demnach sollte im August die Hauptversammlung der Gesellschaft stattfinden. Dazu müsste Peuler aber erst einmal den Bericht für das Jahr 2017 veröffentlichen. Fazit: Der Letzte macht das Licht aus!

 

Surteco enttäuscht Aktionäre!

Kaum läuft die Wirtschaft nicht mehr ganz so rund, warnen bereits die ersten Unternehmen. Was macht Surteco eigentlich bei der nächsten Rezession? CEO Herbert Müller und CFO Andreas Riedl haben die Prognose für 2018 aufgrund anhaltend hoher Rohstoffkosten und einem Produktmix mit höheren Materialanteilen angepasst. Surteco agiert in einem Markt, der Wachstum vor allem nur durch Übernahmen zulässt. Angesichts der enttäuschenden Entwicklung sollten Müller und Riedl für 2018 freiwillig auf ihre Bonusansprüche verzichten. Ansonsten muss Oberaufseher Jürgen Großmann ran und die Boni streichen. Müller erhielt für 2017 eine Gesamtvergütung von satten 1.4 Mio. Euro. Riedl ist erst seit Juli 2017 im Vorstand. Aber auch seine Gesamtvergütung für 6 Monate mit über 400 000 Euro ist recht stolz. Wir empfehlen die Aktie in eine Erholung hinein zu verkaufen.

www.vorstandswoche.de

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