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Unter Beschuss Technologie-Aktien können stärker als je zuvor aus der aktuellen Krise hervorgehen

15.08.2018, 09:26  |  1190   |   |   

Druck von der politischen Seite, zunehmende Regulierung, steigende Bewertungen und der aufziehende globale Handelskrieg werfen die Frage auf, ob man überhaupt noch in Technologieaktien investieren sollte? Degroof Petercam AM hält den Tech-Sektor für eines der besten langfristigen Investments - aktives Stock-Picking, Diversifikation und akribisches Research vorausgesetzt.

Trump: „Amazon schadet den USA“

 

International agierende US-Technologieunternehmen stehen zunehmend unter politischer und öffentlicher Beobachtung. Auslöser sind eine Reihe von Vorfällen, die im Zusammenhang mit daten- bzw. marktmissbräuchlichem Verhalten liegen. Im Frühjahr stand Facebook im Zuge des Skandals um die britische Datenanalysefirma Cambridge Analytica im Zentrum der Kritik von Politikern, Daten- und Verbraucherschützern sowie der breiten Öffentlichkeit. Kürzlich hat die Europäische Union eine Rekordstrafe gegen Google wegen wettbewerbswidrigen Methoden in Bezug auf das Betriebssystem Android verhängt. Zudem fordert die Deutsche Netzagentur, Anbieter von Messaging- und E-Maildiensten einer gleichwertigen Regulierung wie Telekommunikationsanbieter zu unterwerfen.

Amazon hat derweil in der Heimat mit Gegenwind zu kämpfen. US-Präsident Trump beschuldigt das weltgrößte E-Commerce-Unternehmen, keine oder nur sehr wenig Steuern zu zahlen, das Postsystem der USA zu überlasten und Tausende von Einzelhändlern vom Markt zu verdrängen. Insgesamt spiegelt sich das kritische Umfeld auch an der Börse wider. Amazon- und Google-Aktien büßten zuletzt kräftig ein – Facebook-Titel sogar bis zu 20 Prozent.

„Das Silicon Valley ist gut beraten, den Druck von außen ernst zu nehmen und ein demütigeres Verhalten an den Tag zu legen“, sagt Quirien Lemey, Portfoliomanager für internationale Aktien bei Degroof Petercam AM. „Am Ende werden Technologieunternehmen aber gestärkt aus der aktuellen Imagekrise hervorgehen. Denn Regulation sorgt für größere Markteintrittsbarrieren. Das gilt nicht nur für die westlichen Tech-Riesen, sondern auch für die großen Player aus Asien, wie Baidu, Alibaba oder Tencent, deren Dominanz mittlerweile auch die chinesische Regierung in vielen Bereichen der Gesellschaft spürt“.

Sind die Bewertungen wirklich überzogen?

Während die US-Technologiebörse NASDAQ von einem Allzeithoch zum nächsten klettert, werden laufend neue Tech-Unternehmen gelistet - mehr als 30 IPOs allein im laufenden Jahr, und viele davon mit bislang starker Wertentwicklung. Schon seit Längerem steht deshalb die Diskussion über bereits zu hohe Bewertungen im Raum.

 

„Bei Degroof Petercam AM sehen wir noch keine Blasenbildung bei Tech-Aktien. Technologie ist ein bedeutender Teil unseres täglichen Lebens und für fast jeden von uns selbstverständlich geworden. Bedenkt man, dass der Technologiesektor einer der am stärksten diversifizierten Sektoren ist, steigt zwangsläufig auch die Nachfrage der Investoren und damit automatisch die Börsenbewertung vieler Titel. Technologie zählt zu den Sektoren mit den höchsten Cash Flows überhaupt“, sagt Quirien Lemey.

 

Er plädiert dafür, nicht zu verallgemeinern und von einem insgesamt zu teuren Tech-Sektor zu sprechen: „Sicherlich gibt es bereits hoch bewertete Sub-Sektoren, doch es gibt auch günstige Bewertungen und jede Menge Aktien zwischen den pauschalen Einstufungen ‚teuer‘ und ‚günstig‘. Höhere Risikoprämien sind in vielen Fällen gerechtfertigt. Wir befinden uns nicht mehr in der ‚Dotcom‘-Ära, als es viele ungeprüfte Geschäftsmodelle gab und nur wenige Unternehmen wirklich profitabel waren. Im aktuellen Umfeld kann die aktive Einzeltitelauswahl ihre besonderen Stärken voll ausspielen.“

 

Anfällig im Handelskrieg

Durch ihre hohe Bedeutung und intensive Verflechtung in den internationalen Handelsbeziehungen können Technologieunternehmen von den durch den US-Präsidenten ausgelösten internationalen Handelsspannungen besonders betroffen sein. „Sanktionen produzieren Verlierer auf beiden Seiten. Nehmen wir das Beispiel Chip-Hersteller. Der chinesische Telekomnetzwerkausrüster ZTEist abhängig von High-End-Chips aus den Vereinigten Staaten, wurde aber vom US-Handelsministerium mit einer Ablehnungsanordnung vorübergehend für Zulieferungen gesperrt. Umgekehrt traf es den Chip- und Halbleiterhersteller Micronaus Idaho, indem die Regierung in Peking ein Importverbot für dessen bisherigen Hauptabsatzmarkt China verhängte“, sagt der Fondsmanager.

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