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US-Studie Neuer böser Ärger für Bayer/Monsanto: Unkrautvernichter in Kinderfrühstück gefunden

16.08.2018, 12:45  |  17752   |   |   

Bayer, eines der wertvollsten Unternehmen im Dax, scheint sich mit dem Monsanto-Deal verhoben zu haben. Es gibt zu viele toxische Nachrichten für den Aktienkurs. Der Bayer-Konzern könnte von einer Klagewelle überrollt werden.

In den USA sind signifikante Mengen des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat in einer Reihe von Frühstücks-Getreidemischungen und Snack-Riegeln entdeckt worden. Die Lebensmittel seien für die Zielgruppe Kinder vermarket worden. Das berichtet "The Guardian". Die Journalisten berufen sich auf eine Studie der Environmental Working Group (EWG), einer US-amerikanischen Umweltorganisation.

Laut den Testergebnissen von EWG sei Glyphosat, der Wirkstoff der Unkrautvernichtungsmarke Roundup (Hersteller: Bayer/Monsanto), in 43 von 45 untersuchten aus Hafer gewonnenen Lebensmitteln enthalten. Fast drei von vier Produkten übertrafen die für Kinder noch als sicher geltenden EWG-Grenzen.

"Es ist sehr beunruhigend, dass Getreide, das Kinder gerne essen, Glyphosat enthält", meinte Alexis Temkin, Toxikologe der EWG und Autor des Berichts, zu Journalisten des "Guardian". "Die Regierung müsste jetzt Maßnahmen zum Schutz der schwächsten Bevölkerungsgruppen ergreifen", so Temkin.

Vertreter der betroffenen Lebensmittelfirmen wie General Mills, Kellogg Company und Quaker Oats nehmen im "Guardian“-Bericht Stellung zu den Vorwürfen: Sie verweisen auf die "Sicherheit" ihrer Produkte und darauf, dass sie die Standards der United States Environmental Protection Agency (EPA), der US-Regierungsbehörde für Umweltschutz und Gesundheit, einhalten würden.

Unterdessen berichtet die WirtschaftsWoche (WiWo), dass Farmer aus Arkansas und South Dakota am Bezirksgericht St. Louis Sammelklagen zum Unkrautvernichter Dicamba eingereicht hätten. Der Wirkstoff wird von Bayer in Unkrautvernichtungsmitteln eingesetzt. Die Produkte werden bei genveränderten Pflanzen eingesetzt, sollen aber Schäden auf konventionellen Nachbarfeldern anrichten. Von den Klagen könnte auch der Dax-Konzern BASF getroffen werden, so die "WiWo".

In Brasilien müsse Bayer/Monsanto derweil um den Einsatz von Glyphosat bangen. Ein Bundesgericht habe den Gebrauch ausgesetzt. Ab dem 3. September soll ein generelles Verbot gelten. Retten könnte Bayer der Gegenantrag einer Bundesbehörde, berichtet die "WiWo".

Auch in Kanada könnten Pflanzenschutzmittel von Bayer gestoppt werden. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, nehmen die kanadischen Behörden zwei den Bienen schadende Insektizide vom Markt.

Erst am Freitagabend hatte ein US-Gericht Bayer/Monsanto zu einer Strafe von 289 Millionen US-Dollar verurteilt. Das Geld geht an einen Krebspatienten, der Monsanto-Glyphosat für seine Krankheit verantwortlich macht. Daraufhin ging die Bayer-Aktie in den Keller und verlor mehr als 10 Prozent. Auch heute steht das Papier mit 6,24 Prozent im Minus. Insgesamt rutschte die Aktie seit dem 09.08.2018 von 96,22 Euro auf aktuell 75,59 Euro. Noch belassen die Analysten das Papier auf "hold" und nenen ein Kursziel um die 90 Euro, was vor dem Hintergrund der aktuellen Nachrichten sehr optimistisch klingt.

Bayer

Quellen:

Guardian

EWG

WiWo

FAZ

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2 Kommentare

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Kommentare

Kurssturz um ca 20€ pro Anteilsschein

Monsanto hat so viele Leichen im Keller, dass der Kurs noch viel weiter fallen könnte. Dann kann ja Monsanto weiter billige Bayer- Aktien kaufen um dann die Schwelle für ein Übernahmeangebot zu überschreiten.

Na wie klingt das, Bayer komplett in US Hand. Arbeitsplätze für deutsche Facharbeiter ???
Entweder sind die Amis so schlau oder Bayer so dumm!

Der schon anfänglich äusserst fragwürdige Deal könnte den Konzern tatsächlich ruinieren.

Das Management wird an seiner Gier ersticken und die eigentlich Geschädigten werden die Aktionäre sein.
Vor allem auch die Kleinaktionäre.
Der Vorstand wird vermutlich mit einer zweistelligen Millionensumme als Leistungsprämie für hervorragende Verdienste in den vorzeitigen Ruhestand geschickt.
Der Konzern zerschlagen und die besten Teile von Chinesen zu Spottpreisen aufgekauft.

Ja, das ist Deutschland heute!

Bleibt zu hoffen, dass nicht viele Steuermilliarden den Konzern vor dem Zusammenbruch retten "müssen".
Aber unsere hoch qualifizierten Politiker werden es, zusammen mit den Lobbyisten, schon richten.

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