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Anlegerverlag Wirecard: Starke Zahlen … und trotzdem Gewinne mitnehmen?

Nachrichtenquelle: Anlegerverlag
16.08.2018, 12:04  |  857   |   |   

Zehn Prozent Plus für die Wirecard-Aktie (ISIN DE0007472060) als Reaktion auf das am Morgen präsentierte Zahlenwerk des ersten Halbjahrs – da kann man nicht meckern. Ein neues Rekordhoch wurde damit gleich mit erreicht. Aber kommt niemandem der Gedanke, dass die Aktie langsam heiß läuft? Zur Stunde offenbar nicht. Und so sehen wir, was man in dieser Form nicht oft zu sehen bekommt:

Eine weiße Kerze, die dort einsetzt, wo die lange, rote Vortageskerze begann. Kurz: Die Aktie startete da, wo sie erst gestern ihren Abverkauf begann. Der nichts mit den Zahlen oder einer gewissen Nervosität mit Blick auf die Bilanz zu tun hatte. Wirecard wurde gestern massiv verkauft, weil sie zu den Aktien aus dem dünner werdenden „Speckgürtel“ gehört. Die Aktien mit starken Gewinnen im laufenden Jahr, bei denen man satt Gewinn realisieren kann, wenn man mit Blick auf die gefährlicher werdende Gesamtsituation für den Aktienmarkt seine Barbestände erhöhen will. Gewinne mitnehmen ist eben psychologisch viel angenehmer als konsequent Verluste zu realisieren. Deswegen hatte es gestern Wirecard erwischt. Aber das ist jetzt scheinbar Schnee von gestern. Richtig ist:

 

 

Der Bezahlsysteme-Spezialist Wirecard gehört nicht in die Kategorie der von der Entwicklung in der Türkei oder Trumps Handelskrieg unmittelbar bedrohten Unternehmen. Aber das hieße ja nicht, dass die Aktie einfach weiter steigen könnte, dazu müsste das nötige Fundament bei Umsatz und Gewinn kommen. Das Zahlenwerk ist stark, gar keine Frage. Umsatz knapp 46 Prozent über dem ersten Halbjahr 2017, der Gewinn vor Steuern Zinsenn und Abschreibungen (EBITDA) 39 Prozent höher. Aber seit die 2017er-Zahlen vor einem Jahr auf den Tisch kamen, ist die Aktie nicht 40 oder 50, sondern über 150 Prozent gestiegen. Die Bewertung stieg also immens. Und die bisherige Prognose für das EBITDA des Gesamtjahres wurde jetzt von einem Korridor zwischen 520 und 545 auf 530 bis 560 Millionen Euro angehoben. Das ist nicht so viel, dass man bei einem Kurssprung von zehn Prozent und einem sich daraus errechnenden Kurs/Gewinn-Verhältnis für die 2018er-Gewinne um die 55 einfach erwarten könnte, dass da jetzt noch viel mehr im Kurs der Aktie nachkommen müsste.

Dass Wirecard auf einem immens starken Weg ist, steht außer Frage. Aber dass die Aktie auf Dauer überproportional zu diesem Wachstum steigen könnte, ist im Gegenzug fraglich. Wer hier dabei ist, sollte sich daher schon zumindest überlegen, einen Teil der Position jetzt zu realisieren. Denn bei einem Plus von gut 90 Prozent seit Jahresbeginn wäre es vielleicht doch einen Gedanken wert, sich des platten Spruchs „was man hat, das hat man“ zu erinnern …

 

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