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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Hoffnung im Handelsstreit stützt Dax-Erholung
Foto: Boris Roessler - dpa

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss Hoffnung im Handelsstreit stützt Dax-Erholung

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
16.08.2018, 18:17  |  773   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Donnerstag einen Erholungskurs eingeschlagen. Anleger setzen erneut auf eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China, was auch der Wall Street wieder kräftig Auftrieb gab. Nach teils deutlichen Verlusten in den vorangegangenen Tagen gewann der deutsche Leitindex letztlich 0,61 Prozent auf 12 237,17 Punkte und schloss damit knapp unter seinem kurz zuvor erreichten Tageshoch. Zur Wochenmitte noch war er zeitweise bis auf 12 120 Punkte abgesackt und damit auf den tiefsten Stand seit Ende Juni.

Auch wenn in jüngster Zeit vor allem die Türkei-Krise mit der starken Lira-Abwertung die Schlagzeilen bestimmte, so ging ein Großteil der Verluste im Dax in der laufenden Woche auf die Bayer-Aktien zurück. Seit ein US-Gericht die US-Tochter Monsanto am Freitag wegen angeblich verschleierter Gefahren von Glyphosat eine dreistellige Millionenzahlung aufgebrummt hatte, war der Börsenwert der Leverkusener um knapp ein Fünftel eingebrochen.

Knapp 5 Prozent davon büßten sie an diesem Donnerstag ein und sackten damit auf einen weiteren Tiefstand seit März 2013. Einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge drohen Monsanto möglicherweise weitere Millionenstrafen in den USA aus Sammelklagen wegen angeblichen Schäden durch den Unkrautvernichter Dicamba. Ein Berufungsgericht in Kalifornien wies zudem eine Monsanto-Beschwerde zurück, so dass der Staat Kalifornien Glyphosat weiterhin als möglicherweise krebserregend bezeichnen darf.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen stieg um 0,88 Prozent auf 26 430,24 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 1,59 Prozent auf 2888,33 Punkte und auch europaweit ergab sich mit Ausnahme Italiens ein ähnliches Bild. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 beendete den Tag mit einem Plus von 0,55 Prozent auf 3377,56 Punkte. In Paris und London wurden ebenfalls Gewinne verbucht.

Im Handelsstreit zwischen den USA und China gibt es einen neuen Hoffnungsschimmer, denn Ende August will China eine Delegation zu Gesprächen nach Washington schicken. Jochen Stanzl, Analyst von CMC Marketsts, sieht daher wieder Chancen für eine Bodenbildung und eine Erleichterungsrally.

Unter den Einzelwerten im Dax standen neben Bayer auch die Vorzugsaktien von Henkel nach einer gesenkten Prognose für das Jahresergebnis im Blick. Zeitweise ging es für die Papiere um mehr als 4 Prozent abwärts, bevor sie sich wieder stabilisierten und fast unverändert aus dem Handel gingen. Gegenwind vom starken Euro und gestiegene Rohstoffpreise machten den Düsseldorfern zu schaffen. SAP gewannen als Indexfavorit knapp 3 Prozent hinzu und profitierten vom allgemein positiven Trend für Technologiewerte.

Ihren Status als Anlegerliebling untermauerten Wirecard mit einer erneuten Prognoseerhöhung und einem weiteren Rekordhoch. Die Papiere des Zahlungsabwicklers, der im September wohl in den Dax aufsteigen wird, legten um bald 10 Prozent zu. Die Deutsche Bank hat Wirecard im Börsenwert inzwischen deutlich abgehängt. Seit Ende 2017 steuert das Unternehmen auf eine Verdopplung seiner Marktkapitalisierung zu.

Auch Analystenkommentare sorgten für Bewegung: Nach einer Kurszielerhöhung der Berenberg Bank kletterten die Papiere von Puma mit fast 6 Prozent an die MDax-Spitze. Erst tags zuvor waren sie von der Commerzbank empfohlen worden. Die Anteilsscheine des Essenslieferanten Delivery Hero rückten nach einer Zielerhöhung der britischen Bank Barclays um fast 3 Prozent vor. Im Nebenwertesegment SDax profitierten die HHLA-Aktien mit einem fast 6-prozentigen Kursplus von einer Kaufempfehlung der HSBC.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,15 Prozent am Vortag auf 0,13 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 141,65 Punkte. Der Bund-Future büßte 0,08 Prozent ein auf 163,43 Punkte. Der Euro erholte sich nach dem jüngsten Rutsch wieder etwas und kostete am frühen Abend 1,1385 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1370 (Mittwoch: 1,1321) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8795 (0,8833) Euro./ck/jha/

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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