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Erinnerungen an DaimlerChrysler? Wird MONSANTO für BAYER ein Milliardengrab?

Gastautor: Volker Glaser
17.08.2018, 00:22  |  2484   |   |   

Wenn ein Konzern wie Bayer nun vermehrt vom Ausgang von Gerichtsverfahren in den USA abhängig ist, kann das für die Aktionäre nur mit einem Risikoaufschlag einhergehen, der in die Bewertung der Aktie eingepreist wird. Während vor allem für Privatpersonen, die sich geschädigt fühlen, das US-Rechtssystem ein riesiges Reservoir an Möglichkeiten bietet, muss sich der geneigte Bayer-Streubesitz auf ruppige Zeiten einstellen.

Das jüngste bekannt gewordene erstinstanzliche Urteil sieht eine Strafzahlung von 254 Mio. Euro an einen an Lymphdrüsenkrebs erkrankten US-Amerikaner vor, der sich darauf berief, durch Glyphosathaltige Herbizide von Monsanto geschädigt worden zu sein. Ob das Urteil später kassiert oder abgemildert wird – was in den USA oft vorkommt – ist schwerlich zu sagen. Fakt ist, dass nun Rechtsrisiken mit der frischen Tochter Monsanto zum täglich Brot für Bayer geworden sind. Der Agar- und Pharmakonzern kannte aus der Zeit vor Monsanto solche Themen nur am Rande, und das Urteil wird all die Kritiker der Megaübernahme wieder lauter werden lassen. Für Bayer-Chef Werner Baumann könnten die Zeiten durchaus ungemütlich werden. Bleibt für ihn nur zu hoffen, dass er durch die Übernahme von Monsanto nicht die gesamte Bayer AG zu einen Milliardengrab macht. Erinnerungen an Jürgen Schrempp, ex-Chef Daimler, werden wach, der sich mit der damals irrsinnigen Übernahme von Chrysler ein Milliardengrab schaffte und später mit Pauken und Trompeten vor die Tür gesetzt wurde.

Die Aktionäre haben ihr Votum für die Aktie schon gefällt, denn die Aktie hat ein neunes 52-Wochen-Tief um die 77 Euro erreicht und ist damit um die sehr wichtige Marke von 80 Euro gefallen. Nach der Chartlehre düst der Kursfahrstuhl weiter hinab in Regionen mit einer 6 am Anfang. Kurz- und mittelfristig ist der Bayer-Kurstrend negativ. Der hochliquide DAX-Titel dürfte nun auch verstärkt in den Fokus von Hedgefonds geraten, die in solchen Situationen als Gesundheitspolizei der Märkte die Chance für ihr übliches Spiel wittern. Aktuell ist die DAX-Aktie ein wahres El Dorado für Börsen-Zocker auf der ganzen Welt.

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