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Keine IWF-Rettung Nach Erdoğan kommt nun der Auftritt des türkischen Finanzministers

17.08.2018, 09:34  |  3859   |   |   

Berat Albayrak, der kritisiert wurde, weil er die wachsende Finanzkrise des Landes nicht in Angriff genommen hatte, sprach mit rund 6.000 Investoren in einer Telefonkonferenz. Es ging ihm darum, Bedenken zu zerstreuen, dass ein Finanzierungsengpass bei den türkischen Banken und ein Handelskrieg mit den USA ihn zwingen würden, eine Rettungsaktion beim Internationalen Währungsfonds (IWF) anzustreben.

Albayrak sagte, die Türkei werde nicht zögern, den Bankensektor zu unterstützen, der in der Lage sei, während der derzeitigen Turbulenzen an den Finanzmärkten selbst auf genug Mittel zuzugreifen, so "The Guardian". Er fügte hinzu, dass die Abhebungen von Einlagen durch in Panik geratene Anleger niedrig und überschaubar blieben. "Wir erleben ungünstige Bedingungen, aber wir werden sie überwinden", sagte Albayrak.

Gulay Girgin von der türkischen Bank Şekerbank, argumentierte, dass Albayrak gut abgeschnitten habe: "Es war Albayraks erster Investorenanruf. Im Allgemeinen fand ich es erfolgreich, da die Rhetorik darauf hindeutet, dass sie sich der Probleme in der türkischen Wirtschaft bewusst sind und vernünftige Lösungen vorbereitet werden".

Kurzzeitig stieg gestern die türkische Lira um vier Prozent gegenüber dem US-Dollar - auch vor dem Hintergrund, dass der französische Präsidenten Emmanuel Macron und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärten, dass die Stabilität der Türkei wichtig sei. Albayraks Versuch, das Vertrauen in die Lira zu stärken, war jedoch nicht von Dauer. 

Albayrak sagte, das Land werde sich an andere Partner - wie China und Deutschland - wenden, um sich in der aktuellen Situation zurechtzufinden. Türkische Beamte kündigten am Mittwoch an, dass sie die Zölle auf Einfuhren bestimmter US-Produkte erhöhen würden. Daraufhin wurden die Zölle für US-amerikanische Autos auf 120 Prozent verdoppelt, während die Zölle für alkoholische Getränke auf 140 Prozent stiegen. Der Vizepräsident der Türkei, Fuat Oktay, schrieb auf Twitter, dass die Zölle "im Rahmen des Prinzips der Gegenseitigkeit als Vergeltung für die bewussten wirtschaftlichen Angriffe der Vereinigten Staaten" erhöht wurden. Ankara gab bekannt, es werde zusätzliche Zölle auf Importe von Produkten wie Reis, Fahrzeugen, Alkohol, Kohle und Kosmetika erheben.

Per Hammarlund, der Chefstratege der schwedischen Bank SEB, meint, dass die Türkei trotz Albayraks Zusagen immer noch gezwungen sein könnte, den IWF um Hilfe zu bitten. Er kritisierte den Würgegriff der Regierung gegenüber der Zentralbank, die von der Regierung daran gehindert wurde, die dringend benötigten Maßnahmen zu ergreifen.

"Albayrak versichert den Investoren weiterhin, dass die Türkei ihre strukturellen Probleme angehen wird, aber in diesem Stadium werden Krisenmaßnahmen, einschließlich deutlich höherer Zinssätze, eine Straffung der Finanzpolitik und Unterstützung für problematische Sektoren wie das Baugewerbe, den Einzelhandel und das Bankwesen entscheidend sein", sagte er. "Eine glaubwürdige Verpflichtung, der türkischen Zentralbank, geldpolitische Unabhängigkeit zu gewähren, ist von entscheidender Bedeutung. Wenn die Regierung nicht innerhalb der nächsten Wochen ein Sparprogramm einführt, könnte die stark gestiegene Inflation eine ausgewachsene Zahlungskrise auslösen", so Hammarlund.

Quelle:

The Guardian

 

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Tramp,Erdogan,Putin und Merkel sind so überheblich, das Sie der Auffassung sind Ihre Qulität liegt soweit über allen Mitbürger ,dass Sie keine Beratung benötigen.
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