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Gold-Analyse: Überangebot drückt den Goldpreis

Gastautor: Sven Weisenhaus
17.08.2018, 13:44  |  5662   |   |   

In der gestrigen Analyse zur Goldpreisentwicklung erwähnte ich die inzwischen wieder deutlich stärkere negative Korrelation des Goldpreises zum US-Dollar. Zu diesem Hinweis möchte ich Ihnen an dieser Stelle nochmal den dazugehörigen Chart nachliefern:

Gold - Korrelation zum EUR/USD

Vielleicht kennen Sie diesen noch aus der Börse-Intern vom 11. Mai wieder. Im Mai konnten Sie erstmals lesen, dass der Goldpreis (oberer Kursverlauf) immer unempfindlicher gegenüber diversen Krisen (Immobilien-, Finanz- und Staatsschuldenkrise) bzw. der dadurch stark veränderten Geldpolitik und den US-Zinsen wird. Dafür richtet er sich seit längerem wieder stärker am EUR/USD (unterer Kursverlauf) aus.

Das bedeutet, wenn der Dollar abwertet (in diesem Fall gegenüber dem Euro), steigt der Goldpreis und wertet er auf, sinkt der Goldpreis tendenziell. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass der Dollar vor allem durch die Geldpolitik und der gestiegenen US-Zinsen derzeit aufwertet. Somit bleibt der Goldpreis natürlich weiterhin auch von der Geldpolitik beeinflusst.

Lieber höhere Zinsen als fallendes Gold

Dies verdeutlicht auch ein Blick hinter die gestern betrachteten ETF-Investitionen im Juli (und Juni). Denn die nordamerikanischen Investoren, die in diesem Jahr mit höheren Zinsen rechnen können, haben über das gesamte Jahr 2018 betrachtet insgesamt Geld aus Gold-ETFs abgezogen und das vor allem im zweiten Quartal. Die Asiaten und Europäer haben sich vor dem Hintergrund weiter extrem niedriger Zinsen entschieden, ihre Investments in Gold-ETFs insgesamt zu erhöhen.

Gold - Investitionsfluss in ETFs
(Quelle: World Gold Council)

Doch Gold wird nicht nur wegen Investments in ETFs nachgefragt. Denn auch Notenbanken, Juweliere, die Industrie und Käufer von Münzen und Barren kaufen das Edelmetall.

Goldnachfrage im Keller

Nachdem die Nachfrage im 1. Quartal 2018 bereits ein 10-Jahres-Tief markierte, fiel diese im 2. Quartal 2018 mit 964,3 Tonnen (t) noch einmal weiter ab. Damit beträgt die Gesamtnachfrage im 1. Halbjahr 2018 nur insgesamt 1.959,9 t und erreicht so die schwächste Goldnachfrage seit 2009.

Gold - Nachfrage
(Quelle: World Gold Council)

Auf der anderen Seite stieg das Angebot im 2. Quartal 2018 um 3 % von 1.086,1 t auf 1.120,2 t im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dabei wurde nicht nur mehr Gold aus Minen gewonnen (+3 %, 835,5 t), sondern auch mehr Gold recycelt als zuvor (+4 %, 294,7 t).

Gold - Angebot

Überangebot dehnt sich weiter aus

Das Resultat war ein Überangebot von 155,9 t bzw. 16,2 % im 2. Quartal 2018 und dieses scheint sogar noch größer zu werden. Schließlich betrug der Angebotsüberhang 1. Quartal 2018 nur etwas mehr als die Hälfte mit 9,2 %. Im Jahr 2017 waren es mit 8 % sogar noch weniger als die Hälfte.

Da verwundert es kaum, dass der Goldpreis in den vergangenen Wochen und Monaten weiter gefallen ist.  Zudem dürfte die US-Notenbank in etwa einem Monat den nächsten Zinsschritt vollziehen. Vor diesem Hintergrund rechne ich nicht damit, dass dem Goldpreis aktuell mehr als eine Gegenbewegung auf die aktuellen Verluste gelingen kann.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage

Ihr
Sven Weisenhaus

 (Quelle: www.stockstreet.de)

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2 Kommentare

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Kommentare

..warum rauscht dann der Ölpreis nicht in den Keller, da liegt doch eindeutig auch ein Überangebot vor. Das Angebot ist auch 2018 schneller am wachsen als der Bedarf. Fragen über Fragen..die Wahrheit ist, dass man auf der anderen Seite vom Deich, keinen hohen Goldpreis zur Zeit gebrauchen kann. Aus dem Grund werden die Edelmetalle dahin manipuliert wohin man sie gerne möchte, natürlich schwer Beweisbar. Eindeutig sind jedenfalls große Massenbewegungen an Futures sowie ein Nachrichtenstrom gerade von den US-Banken, die den Goldpreis beeinflussen.

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